09.04.2019 - 20:19 Uhr
HohenfelsOberpfalz

Deutsche leiten erstmals Gefechtsübung in Hohenfels

In ihre multinationale Übung "Allied Spirit" auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels bindet die US-Armee regelmäßig ihre Alliierten ein. Bei der derzeit laufenden Übung gibt es eine Besonderheit.

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Für die Bundeswehr ist es eine Premiere, für die US-Armee Routine. Mit der Panzerbrigade 21 "Lipperland" aus Oldenburg führt zum ersten Mal eine deutsche Brigade den Gefechtsverband bei der US-Übung "Allied Spirit X" im multinationalen Gefechtsübungszentrum (JMTC) auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels (Kreis Neumarkt). Ziel der Übung ist die gemeinsame Bündnisverteidigung.

Sechs Mal im Jahr organisiert die US-Arme in Hohenfels multinationale Übungen auf Brigadeebene. Unter anderem hatten in den vergangenen Jahren auch eine litauische und eine polnische Brigade die Rolle, die diesmal die Deutschen haben. Schon früher waren deutsche Verbände bei US-Übungen in Hohenfels, aber nur auf Bataillonsebene, darunter auch Verbände der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz".

Die Möglichkeit in Hohenfels zu üben, bezeichnet der Kommandeur der 1. Panzerdivision, Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart, "als großartige Gelegenheit". Zu seiner Division gehört die Panzerbrigade 21, die den Leitverband bei "Allied Spirit X" stellt. Der Generalmajor, der selbst als junger Panzeroffizier auf dem Truppenübungsplatz geübt hat, verweist auf die jahrzentelange Erfahrung des amerikanischen Gefechtsübungszentrums. Davon profitieren die Deutschen. Für den Generalmajor gibt es in Europa nichts Vergleichbares - außer dem deutschen Gefechtsübungszentrum in Letzlingen und einer Anlage, die in Polen im Aufbau ist. Die Übungszentren der anderen Länder seien für Bataillone ausgelegt, nicht für Brigaden. Auf die Frage, ob mehr deutsche Brigaden derartige Übungen durchlaufen sollten, antwortet er, er würde gerne jedes Jahr eine seiner vier Brigaden nach Hohenfels senden.

Von den rund 5600 an der Übung teilnehmenden Soldaten stellt die Bundeswehr rund 2700 und die US-Armee rund 1300. Zudem nehmen Soldaten aus Dänemark, Finnland, Großbritannien, Israel, Italien, Litauen, Moldawien, den Niederlanden, Polen, der Slowakei, Schweden und der Türkei teil. Nicht alle sind in der Oberpfalz. Die litauische Brigade ist per Computernetz eingebunden und übt zu Hause im Baltikum.

Andere Einheiten mit 30 Mann oder Verbände mit 600 Soldaten sind direkt der Panzerbrigade 21 unterstellt und üben Seite an Seite mit deren Bataillonen. Dazu zählt ein US-Panzerbataillon aus Fort Riley in Kansas, das seit Mitte Januar für neun Monate in Europa ist. Diesem ist wiederum eine israelische Aufklärungseinheit unterstellt.

Die besondere Herausforderung für die Brigadeführung bei dieser Übung, die über zehn Tage rund um die Uhr läuft, ist es, die Zusammenarbeit von Verbänden aus neun Armeen zu managen. Die Sprache ist dabei keine Problem. Alle sprechen die Nato-Sprache-Englisch. Entscheidend sei es die Verfahren und Abläufe so abzustimmen, dass alle gemeinsam verteidigen oder angreifen und nicht versehentlich aufeinander schießen, macht Brigadekommandeur Oberst Ansgar Meyer deutlich. Das klappe täglich besser.

Am schwierigsten ist die technische Ebene, erläutert Oberst Joe Hilbert, der Kommandeur des JMTC, deutlich. So behilft sich die Brigade in ihrem Gefechtsstand mit Verbindungsoffizieren, die den Kontakt zu den jeweiligen Verbänden halten. In den Gefechtsständen der Bataillone ist es ebenso. Eine Vorgehensweise, auf die auch bei früheren multinationalen Übungen in Hohenfels zurückgegriffen wurde.

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