25.11.2021 - 10:31 Uhr
Iber bei HahnbachOberpfalz

Mit guter Planung zum Fest ohne Stress

Christbaum und Geschenke besorgen, Menü-Planung für das Weihnachtsessen, Ausnahmezustand im Supermarkt - Das bringt so manchen an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Rechtzeitig anfangen und Aufgaben delegieren, sind die Schlüssel zum Erfolg, weiß Roswitha Hubmann.

Traditionell gesehen, ist die Ente das klassische Weihnachtsessen. Den Gänsebraten gab es früher zu Martini.
von Adele SchützProfil

Das Weihnachtsfest gilt als Fest der Liebe und des Friedens. Wir verbinden damit glückliche Kindheitserinnerungen. Die Familie kommt zusammen unterm Christbaum, tauscht Geschenke aus und genießt ein gemeinsames Festessen. So schön das ist, für die Einladenden kann das Vorbereitungschaos bedeuten. "Damit dieser ureigene Zauber von Weihnachten auch Wirklichkeit wird und nicht vom Weihnachtsstress überschattet wird, ist eine gute Planung, Organisation und Vorbereitung das A und O", weiß die Hauswirtschaftsmeisterin und Landwirtin Roswitha Hubmann aus Iber bei Hahnbach. Sie hat die besten Tipps aus eigener Erfahrung.

Vor der Coronapandemie kam bei ihr nach guter Tradition am Heiligen Abend und am 1. Weihnachtsfeiertag die ganze Familie mit rund 15 Leuten zusammen. Am 24. Dezember trudelten die drei Söhne mit Frauen und Kindern im Haus der Eltern ein. Der Christbaum stand dann schon festlich geschmückt in der guten Stube. Für heimelige Atmosphäre sorgten Kerzenlicht und der Duft von Tanne, Plätzchen und Glühwein. Alle lauschten der Weihnachtsgeschichte und sangen traditionelle Weihnachtlieder. Mit der Bescherung kam der spannende Höhepunkt des Abends für die Kinder. Danach war es Zeit, das Essen aufzutischen.

Roswitha Hubmann verwöhnte am Heiligen Abend ihre Lieben mit Sauren Bratwürsten, dazu eine Käseauswahl und verschiedene Sorten Brot, bevor Plätzchen und Punsch kredenzt wurden. Mit dem Besuch der Christmette fand im Hause Hubmann der Heilige Abend seinen Ausklang.

Am 1. Feiertag hatte Roswitha Hubmann dann die Großfamilie zum Weihnachtsessen zu Gast, für das sie - klassisch - eine Ente schmorte oder Wildbraten zubereitete, mit jeweils passenden Knödel und leckeren Wintersalaten aus Knollengemüse. Das Weihnachtsessen rundete bei den Hubmanns immer ein leichter Obstsalat als Nachspeise ab.

"Dass eine solch klassische Feier des Weihnachtsfestes im Kreise der Lieben einen dementsprechend Aufwand und Arbeit mit sich bringt, erklärt sich von selbst", sagt Roswitha Hubmann. "Gezielt angegangen, kann die aufwendige Festvorbereitung aber auch eine Menge Vorfreude auf die Feier mit sich bringen, anstatt Stress und genervte Hausfrauen." Ihr Tipp: die Vorbereitungsarbeiten innerhalb der Familie aufteilen.

Geschenke besorgen

Nach dem Motto "Nach Weihnachten ist vor Weihnachten" hat Roswitha Hubmann das ganze Jahr über ein offenes Ohr für die Wünsche ihrer Enkel. Dementsprechend halte sie stets Ausschau nach passenden Geschenken. Die Erfahrung, dass man mit Selbstgemachtem als persönlichem Geschenk große Freude bereiten kann, hat Roswitha Hubmann dazu bewegt, Marmeladen und Liköre sowie Plätzchen nach eigener Rezeptur an liebe Bekannte zu Weihnachten zu verschenken. Heuer kochte sie eine Marmeladenkreation aus Pfirsich-Mirabellen mit einem Hauch Zimt und Ingwer und setzte Johannisbeerlikör an. Die Plätzchen bäckt Roswitha Hubmann im Laufe des Advents in wenigen großen Backaktionen. Dabei erspare man sich häufiges Spülen der dazu benötigten Gerätschaften und das Reinigen der Küche.

Christbaum organisieren

Im Hause Hubmann ist es die Aufgabe von Josef Hubmann, den Christbaum aus dem eigenen Wald zu holen und drei Tage vor dem Fest im Wohnzimmer aufzustellen. Die Beleuchtung und das Schmücken des Weihnachtsbaumes erledigen die Hubmanns mit viel Liebe gemeinsam.

Roswitha Hubmann rät, den Weihnachtsbaum nicht zu früh zu besorgen, damit man möglichst lange Freude an einem grünen Baum habe. Falls man einen Baum im Netz kaufe, sollte dieser eine Woche vor dem Fest aus dem Netz befreit und im Ständer aufgestellt werden, damit sich die Äste ausrichten könnten. In die beheizte Wohnung sollte man den Baum erst kurz vor dem Fest holen, um ein frühzeitiges Nadeln zu verhindern.

Essen ohne Stress: Saure Bratwürste und Entenbraten

"Entspannte Gaumenfreuden garantieren Saure Bratwürste am Heiligen Abend. Bei diesem regionalen Schmankerl steht und fällt der Geschmack mit dem Sud", weiß Roswitha Hubmann. Sie verrät dazu ihr Familienrezept für ein Dutzend Bratwürste.

Zutaten: 2 Liter Wasser, 150 Milliliter Essigessenz, 2 Esslöffel Salz, 2 Esslöffel Zucker, 500 Gramm Zwiebeln sowie eine Gewürzmischung aus 10 schwarzen Pfefferkörnern, 6 Wacholderbeeren, 2 Lorbeerblätter, 5 ganzen Nelken und Senfkörnern (oder wahlweise Sauerbratengewürz).

Zubereitung: Für den Sud das Wasser mit Essigessenz, Salz und den Gewürzen im Gewürzsäckchen in einen Topf geben und aufkochen lassen. Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden, zum Sud geben und zehn Minuten kochen lassen. Die zwölf Bratwürste einlegen und weitere zehn Minuten ziehen lassen.

Am 1. Weihnachtsfeiertag tischt Roswitha Hubmann traditionell Entenbraten auf. Sie weiß, dass die Weihnachtsgans heute als klassischer Festtagsbraten an Weihnachten gelte, doch ein Blick in die Geschichte zeige, dass die Gans früher zu St. Martin auf den Tisch gekommen sei und zu Weihnachten die Ente. Die "kleine Schwester der Gans" punkte durch den geringeren Fettanteil und könne mit dieser geschmacklich leicht mithalten.

Der Entenbraten sei bereits tags zuvor leicht zuzubereiten. Eingerieben mit Salz und Pfeffer und gefüllt mit einer Mischung aus Äpfeln, Zwiebeln sowie nach Geschmack Beifuß und Thymian schiebe man den Vogel in die Röhre, um ihn rund zwei Stunden bei gelegentlichen Wenden und Bepinseln mit Wasser und dem austreten Fett gar zu braten.

Nach der Garzeit wird die Ente aus der Soße genommen und separat bis zur Weiterverarbeitung aufgehoben. Am Feiertag selbst, muss der Entenbraten nur noch rund 20 Minuten unter den Grill bis die Haut knusprig-kross ist. "Dabei das Bepinseln des Vogels mit Wasser nicht vergessen", sagt sie.

Die Soße wird mit einer Mischung aus Mehl und Wasser eingedickt. Als Beilage seien Kartoffelknödel mit fertigem Kloßteig schnell zubereitet. Leckere Wintersalate aus Roter Bete, Sellerie oder Möhren könnten ebenfalls schon einige Tage vor dem Fest zubereitet werden. "Sie gewinnen dadurch sogar an Geschmack", verrät Roswitha Hubmann. Als leichte Nachspeise bereitet sie einen Obstsalat aus unterschiedlichen Früchten mit einem Spitzer Zitronensaft und Läuterzucker zu.

Grundsätzlich ist für Roswitha Hubmann Anfang Advent der ideale Zeitpunkt, um mit der Vorbereitung und Organisation für ein entspanntes Weihnachtsfest im Kreis der Familie zu beginnen.

Das ist dieses Jahr Trend bei der Weihnachtsdeko

BesserWissen
Hauswirtschaftsmeisterin und Ortsbäuerin Roswitha Hubmann aus Iber bei Hahnbach verrät. wie man das Weihnachtsfest im Kreise der Lieben stressfrei genießen kann.
Service:

Rezept für Johannisbeerlikör als Geschenk

Zutaten:

  • 500 Gramm Johannisbeeren
  • 500 Gramm Kandiszucker
  • 1 Liter Weizenkorn (32% Vol.)

Zubereitung: Beeren von den Stielen streifen, abtropfen lassen, mit Zucker in eine Schüssel geben und mit Korn übergießen. Das Ganze in weite Gläser füllen, verschließen und kühl und dunkel aufbewahren. Nach 14 Tagen die Beeren abseihen, den Likör in saubere Flaschen abfüllen und verschließen.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.