19.03.2019 - 11:32 Uhr
IllschwangOberpfalz

Amberg-Sulzbacher Gastgewerbe buhlt um Azubis

Essen gehen, Kaffee trinken: der Service muss natürlich stimmen und das Bestellte auch lecker schmecken - für viele ist das selbstverständlich, doch das Gastgewerbe ist viel facettenreicher. Das stellten Azubis jetzt unter Beweis.

von PSBAProfil

Um jungen Leuten die Gastro-Branche näherzubringen, hatten Betriebe den ersten Tag der offenen Tür für die Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie organisiert. Zahlreiche Cafés, Gaststätten und Hotels aus dem Landkreis nahmen teil und stellten interessierten Schülern ihren Alltag vor.

"Den Tisch früh, mittags und abends decken, die Betten richten, an der Bar Cocktails mischen, das Essen servieren oder den Gästen einen guten Service bieten. Das ist nur ein Bruchteil meiner Aufgaben, die ich erledige", berichtete die 19-jährige Zoe Wergens. Sie ist Auszubildende im Weißen Ross in Illschwang und lernt das Hotelfach. "Wir sind insgesamt sechs Hotelfach-Azubis im Haus. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr junge Leute für diese Branche interessieren, wir sind ein super Team, haben aber auch oft viel zu tun. Es funktioniert auch nur in der Gruppe, wenn alle zusammenarbeiten und es wird vor allem nie langweilig." Stresssituationen fordern Zoe schon, doch genau da macht es ihr auch am meisten Spaß. Bevor sie sich entschlossen hat, in den Hotelbereich zu gehen, sei sie wegen der Arbeitszeiten sehr skeptisch gewesen. "Meistens arbeitest du morgens oder abends, auch das Wochenende wird oft beansprucht. Aber ich gehe mittlerweile echt gerne in die Arbeit und das macht mir überhaupt nichts mehr aus." Bestimmte Charaktereigenschaften muss man laut der 19-Jährigen eigentlich nicht mitbringen. "Klar musst du offen mit den Gästen reden und auch mit Kritik umgehen können."

Auch Jannis Alexandridis, der neben vier weiteren Auszubildenden Koch lernt, kann nur positiv berichten. "Ich war auf der Suche nach einer guten Lehre. Der Beruf ist so vielseitig, es gibt jeden Monat neue Gerichte auf der Karte und es wird regional gekocht. Das Beste hier ist, dass ich von Schweinebraten bis hin zur Gourmet-Küche alles lerne und als Koch immer wieder gefordert werde. In dem Beruf wirst du auf dein Leben vorbereitet, lernst mit schweren Situationen und Kritik umzugehen, hast aber auch so viele positive Rückmeldungen von Gästen, die das Essen loben", erzählte der 19-Jährige. Der Beruf sei für den herangehenden Koch nicht nur die pure Leidenschaft, er könnte sich auch vorstellen, sich selbstständig zu machen. "Die Karrierechancen stehen gut. Ich kann nach der Ausbildung auf der ganzen Welt arbeiten und es gibt keine Probleme, einen Job zu finden."

Info:

Besucher gleich null

Der erste Tag der offenen Tür für die Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie ¬¬ Es sollte ein Tag werden, an dem Schüler die Chance bekommen, Einblicke in den Arbeitsalltag eines Kochs oder einer Hotelkauffrau zu gewinnen und den Auszubildenden Fragen zu stellen. Viele Betriebe aus dieser Branche nahmen teil, bereiteten Hausbegehungen und Informationen rund um die Ausbildung vor. Doch trotz Werbung im Radio, der Zeitung und auf den sozialen Netzwerken hielt sich der Andrang stark in Grenzen. Sogar ein Gewinnspiel gab es, bei dem Gutscheine verlost wurden. „Alles ist vorbereitet: Es gibt Cocktails, Rätselspiele. Unser auszubildender Koch zeigt, wie Thunfischtatar zubereitet wird, unsere Hotelfachfrauen führen die Gäste durch das gesamte Areal“, berichtete Bezirkschef und Chef des Landhotels Weißes Ross Hans-Jürgen Nägerl.

Auch beim Sperber Bräu waren alle Mühen und Vorbereitungen umsonst. „Es ist sehr schade, dass niemand gekommen ist. Wir haben alles für eine Führung durch unser Haus vorbereitet und Gäste hätten auch eine Bierverkostung mitmachen können“, meinte Hermine Sperber. Ob der Tag sinnvoll gewesen ist, sei für ihren Ehemann Christian Sperber eher fragwürdig. „Sicher hätte man erste Einblicke bekommen, doch in dieser Branche wären Praktikumstage geeigneter.“ Wer doch noch Interesse an dem Gastgewerbe hat, kann sich aber gerne unter Absprache in den Gasthöfen umsehen.

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