13.04.2021 - 11:46 Uhr
HirschbachOberpfalz

Hirschbach will Geschichte an Familie Cohn wachhalten

Das Landschaftsbild um Hirschbach ist geprägt von markanten Höhlen wie die nach Cäcilia Cohn benannte Cäciliengrotte. Der Cohn-Turm wiederum ist ein beliebtes Wanderziel. Die Gemeinde will stärker an das Wirken der Familie Cohn erinnern.

Weit oben über Hirschbach ragt der 1905 von Leopold Cohn erbaute Turm gen Himmel. Zwar liegt dort inzwischen kein Schnee mehr, doch an dem beliebten Ausflugsziel sollen bald geschichtlichen Hinweise über seinen Erbauer angebracht werden.
von Jürgen LeißnerProfil

Der Hirschbacher Gemeinderat will die Erinnerung an die Familie Cohn wachhalten, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts um die Entwicklung der Gemeinde unter anderem mit dem Bau von Bronzefrabriken verdient gemacht hat. An der nach Cäcilia Cohn, der Gattin von Leopold Cohn, benannten Cäciliengrotte und dem Turm an der Hammerleite sollen Hinweistafeln zur Erinnerung an das Ehepaar angebracht werden.

Initiiert wurde dieses Vorhaben von Alfred Brunner aus Nürnberg. Er fühlt sich den Cohns und Hirschbach sehr verbunden, weil er 1936 auf der Kreuzmühle geboren wurde. Sein Großvater arbeitete als Bronzemeister bei der Familie Cohn. Mit einem Brief wandte er sich an zweiten Bürgermeister Stefan Steger, der nun in der jüngsten Sitzung des Hirschbacher Gemeinderates auf die Tagesordnung kam. Zur Erinnerung an die damalige bewegende Zeit für den Ort Hirschbach könnte an der Cäciliengrotte und in der Nähe des Turms jeweils eine entsprechende Hinweistafel angebracht werden, schlägt Brunner in dem Schreiben vor. An der Installation der Tafeln würde er sich gerne finanziell unterstützen. Vor allem bei den jüngeren Generationen soll mit diesem Projekt die mit den Cohns verbundene Geschichte des Ortes in Erinnerung bleiben.

"Spende ist nicht selbstverständlich"

Zweiter Bürgermeister Stefan Steger sagte, das Schreiben und die Spendenzusage seien eine nette Geste für die Erinnerungsarbeit in Hirschbach. „Solch eine Spende ist ja nicht selbstverständlich“, erklärte er. Auch die restlichen Gemeinderatsmitglieder zeigten sich von diesem Engagement beeindruckt und stimmten der Anbringung der Schilder zu. Bürgermeister Mertel bedankte sich ebenfalls für die zugesagte Spende von Alfred Brunner.

Cohns als beliebte Arbeitgeber

Die als Ausflugsziel beliebte Cäciliengrotte erhielt ihren Namen im Jahr 1905 von den Hirschbacher Bürgern aus Dankbarkeit zur Familie Cohn. Benannt ist sie nach Cäcilia Cohn, der Gattin von Leopold Cohn. Dieser kam um 1890 aus Fürth nach Hirschbach und baute dort die Kreuzmühle und die Hammermühle zu Bronzefabriken aus. Am Vorraweiher lies er sich häuslich nieder, und auf der Hammerleite baute er den Turm, der noch heute dort steht. Mit den beiden Fabriken und dem Turmbau 1905 gab Cohn damals vielen Hirschbachern Arbeit und Brot. Erzählungen zufolge war Leopold Cohn auch sehr sozial eingestellt. So freuten sich beispielweise die Nachbarskinder immer über ein Kirwageld. Cäcilia Cohn verstarb 1903, ihr Gatte Leopold 1912. Der gemeinsamer Sohn Harry, der die Villa nach dem Tod der Eltern übernommen hatte, wurde von den Nazis in den Tod getrieben. Drei Familienmitglieder kamen in Vernichtungslagern zu Tode.

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Hirschbach
Besucher aus Nah und Fern unternehmen Wanderungen zur Cäciliengrotte nach Hirschbach
Besucher aus Nah und Fern unternehmen Wanderungen zur Cäciliengrotte nach Hirschbach

 

 

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