25.02.2020 - 10:52 Uhr
IllschwangOberpfalz

Gemeinderat Illschwang fordert Tempolimit am Autobahnzubringer

Vehement spricht sich der Gemeinderat Illschwang für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Autobahnzubringer bei Aichazandt aus. Zusätzlich sollen bauliche Maßnahmen die Unfallgefahren dort vermindern.

von Norbert WeisProfil

Ein Vorstoß von Elke Pirner im Gemeinderat, die Kreuzung zu entschärfen, hatte verschiedene Aktivitäten in Gang gebracht. Das Staatliche Bauamt hatte Untersuchungen angestellt. Sie bildeten die Grundlage für eine Diskussion, die Baudirektor Stefan Noll in der Februarsitzung mit dem Gemeinderat Illschwang im Landhotel Weißes Ross führte.

Kreisverkehr wäre kostspielig

Das Hauptproblem liege bei der Überquerung des Autobahnzubringers. Der Idee, die Kreuzung durch einen Kreisverkehr zu entschärfen, räumte Noll kaum Chancen ein. Dafür müssten rund 800 000 Euro aufgebracht werden. Eine Nachrüstung und ein geringer Ausbau wären für etwa 150 000 Euro machbar. Fahrbahnteiler könnten die Vorfahrtssituation klarer ersichtlich machen. Die Busbuchten sah Noll als entbehrlich an. Er zeigte Verständnis für das Anliegen des Gemeinderats. Immerhin seien auf dem Autobahnzubringer werktags innerhalb von 24 Stunden an die 6000 Kraftfahrzeuge unterwegs.

Gute Sichtverhältnisse

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung sehe die Straßenverkehrsbehörde als nicht erforderlich an. Zwar habe es bei Aichazandt schwere Verkehrsunfälle gegeben, aber nicht in gehäufter Zahl. Deren Verursacher seien stets in die vorfahrtsberechtigte Staatsstraße eingefahren, obwohl an der Kreuzung gute Sichtverhältnisse herrschten. Nahende Fahrzeuge wären rechtzeitig zu erkennen gewesen.

Die Diskussion eröffnete Bürgermeister Dieter Dehling mit der Aussage, dass im Kreuzungsbereich baulich und von der Beschilderung her "etwas passieren muss, um die Gesamtsituation dort zu verbessern". Elke Pirner sah eine Geschwindigkeitsbegrenzung als einfachste Lösung. Vor allem das Tempo des Verkehrs von der Autobahn her werde oft falsch eingeschätzt. Hans Pirner sah zu schnelles Fahren als Hauptgrund für die Unfälle. Die Straßensenkungen von Aichazandt und von Haar her sollten bei einer Baumaßnahme verbessert werden.

Früher auf 80 beschränkt

Gerald Habermehl fragte sich, warum die frühere Beschränkung auf 80 Kilometer pro Stunde aufgehoben wurde. Für Henner Wasmuth sollten Tempolimits vor baulichen Veränderungen gehen. In Baden-Württemberg, wo er öfters beruflich unterwegs sei, gebe es viel mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen als in Bayern, warf Thomas Dirler ein. Gabi Pirner sah eine Einfädelspur nach rechts als sinnvoll an. Tempo 70 würde das Überqueren oder das Einfädeln in den Autobahnzubringer einfacher machen, weil leichter Lücken zu finden seien.

Umbau bis 2021 realistisch

Zustimmung erntete Hans Pirner mit seinem Wunsch, den zuständigen Behördenleiter beim Landratsamt Amberg-Sulzbach zu einer Gemeinderatssitzung einzuladen, um ihm das Thema "Beschränkung auf 70 km/h" noch einmal zu verdeutlichen. Stefan Noll wies darauf hin, dass die geplanten Baumaßnahme davon abhänge, wie schnell eine Einigung mit den Grundstücksbesitzern zu erreichen ist. Für realistisch hielt er eine Umsetzung bis 2021. Bürgermeister Dehling war es wichtig, dass vorher eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Kraft trete.

Info:

Notizen aus dem Gemeinderat Illschwang

Bauangelegenheiten

In der Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit Plänen zur Aufstockung einer landwirtschaftlichen Halle in Götzendorf sowie zum Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in der Siedlung Sandäckerweg. Er läuft nicht im Freistellungsverfahren, weil die maximale Wandhöhe wegen eines Krüppelwalmdachs von den Vorgaben abweicht. Bei der Bauvoranfrage für den Bereich einer Lagerhalle in der Gemarkung Dietersberg wurde darauf hingewiesen, dass dort keine Löschwasser- und Trinkwasserversorgung möglich ist.

Stromkonzessionsvertrag

Nach 20 Jahren läuft der Stromkonzessionsvertrag für das Gemeindegebiet Illschwang mit dem Bayernwerk 2023 aus. Der Energieversorger hatte angefragt, ob er ein neues Angebot vorbereiten könne. Die Räte stimmten zu. Bürgermeister Dehling ergänzte, dass weitere Angebote von anderen Anbietern möglich sind.

Anfragen

Bürgermeister Dieter Dehling berichtete über eine Anfrage von Karin Schwabe, die der Gemeinde eine Fördermitgliedschaft im Verein „Seelische Gesundheit im Alter“ (SEGA) nahegelegt hat. Der Beitrag belaufe sich auf 200 Euro. Zur näheren Information will der Gemeinderat ein Vorstandsmitglied in eine Sitzung einladen.

Gerald Habermehl wollte wissen, was es mit der Aufstellung von drei Laternen in Neuöd auf sich habe. Bürgermeister Dehling wies hier auf die Kostenbeteiligung von 1000 Euro für den jeweiligen Grundstücksbesitzer hin.

Feuerwehr Angfeld

Formell bestätigte der Gemeinderat die Wiederwahl von Klaus Kölbel und Benjamin Hiltl als Kommandanten.

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