14.04.2019 - 17:28 Uhr
HohenfelsOberpfalz

Kommt die Bundeswehr zurück nach Hohenfels?

Kommt die Bundeswehr künftig öfter zurück auf den Truppenübungsplatz Hohenfels? Diese Frage wurde eifrig diskutiert beim Bürgermeister-Besuch zum Abschluss der Großübung "Allied Spirit X". Es gab eine bemerkenswerte Aussage dazu.

Soldaten des 1. Bataillons des 4. Infanterieregiment übernahmen mit schnellen Panzerfahrzeugen die Rolle der Angreifer. Diese mussten zurückgeschlagen werden.
von Paul BöhmProfil

Bei der multinationalen Übung, die in diesen Tagen endet, stellt die Bundeswehr mit der 1. Panzerdivision aus Oldenburg/Panzerbrigade 21 "Lipperland" aus Augustdorf den Leitverband auf dem Übungsplatz. Es war das erste Mal, seit sie das Kommando in Hohenfels und damit auch die Ausbildung ihrer Soldaten dort nach fast 46 Jahren aufgegeben hatte.

5800 Soldaten üben

Mit dem Ausstieg der Deutschen aus dem damaligen Combat Maneuver Training Center (CMTC) endete im März 2002 die Gefechtsausbildung in enger Zusammenarbeit mit den US-Partnern. Diese hatte Anerkennung bei höchsten militärischen Dienststellen der Bundeswehr, der Amerikaner und der Nato gefunden. Jetzt simulierten hier Verbände aus verschiedenen Ländern - 5800 Soldaten aus zwölf Nationen, darunter auch ein Kontingent aus Israel - knapp drei Wochen unter realistischen Bedingungen verschiedene Gefechtssituationen unter deutscher Regie.

Zum Abschluss waren auch die Bürgermeister der Übungsplatz-Randgemeinden "mitten drin" im Gefecht. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich im Gelände das Geschehen aus der Nähe anzuschauen. Zusammen mit den Schiedsrichterteams der US-Armee beobachteten sie an den Gefechts-Brennpunkten das Zusammenwirken der Truppenverbände aus den verschiedenen Nationen an. Eine Erkenntnis: Die Befehlsstruktur ist immer in englischer Sprache, bis hinunter in die Teileinheiten.

Auch der kommandierende General der 1. Panzerdivision, Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart, informierte sich. Sein Urteil war dasselbe wie das des Kommandeurs des Joint Multinational Readiness Center (JMRC), Oberst Joseph Hilbert: Die Premiere der Bundeswehr als Leitverband sei hervorragend gewesen. Generalmajor von Sandrart sprach von einer "großartigen Gelegenheit", dieses einmalige Gefechtsübungszentrum zu nutzen, nachdem die Bundeswehr-eigenen Übungseinrichtungen und die anderer Länder meist nur auf Bataillons- und nicht auf Brigadeebene ausgelegt seien.

Mehr zur Übung "Allied Spirit"

Hohenfels

Ist die aktuelle Übung "Allied Spirit" also nun der Neubeginn einer gemeinsamen Ausbildungs-Ära? Diese Frage war mehrfach zu hören. Eine eindeutige Antwort gab es nicht. Wohl aber eine Anmerkungvon Sandrarts: "Wir können uns vorstellen, jedes Jahr mit einem unserer Verbände nach Hohenfels zu kommen."

Beeindruckte Zaungäste

Beeindruckt waren die Bürgermeister Peter Braun (Schmidmühlen) und Florian Junkes (Hohenburg). Sie staunten über die Vielzahl an Informationen, die auf die Gefechte Einfluss nehmen können. Und zeigten auch Verständnis dafür, dass es wichtig ist, die verschiedenen Kommandostrukturen zusammenzuhalten - auch wenn es dadurch außerhalb des Übungsplatzes laut wird, wenn Drohnen und Hubschrauber kreisen oder Gefechtslärm bis in die Vils- und Lauterach-Auen zu hören ist.

Hintergrund:

5600 Soldaten beteiligt

Geübt wurden in den vergangenen drei Wochen vor allem das Zusammenwirken der Soldaten aus den verschiedenen Nationen, sowie die Verfahren und Abläufe der Befehlsgebung und deren Umsetzung. Von den beteiligten 5600 Soldaten stellten die Bundeswehr etwa 2700 und die US- Armee etwa 1300, darunter ein Panzerbataillon aus Fort Riley in Kansas. Außerdem waren Soldaten auch Dänemark, Finnland, Großbritannien, Israel, Italien, Litauen, Moldawien, den Niederlanden, Polen, der Slowakei, Schweden und der Türkei in Hohenfels.

Eine kleine Pause auf der Panzerstraße und dann geht es auch schon wieder weiter für die Panzerleute der Bundeswehr.
Zu Gast bei der Großübung in Hohenfels waren auch die Bürgermeister der Übungsplatz-Randgemeinden und Regierungsvertreter. Eine Einführung in das Geschehen gab ihnen im Hauptquartier der Kommandeur des Joint Multinational Readiness Center (JMRC), Oberst Joseph Hilbert (links)
Smalltalk an Rande der Übung in Kittensee zwischen Thomas Peine (Public Affairs/Grafenwöhr) und Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun mit einem amerikanischen Schiedsrichter.
Zwar am Rande, aber doch auch mitten drin im Übungsgeschehen war diese muntere Herde – quasi als „Roleplayers“. So nennen die US-Soldaten bei ihren Übungen die Statisten, die aber normalerweise menschlich sind.

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