21.06.2021 - 18:00 Uhr
HohenfelsOberpfalz

Großaufgebot der Polizei stoppt Raser nach 300 Kilometern

Jagdszenen wie im Film haben sich am Samstag zwischen München und der Oberpfalz abgespielt. Mit 30 Streifenwagen und einem Hubschrauber versuchte die Polizei einen Raser zu stoppen. Der hatte auf 300 Kilometern Schaden angerichtet.

Der total zerstörte VW Tiguan
von Redaktion ONETZProfil

München, A99 - Hupen, Warnblinken, Stein auf der Motohaube

Fahrer und Beifahrer eines Kleintransporters waren kurz vor halb sieben Uhr morgens auf dem Innsbrucker Ring in München die ersten, denen der VW Tiguan mit hessischem Kennzeichen aufgefallen war. Laut Polizei hatte der Fahrer an seinem Fahrzeug die Warnblinker an. Zudem betätigte er immer wieder die Hupe. Nachdem der Tiguan und der Kleintransporter an einer roten Ampel anhielten, sprachen die Männer im Kleintransporter den Tiguan-Fahrer an, ob es Probleme gäbe. Der Fahrer des Tiguan stieg aus, legte einen Stein auf die Motorhaube und fuhr in Richtung Autobahn A8.

Etwa eine Stunde später meldete sich ein BMW-Fahrer aus Bad Tölz bei der Polizei. Er teilte mit, dass er kurz zuvor vom Fahrer eines VW-Tiguan nahe Hohenbrunn (bei München) durch dichtes Auffahren und mit Lichthupe zum Fahrstreifenwechsel genötigt worden sei. Nach dem Überholvorgang sei der Fahrer so knapp vor ihm eingeschert, dass er nur durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß verhindern hätte können. Der VW-Fahrer fuhr die A99 unbeeindruckt in Richtung Norden weiter.

Freising, A92 - Nägel auf die Fahrbahn geworfen

Gegen 07.40 Uhr meldete sich ein anderer BMW-Fahrer bei der Polizei Landshut. Er habe mit rund 180 Kilometern pro Stunde mehrere Lastwagen überholt, als der VW-Tiguan-Fahrer von hinten mit Lichthupe auf etwa zehn Meter aufgefahren sei. Der BMW-Fahrer wechselte auf den rechten Fahrstreifen. Der Fahrer des VW scherte knapp vor ihm ein und bremste ihn auf etwa 140 Kilometer pro Stunde herunter. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, musste der BMW-Fahrer auf den linken Fahrstreifen ausweichen.

Anschließend fuhr der VW-Fahrer laut Polizei in der Mitte der beiden Fahrstreifen und warf Gegenstände, vermutlich kleine Würfel oder Nägel, auf die Fahrbahn. Am BMW entstand ein Schaden von rund 1500 Euro.

Landshut, A 92 - Unfall mit Mercedes

Kurz vor acht Uhr fiel der VW-Fahrer dann auf der Autobahn A92 Höhe Moosburg-Nord auf. Die Autobahn ist dort aufgrund einer Baustelle nur einspurig befahrbar. Auf dieser einspurigen Strecke fuhr der VW-Fahrer zunächst sehr dicht auf einen vorausfahrenden Mercedes auf. Dann rammte er mit seinem Wagen das Heck des Mercedes. Bei dem Unfall wurde glücklicherweise niemand verletzt. Am Mercedes entstand ein Schaden von rund 5000 Euro.

Nach dem Zusammenstoß öffnete die Beifahrerin des Mercedes die Tür. Diese fuhr der VW-Fahrer ab. Nachdem der VW noch eine Leitplanke touchierte, setzte er seine Fahrt in Richtung Deggendorf fort. Das Polizeipräsidium Niederbayern leitete umfangreichen Fahndungsmaßnahmen ein.

Regensburg, A 3 Hohenfels - riskante Manöver

Rund eine Stunde später meldete eine Verkehrsteilnehmerin ein Auto, das mit einem Frontschaden auf der A3 in Richtung Regensburg fahre. Kurze Zeit später sichtete eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg den Wagen. Der VW-Fahrer gestikulierte der Streife und beschleunigte anschließend auf bis zu 170 Kilometer pro Stunde. Dabei wechselte er mehrfach die Fahrstreifen. Zudem überholte er andere Autos mehrmals auf dem Seitenstreifen. Dabei schnitt er immer wieder andere Auto - sowie Lastwagen. Nach Polizeiangaben wollte er das Streifenfahrzeug durch ständige Bremsmanöver zu einem Unfall provozieren.

Auf Höhe der Anschlussstelle Universität und dem Autobahnkreuz Regensburg bremste der Tiguan-Fahrer auf der rechten Fahrspur bis zum Stillstand ab und blieb kurze Zeit auf der Autobahn stehen, bis der nachfolgende Verkehr auflief, um sofort wieder bis auf über 200 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Mit eingeschaltetem Warnblinker fuhr er bis zur Ausfahrt Laaber. Beim dortigen Kreisverkehr fuhr er mehrere Runden. Dann fuhr er wieder auf die A3 in Richtung Nürnberg.

Beratzhausen - mit rund 100 km/h übers Weizenfeld

An der Ausfahrt Beratzhausen verließ er der VW-Fahrer die Autobahn. Er setzte seine Fahrt auf der Staatsstraße 2041 in Richtung Kallmünz fort. In Grünschlag rammte er, mutmaßlich vorsätzlich, ein Streifenfahrzeug der Nittendorfer Polizei. Dabei wurde niemand verletzt.

Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg verfolgte den Fahrer weiter. Die Flucht ging nun mit über 100 Kilometer pro Stunde durch ein Weizenfeld. In der Ortschaft Kleinmittersdorf verlor sich die Spur des Flüchtenden zunächst. Anwohner teilten der Polizei mit, dass der Fahrer Richtung Dinau bei Kallmünz gefahren sei.

Hohenfels - Polizeihubschrauber und rund 30 Streifenfahrzeuge im Einsatz

Zwischenzeitlich erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung aus der Luft. Ein Polizeihubschrauber suchte das Gebiet bei Dinau weiträumig ab. Die Besatzung konnte den VW Tiguan schließlich in der Nähe des Ortteiles Lauf im Gemeindebereich Hohenfels sichten. Der Fahrer flüchtete erneut und durchbrach auf der Staatsstraße 2234 im Bereich Hohenfels/Marktstetten zunächst eine Sperre. Dabei kollidierte er mit einem querstehenden Zivilfahrzeug aus Amberg und schleudert über die Böschung. Auch bei diesem Unfall wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Bei einem erneuten Fluchtversuch wurde der 53-jährige Fahrer aus dem hessischen Landkreis Erbach festgenommen - nachdem ein Polizist einen Warnschuss mit seiner Dienstwaffe abgegeben hatte. Der Fahrer, der unverletzt blieb, wurde aufgrund seines psychischen Zustandes vorläufig in eine Fachklinik eingewiesen. Zwischenzeitlich erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut ein vorläufiger Unterbringungsbefehl, unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

An dem Einsatz waren neben einem Polizeihubschrauber zeitweise rund 30 Streifenfahrzeuge beteiligt. An zwei Streifenfahrzeugen entstand ein Gesamtschaden von rund 35.000 Euro. Der VW-Tiguan des 53-Jährigen dürfte ein Totalschaden sein.

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