12.08.2021 - 16:03 Uhr
IllschwangOberpfalz

Wenn der FC Bayern spielt, ist Klara Renner (90) emotional voll dabei

(von links): 1.BM Dieter Dehling, Tochter Gitti, Klara Renner, Enkelin Michaela, Sohn Erich und Pfarrvikar Thomas Sanikommula
von Norbert WeisProfil

Von einem großartigen Zusammenhalt in ihrer vielköpfigen Familie, in der sich einer auf den anderen verlassen kann, schwärmt Klara Renner, die am Donnerstag in Illschwang bei sehr guter geistiger Fitness ihren 90. Geburtstag feierte. Dazu gratulierten nicht nur ihre Lieben, sondern auch Bürgermeister Dieter Dehling und Pfarrvikar Thomas Sanikommula von der katholischen Pfarrei.

In der Kleinstadt Rydultau in Oberschlesien kam am 12. August 1931 Klara Urbanski als Drittälteste unter vier Geschwistern, die alle noch leben, zur Welt. Vater Leopold arbeitete im Steinkohleabbau in Gleiwitz; Mutter Berta kümmerte sich um die Erziehung der Kinder. 1936 stand die Familie vor einer wichtigen Entscheidung: Es ging um die polnische oder um die deutsche Staatsbürgerschaft. Da die Verwandtschaft beider Elternteile Deutsch sprach, beschlossen sie, Rydultau zu verlassen.

In Sulzbach-Rosenberg fand die Familie in der Siedlung am Feuerhof eine neue Heimat, die ihr von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Der Vater bekam Arbeit in der Maxhütte, und Klara ging ab 1938 zur Schule. 1944, als sie 13 Jahre alt war, starb die Mutter. Der Haushalt wurde von da an von den Kindern geführt.

Zuvor hatte sie schon auf einem Bauernhof zum Lebensunterhalt dazuverdient. Ab 1948 war Klara Urbanski als Haushaltshilfe fest angestellt. Im gleichen Jahr lernte sie Erich Renner kennen, den sie 1953 heiratete. Aus der Ehe ging fünf Kinder hervor, wobei eines bereits im Kindsbett verstarb. An ihrem 90. Geburtstag freute sich die Jubilarin über die Glückwünsche von acht Enkeln und zwei Urenkeln.

Beruflich wechselte Erich Renner zum pharmazeutischen Großhandel GEHE in Nürnberg, wo er den Fuhrpark leitete. Später stellte das Unternehmen der Familie eine Wohnung zur Verfügung, und Klara Renner bekam die Stelle der Kantinenleiterin, die sie bis zum Renteneintritt 1991 ausübte. Sohn Erich hatte inzwischen in Illschwang ein Haus gebaut. Die Einliegerwohnung bot er seinen Eltern an. Die beiden fühlten sich von Anfang an sehr wohl im neuen Zuhause. Sie pflegten mit vielen Dorfbewohnern sehr gute Kontakte. 1998 verstarb dann der Ehemann.

Die alltäglichen Geschehnissen in Deutschland und in der Welt interessieren Klara Renner nach wie vor sehr. Als leidenschaftlicher FC Bayern-Fan ist sie bei den Fernsehübertragungen der Spiele emotional voll dabei. Gerne löst sie noch Kreuzworträtsel. Sie ist Ehrenmitglied beim Bayerischen Roten Kreuz, beim Siedlerbund Illschwang sowie beim Pensionistenbund der Maxhütte, so lange es diesen gab.

Im Laufe der vergangenen Jahre fiel Klara Renner das Gehen zusehends schwerer. Deshalb ist der Rollator zu ihrem ständigen Begleiter geworden. Mehrtägige Busreisen, die sie früher gerne unternahm, sind nicht mehr möglich. Die gläubige Katholikin kann zwar in Illschwang keine Sonntagsgottesdienste mehr besuchen, nimmt aber die Angebote im Fernsehen wahr. "Wir sind stolz auf unsere Mutter", war am 90. Geburtstag von ihren Kindern zu hören. Ein schöneres Kompliment hätten sie ihr wohl nicht machen können.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.