23.06.2021 - 10:39 Uhr
Hohenwald bei TirschenreuthOberpfalz

Flotte Klänge und Gottes Segen für das Hirthaus in Hohenwald

Mit einem schönen Einweihungsfest beging Hohenwald das Bauende am Hirthaus. Das denkmalgeschützte Gebäude wird nun Dorfmittelpunkt sein.

von Ulla Britta BaumerProfil

Sonne satt, Wiesen- und Gartenblumen in Töpfen, Vasen und Kübeln, ein extra aufgebauter Altar für Stadtpfarrer Georg Flierl, gute Musik von der Blaskapelle Großkonreuth und endlich wieder Ehrengäste, wenn auch immer noch nicht die gesamte Liga: Die Dorfgemeinschaft Hohenwald feierte die Einweihung ihrer neuen Dorfmitte mit allen Registern, die gezogen werden konnten.

Feier mit Gästen

Dank gelockerter Corona-Regeln konnte Hohenwald wieder Gäste empfangen, darunter Bürgermeister Franz Stahl, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler und andere. Mit viel Liebe zum Detail hat die Dorfgemeinschaft ihr Fest ausgerichtet. Es fehlte an nichts, angefangen von ländlich geprägter Dekoration bis hin zu guter Laune.

Die "Hauptperson" der Feierlichkeiten war den Aufwand wert: Immerhin ist das 1776 erbaute Hirthaus eines der letzten in der Oberpfalz, das älteste Zeugnis der Entstehung von Hohenwald und einmalig in der Region. Drei Gründe genug für den Stadtrat, keine Mühen und Kosten zu scheuen für eine aufwendige Renovierung. Immerhin 264.000 Euro aus Fördermitteln wurden investiert, darunter betrug der Anteil der Stadt 77.000 Euro. Stadtpfarrer Georg Flierl feierte das schöne Ereignis gern mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel mit; und die Großkonreuther Alphornbläser ließen das Hirthaus mit flotten Klängen hochleben. Bürgermeister Franz Stahl konnte seine Freude über endlich wieder eine fast normale Einweihungsfeier nicht oft genug betonen. Er bedankte sich bei allen Baubeteiligten, maßgeblich bei Ortssprecher Johannes Bäuml, der sich seit Jahren für den Erhalt des historischen Bauwerks einsetzt.

Manch lustige Anekdote

Stahl stellte das Hirthaus als den Treffpunkt und die neue Mitte des Dorfes heraus. "Dies war die Intension des Stadtrats, insbesondere im ländlichen Bereich solch örtliche Aktivitäten zu unterstützen." Mit Beispielen aus alten Protokollen des Hohenwalder Gemeinderats erfuhren die Gäste manch skurrile und lustige Anekdote über das Häuschen. So soll im November 1952 eine "Hausbesetzerin" ohne Genehmigung eingezogen sein. Auch damit die Historie nicht vergessen werde, habe die Stadt die Sanierung veranlasst, betonte Stahl. Dazu gehörten im Jahr 2009 der Neubau und die Einweihung des benachbarten Dorfstadels Stahl stellte besonders die getane Eigenleistung der Hohenwalder heraus. "Möge dieser Treffpunkt ein Ort und Zeichen der Geschlossenheit der Dorfgemeinschaft Hohenwald sein", schloss er seine Rede. Dr. Alfred Scheidler gratulierte in Vertretung des Landkreises und erklärte den Wert dieses historischen Gebäudes aus seiner Sicht. "Solche Bauten schaffen Regionalität, Identität und Flair in den Orten." Deshalb sei er ein großer Befürworter für den Denkmalschutz.

An seine Jugend erinnerte sich Ortssprecher Johannes Bäuml. Schon damals sei das Hirthaus Treffpunkt für Geburtstage und Feste gewesen. "Nun wird es wieder Dorfmitte für Alt und Jung." Bernhard Bäuml, Vater des Ortssprechers und ehemaliger Stadtrat, verglich das Hirthaus mit drei nostalgischen Schleppern der Baujahre 1951 bis 1956, die im Hintergrund zur Dekoration aufgestellt waren. Damals seien die Traktoren eine Sensation gewesen. "Und auch heute will man doch was Schönes zeigen und lässt vieles wieder Aufleben für die Nachwelt", sagte der Senior und fügte an: "Die Stadt hat's Geld gegeben und mir ham die Arbeit g'macht." Bäuml bedankte sich bei seinem Sohn Johannes für das Engagement mit einem speziellen, humorigen "Vater unser" von Hohenwald aus historischen Überlieferungen.

Schlüsselübergabe

Mit der Schlüsselübergabe von Stahl an Johannes Bäuml und dem Segen Gottes durch Pfarrer Flierl endete die schöne Einweihungsfeier. Auf Abstand, versteht sich, besichtigten die Ehrengäste danach neugierig das kleine Hirthaus, das sich im frischen Glanz hübsch präsentierte.

„Solche Bauten schaffen Regionalität, Identität und Flair in den Orten.“

Stellvertretender Landrat Dr.Alfred Scheidler

DIe Sanierung des Hirthauses begann schon 2005

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