13.05.2022 - 15:08 Uhr
IllschwangOberpfalz

Blockheizkraftwerk in Illschwang ein Beispiel für Versorgung eines Neubaugebiets

"Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie wichtig der Umstieg auf regenerative Energien ist!", meint Kreisrat Martin Pöllath. Ein Beispiel schauten sich FDP und Freie Wählerschaft in Illschwang an.

von Autor GACProfil

Ein unscheinbarer Betonbau am Ortsrand von Illschwang, nur wenig größer als die Rohbauten der benachbarten Einfamilienhäuser, beherbergt ein herausragendes Beispiel für die ökonomische und ökologische Energieversorgung eines Neubaugebiets. Der gelernte Heizungsbauer und Energieunternehmer Michael Rädle stellte das Blockheizkraftwerk, das er gemeinsam mit Bauunternehmer Josef Margraf betreibt, den Mitgliedern von Freier Wählerschaft und FDP vor.

Zwei 330 kW-Heizkessel erzeugen Wärme und erhitzen die mit 45.000 Litern entsalztem Wasser gefüllten Pufferspeicher. Sie werden benötigt, um Schwankungen in der Nachfrage auszugleichen. An einem Wintermorgen, wenn die Heizungen hochfahren und viele Leute duschen, reichen die 660 kW Heizleistung der Kessel nicht, tagsüber sind sie zu viel, insbesondere im Sommer. Die Brennwertkessel arbeiten mit einer Abgastemperatur von 60 Grad und einem Wirkungsgrad von 98 Prozent.

Hackschnitzel werden vollautomatisch aus einem Bunker in die Feuerung befördert, wo sie bei geregeltem Unterdruck vergast und dann unter Sauerstoffüberschuss verbrannt werden. Das Brennmaterial stellt Rädle selbst her aus Holz, das in maximal 15 Kilometer Entfernung geschlagen wird. "Auf diese Weise bleibt die Wertschöpfung komplett in der Region und wird nicht an internationale Konzerne weitergegeben", sagt Rädle. Eine eigene Heizanlage, die im Haus Platz wegnimmt und Kosten für Anschaffung und Instandhaltung verursacht, bräuchten die Anschließer nicht mehr.

Weil sich ein Großverbraucher im Ort mit anhängt, werde demnächst noch ein weiterer Kessel installiert. Die Außenansicht des Gebäudes, die in der Bevölkerung teilweise für Unmut gesorgt habe, werde noch durch eine Holzfassade und teilweise Begrünung verbessert. Diese Maßnahme habe sich durch die Auslastung der regionalen Handwerksbetriebe und Materialmangel verzögert.

 
 

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