17.03.2021 - 10:37 Uhr
HirschbachOberpfalz

Fahrzeugkonzept der Feuerwehren in der Gemeinde Hirschbach startklar

Feuerwehrautos werden nicht jünger. Das Trio in der Gemeinde Hirschbach bringt es inzwischen auf 25 Jahre und mehr. Zeit für den Gemeinderat, sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Für das Löschfahrzeug 8/6 der Feuerwehr Eschenfelden soll eine Doppellösung als Ersatzbeschaffung erfolgen.
von Jürgen LeißnerProfil

Der Fuhrpark der drei Feuerwehren in der Gemeinde Hirschbach besteht aktuell aus drei Fahrzeugen. Eine Diskussion über die zukünftige Entwicklung führte der Gemeinderat jetzt anhand eines Konzepts, das der Gruppenführer Jürgen Leißner vorstellte.

Stolze 38 Jahre zähle das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit Mercedes-Fahrgestell und Bachert-Aufbau in Hirschbach. Nach jahrelangen Ringen der Feuerwehr mit dem ehemaligen Bürgermeister Durst bekomme sie heuer das Nachfolgemodell geliefert. Das TSF der Feuerwehr Achtel stamme aus dem Jahr 1994, und im Folgejahr sei das Löschgruppenfahrzeug (LF) 8/6 der Wehr in Eschenfelden beschafft worden.

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"Jünger werden die Fahrzeuge nicht", warf der federführende Kommandant Richard Leißner ein. Um der Tagesalarmsicherheit gerecht zu werden, hätten Kommandanten und Gruppenführer ein Papier erarbeitet, das die demografische Entwicklung und die Führerscheinproblematik bei Löschfahrzeugen berücksichtige. Es sieht die Anschaffung von drei neuen Fahrzeugen bis spätestens 2030 vor.

Zuerst solle demnach die Feuerwehr Achtel ein neues TSF bekommen. Statt das bisherige Fahrzeug durch ein LF 10 zu ersetzen, bevorzuge die Feuerwehr Eschenfelden eine Doppellösung aus einem Mittleren Löschfahrzeug (MLF) und einem Mannschaftstransportwagen (MTW). Gruppenführer Jürgen Leißner verwies nicht nur auf die weitaus höheren Anschaffungskosten für ein LF 10 weitaus höher, sondern auch auf den dafür notwendigen Lkw-Führerschein.

"Wer macht denn privat noch einen Lkw-Schein, wenn er ihn nicht beruflich benötigt?", fragte Leißner. Aus der Bundeswehr kämen nach der Aussetzung der Wehrpflicht keine Feuerwehrleute mit solchen Führerscheinen mehr nach. Ältere Aktive, die solche Fahrzeuge noch bewegen dürften, schieden in den kommenden Jahren aus dem Feuerwehrdienst aus.

Erfreulicherweise trage aber auch die Jugendarbeit in der Gemeinde mit 25 Kindern starke Früchte. "Die könnten wir mit den bisherigen drei Fahrzeuge nicht mal allesamt zu einer gemeinsamen Übung fahren", argumentierte Leißner für einen MTW. Auch für Atemschutzlehrgänge und die Wartung der Atemschutzgeräte in Amberg werde ein solches Fahrzeug dringend benötigt: "Die Kameraden fahren hier aktuell jährlich knapp 2.000 Kilometer mit Privatfahrzeugen."

Unter dem Strich stehe eine Investition in die drei Fahrzeuge von rund 470 000 Euro bis zum Jahr 2030. Zuschüsse des Freistaats und Landkreises sowie Einnahmen aus dem Verkauf der alten Vehikel wären davon abzuziehen.

Umbauten am Gerätehaus in Achtel wären für das neue Fahrzeug nicht notwendig. Allerdings der Einbau einer Absaugungsanlage geprüft werden. Ein Problem stelle sich dagegen in Eschenfelden. Dort gibt es nur einen Fahrzeugstellplatz im Feuerwehrhaus, das 1974 gebaut wurde. In der Halle nebenan steht der Unimog des gemeindlichen Bauhofs. Auch hier sah das Konzept zwei Varianten als Vorschläge an die Gemeinde vor. Alternativen wären der Umbau des bisherigen Gebäudes mit einer neuen Lösung für den Bauhof oder ein Standortwechsel der Feuerwehr, beispielsweise mit einem Anbau am Schulgebäude. Jürgen Leißner betonte, dass diese Frage mit der Gemeinde gemeinsam geklärt werden müsse.

Bürgermeister Hermann Mertel kennt das Fahrzeugkonzept seit November. Er sehe die aktuelle Begeisterung zum Beispiel bei der Wehr in Hirschbach, die der Umbau des Gerätehauses und das neue Fahrzeug ausgelöst hätten. Sein Credo: „Feuerwehren gehören mit zeitgemäßer Technik ausgestattet, um auch den Nachwuchs und die jungen Leute weiterhin für das Ehrenamt begeistern zu können.“

In der Diskussion sagte Erich Pickelmann (SPD), die Fahrzeuge müssten kommen, denn der Gemeinderat habe sich für den Erhalt der drei Wehren entschieden. Silvia Haller (FBL/FWG) begrüßte das Konzept und den aufgezeigten Zeithorizont bis spätestens 2030, denn die Investitionskosten seien nicht gering. Die sah auch Zweiter Bürgermeister Stefan Steger: "Man hat mit dem Hirschbacher Auto viel zu lange gewartet. Dieser Investitionsstau und der Aufschub machen sich jetzt in der Dichte der künftigen Anschaffungen bemerkbar.“

Auf die Frage von Joachim Iwanek (SPD) nach der weiteren Entwicklung glaubten die anwesenden Kommandanten an personaltechnisch schlagkräftige Wehren für die Zukunft. Gerade jüngst bei einem Wohnhausbrand in Hirschbach habe sich wieder gezeigt, dass man flächendeckend in der langgezogenen Gemeinde aufgestellt sein muss, fügte Dritter Bürgermeister Richard Leißner an. Der Gemeinderat beschloss, das Fahrzeugkonzept in der vorgelegten Form weiter zu verfolgen und in die Finanzplanung aufzunehmen.

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