16.08.2018 - 11:28 Uhr
IllschwangOberpfalz

Auf der A6: Autofahrer hält nicht, Polizei holt Brecheisen

Die Signale der Polizei, anzuhalten, ignorierte ein Autofahrer am Mittwoch auf der A6 bei Illschwang. Seine Reaktion: Kopfschütteln. Die Antwort der Polizei: Ein Brecheisen.

Blaulicht und Anhaltesignale halfen nicht: Die Amberger Verkehrspolizei brauchte ein Brecheisen, um eines Verkehssünders habhaft zu werden.
von Heike Unger Kontakt Profil

Tatsächlich musste die Polizei eine Scheibe des Fiesta einschlagen, um des Fahrers habhaft zu werden. Der war nämlich ohne Versicherung mit seinem Auto auf der A6 unterwegs. Das war am Mittwochnachmittag der Verkehrspolizei in Amberg gemeldet worden. Die Rede war dabei von einem weißer Ford Fiesta, für den seit über drei Jahren keine Versicherungen mehr bezahlt wurde.

Eine Streifenbesatzung sah kurze Zeit später dieses Fahrzeug, als es gerade an der Rastanlage Oberpfälzer Alb Nord vorbeifuhr. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf: Sie wollten den Fahrer am Autobahnparkplatz in Poppberg anhalten. Doch der Mann machte keinerlei Anstalten, den Signalen der Polizisten, anzuhalten, nachzukommen. Er fuhr einfach weiter.

Die Streife setzte ihr Einsatzfahrzeug daraufhin neben den Fiesta und gab erneut deutliche Anhaltezeichen, die den Fahrer aber weiter unbeeindruckt ließen: Er signalisierte vielmehr durch Kopfschütteln und Handzeichen, dass er nicht stoppen würde. Inzwischen war noch eine zweite Streife der Verkehrspolizei dazugekommen. Der Fiesta-Fahrer versuchte mehrfach, die beiden Einsatzfahrzeuge links und rechts zu überholen, nachdem diese ihre Geschwindigkeit gedrosselt hatten, um ihn damit zum Anhalten zu zwingen.

Erst nach mehreren Kilometern gelang es den Polizisten, den Fiesta so einzukeilen, dass der Mann tatsächlich nicht mehr weiterfahren konnte. Als die Beamten dann zu seinem Auto liefen, sperrte sich der Fahrer kurzerhand darin ein. Als er trotz mehrfacher Aufforderung die Türen nicht öffnete, holte die Beamten ein Brecheisen aus dem Kofferraum und schlugen damit die Seitenscheibe ein. "Wie nicht anders zu erwarten, musste der Fahrer auch gewaltsam aus dem Fahrzeug geholt werden", heißt es im Polizeibericht.

Wie sich herausstellte, ist der renitente Autofahrer ein 44-jähriger Pole ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte einen Haftantrag. Am Donnerstag wurde der 44-Jährige dann dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Sein Führerschein wurde sichergestellt.

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