26.06.2020 - 12:05 Uhr
HirschbachOberpfalz

Der Hirschbacher Bürgermeister Hermann Mertel im Porträt

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Bei der Kommunalwahl war Hermann Mertel der einzige Kandidat im Landkreis, der nicht für eine Liste antrat und auch nicht auf einer Gemeinderatsliste, sondern nur für das Bürgermeisteramt. Jetzt wartet er mit einer neuen Überraschung auf.

Hermann Mertel, der Bürgermeister der Gemeinde Hirschbach, in seinem Amtszimmer im Rathaus in Eschenfelden.

Hermann Mertel ist Bürgermeister der Gemeinde Hirschbach. Bei der Kommunalwahl im März trat er unter dem Stichwort „Unsere Gemeinde 4.0“ zur Kommunalwahl an. Unterschriften von Unterstützern machten seine Kandidatur auf diesem Weg möglich. In der Stichwahl gewann er gegen seinen Vorgänger Hans Durst von der SPD.

Zum Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl in Hirschbach

Hirschbach

1965 in Buchhof geboren, verbrachte Hermann Mertel mit seinen zwei Brüdern seine Kindheit auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern in Buchhof. Nach der Mittleren Reife in Sulzbach-Rosenberg begann er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der damaligen Raiffeisenbank Königstein. Auch nach seiner Ausbildung blieb Mertel der Raiffeisenbank treu. Seit 1994 war er Geschäftsstellenleiter der Filiale im Ortskern von Eschenfelden. Die Türen der Filiale im eigenen Wohnort wurden im Herbst 2017 geschlossen. Ein Zusammenschluss mit der Nachbarfiliale in Königstein war dem vorangegangen. Seitdem ist Mertel dort der Chef.

Mit 25 in den Gemeinderat gewählt

Mit jungen 25 Jahren wurde Mertel das erste Mal als Kandidat für die damalige Liste der Freien Bürgerliste (FBL) Eschenfelden nominiert und schaffte auf Anhieb den Einzug in den Gemeinderat. Diesem gehörte er 25 Jahre lang bis zu seinem Ausscheiden auf eigenen Wunsch im Jahr 2016 an.

"Ohne geht’s dann doch nicht" – in etwa nach diesem Motto stellte sich Mertel ohne eigene Liste für den Gemeinderat, nur als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl. Trotz seines damaligen Rücktritts aus dem Gremium. "Ich wollte nun auch politisch wieder was mitbestimmen in meiner Heimatgemeinde", sagt er dazu. Und vor allem was bewegen. Deshalb entschloss er sich zu der Kandidatur nur als Bürgermeister.

Über die Nominierungsversammlung von Hermann Mertel

Eschenfelden bei Hirschbach

Mehr Zeit für das Ehrenamt

Mit seinem Amtsantritt am 1. Mai reduzierte Mertel seine Arbeitszeit und arbeitet nun in Teilzeit. Bei seinem Arbeitgeber, der Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg, ist er fortan zwei Tage die Woche tätig, um volle drei Tage für die Gemeinde im Rathaus sein zu können. Ab diesem Herbst gibt es dann für ihn nur noch die Gemeinde Hirschbach. Er wird ehrenamtlich in Vollzeit als Bürgermeister fungieren und verlässt damit nach etlichen Jahren Betriebszugehörigkeit die Raiffeisenbank.

Mut zur Veränderung ist Mertels Ansporn für sein neues Amt. Er wünscht sich, dass der Gemeinderat und die Bürger der Gemeinde seinen Mut mittragen und ihn dabei unterstützen. Große Anliegen sind ihm dabei die mögliche anstehende Sanierung des Kindergartens St. Johannes in Eschenfelden und nach Jahren des Leerstands endlich eine sinnvolle Nachnutzung für das Schulgebäude. Die Kanalsanierung und die anlaufende Dorferneuerung in Achtel stehen als weitere zeitnahe Projekte auf seiner Agenda.

Bekanntheitsgrad steigern

Als eine Gemeinde, die dem Tourismus einiges zu bieten hat – für Wanderer, Radfahrer, aber auch für Kletterer und Höhlenwanderer – ist es Mertels Ziel, die Bekanntheit von Hirschbach weiter zu steigern. Er denkt hier beispielsweise an den Aufbau von Social Media wie Facebook. "Andere Kommunen nutzen diese Kanäle schon länger und sind der Gemeinde Hirschbach voraus", erklärt er. Man müsse mit der Zeit gehen, was man in der Vergangenheit nicht immer getan habe.

Vor dem offiziellen Amtsantritt gab es bereits die Übergabe mit seinem Vorgänger Hans Durst. Es galt, alle Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft in Königstein kennenzulernen und auch seinen neuen Amtskollegen Bernhard Köller in Königstein.

Der Bericht über die konstituierende Sitzung des Hirschbacher Gemeinderats

Hirschbach

Die konstituierende Sitzung musste natürlich unter Berücksichtigung der Coronabedingungen geplant werden. Der Umzug vom Rathaus in die Schulturnhalle wurde mit den Gemeindearbeitern realisiert, Mobiliar aus dem Schulungsraum der Feuerwehr Eschenfelden geborgt. Froh war Mertel, das Schulhaus noch im Eigentum der Gemeinde zu haben. "In der Corona-Situation hat sich gezeigt, dass man auf solche Örtlichkeiten angewiesen ist."

Eine weitere große erste Aufgabe war die Öffnung des Freibads in Hirschbach. Das Problem dabei waren zur Coronazeit die sich täglich ändernden Vorschriften, die die Gemeinde immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.

Aktiver Feuerwehrmann

Neben seinem Amt als Bürgermeister ist Mertel auch weiterhin aktiver Feuerwehrmann der Wehr in Eschenfelden. Beim Feuerwehrverein und auch bei der örtlichen Reservistenkameradschaft bekleidet er zudem als gelernter Bankkaufmann jeweils das Amt des Vereinskassiers.

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