03.04.2019 - 15:59 Uhr
IllschwangOberpfalz

Wenn der Nikolaus zuviel bekommt

Starkbierredner Bruder Barnabas lief zur Hochform auf, er begeisterte den Saal mit einer sehr pointierten Ansprache: Der Mönch verkörperte auch heuer wieder den absoluten Höhepunkt des Bockbierfestes des SV Illschwang.

Sie stoßen auf ein gelungenes Bockbierfest an (von links): Vorsitzender des Fördervereins Thomas Dirler, Sportheimwirtin Ulrike Heldrich, stellvertretender Vorsitzende Werner Englhard, Sulzbach-Rosenbergs Bürgermeister Michael Göth, Vorsitzender Martin Luber, Starkbierredner Bruder Barnabas und Illschwangs Bürgermeister Dieter Dehling.
von Norbert WeisProfil

Vorsitzender Martin Luber kündigte seinen Auftritt an. Zu den Klängen der Geiwagl-Musi zog Bruder Barnabas alias Hobbo Royer in das proppevolle Sportheim ein. Den Schwerpunkt seiner Rede legte er auf das lokale Geschehen. So wusste er von einer verzweifelten Suche von Starfotograf Nobby White bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr zu berichten. Am Ende der Sitzung begann er mit der Fahndung nach seiner Winterjacke, die er an einen Kleiderhaken gehängt hatte. Für den inzwischen im Ruhestand befindlichen Pädagogen sei es zu einer Odyssee geworden, die sich fast eine Viertelstunde hinzog. Wie Bruder Barnabas berichtete, habe sich Norbert W. sämtliche dort hängende Jacken zur Anprobe geschnappt. Die eine spannte etwas, die andere war zu groß oder anders in der Machart. Schließlich habe er nach einer halbwegs passenden Jacke gegriffen und sei damit in die Nacht hinausgeeilt. Beim Nachhausegehen bemerkte aber Roland H., dass seine Jacke inklusive Haustürschlüssel fehlte. So wurde der Starfotograf herausgeklingelt und musste die Jacke wieder herausrücken.

Bruder Barnabas wusste auch von Charly B. zu berichten, der offen für neue Betätigungsfelder sei. So habe er sich in letzter Zeit einen Namen als professioneller Gassigeher gemacht. Ein Hundeflüsterer, so der Redner, der sich in die Vierbeiner gut hineindenken kann. Dies würde ihn fitnessmäßig beflügeln, weil man, wenn man eine Stunde mit so einem Tier unterwegs ist, von sehr vielen Frauen angesprochen werde. Dies würde ihn anspornen, noch größere Runden zu drehen.

Ein Zeremonienzimmer

Nicht fehlen durfte in der Rede der Wechsel beim SVI von Thomas Dirler zu Martin Luber. Als neuer Hausherr feiere er mit dem Bockbierfest seine Feuertaufe. Besonders kam er auf das neue Zumba-Angebot zu sprechen, das der neue Boss auf den Weg gebracht hat. Nicht gefallen habe den Funktionären des Sportvereins, dass der ASV Schwend beim Seniorenfußball die Kooperation aufgekündigt habe. Einen möglichen Grund sah Barnabas darin, dass es die Ortschaft Schwend bei Google-Maps gar nicht als Eintrag gibt, Illschwang aber schon. Google habe Schwend buchstäblich vom Platz gestellt. In Sachen "neues Rathaus" seien sich alle im Gemeinderat sitzenden Fraktion einig gewesen. Es solle eine neue Schaltzentrale entstehen,die den Ansprüchen des Bürgermeisters und der Räte genügten. Früher hätten nur die Braut oder der Bräutigam wechselweise ins Trauungszimmer gepasst, von der Verwandtschaft ganz zu schweigen. Nach den Vorstellungen von Dieter Dehling sei ein Zeremonienzimmer angedacht, das einer kleinen Hochzeitsgesellschaft die Möglichkeit bietet, am Glück des Brautpaars teilzuhaben.

Durch den "Hopfazupfa-Film" sei die Bekanntheit Illschwangs weiter gesteigert worden, merkte Bruder Barnabas an. In Illschwang sei auch ein Bauboom ausgebrochen. Der Gemeinderat habe immer mehr Baugebiete ausgewiesen. Als Neuheit sollen sogar Single-Wohnungen entstehen. Dies könne für Florian R. gut sein, der stets von Kauerhof her in Illschwang einpendeln müsse, um hier seinen vielfältigen Beschäftigungen nachzugehen. Bruder Barnabas kam auch auf die neue Strategie des Nikolausdienstes (getränketechnisch) zu sprechen, für die Vorsitzender Toffer H. zuständig sei. Dazu gehörte ein Handzettel mit dem Hinweis, dass Nikolaus und Knecht Ruprecht bei ihrem anstrengen Dienst durchaus der Durst plage. Teils seien die beiden zu gut versorgt worden. Dies habe dazu geführt, dass bei einem Besuch ein ganz anderer Text vorgetragen wurden, als die Mutter aufgeschrieben hatte.

Ab ins Happy Rock

Das wiedereröffnete Happy Rock übe auf einige Illschwanger eine magische Anziehungskraft aus. Der Weg vom Sportheim nach Hause führe dabei über den kultigen Tanztempel. Eines Nachts lief dort Jijo - bekannt in diesen Kreisen als graue Eminenz - einem dort gerade drehenden BR-Fernsehteam in die Hände. Sie waren auf der Suche nach einem etwa gleichaltrigen Gast, der zur mit 91 Jahren ältesten Disco-Queen passte. Er ist bei weitem noch nicht so betagt, aber beim Interview sprudelten die Lobeshymnen auf die Besitzerin nur so aus ihm heraus.

Von einer besonderen Begegnung des Schmie-Hans mit der Polizei wusste Bruder Barnabas ebenfalls zu berichten.Bei Schöpfendorf hatten die Polizisten seine Verfolgung aufgenommen. Er bemerkte dies und dachte sich, es ging um die Kontrolle des Führerscheins, der bei ihm im zu Hause im Küchenbüfett lag. Deshalb ignorierte er sämtliche Haltesignale und das Blaulicht. Die Polizisten begleiteten ihn dann bis zum Haus und ließen sich den Schein zeigen.

Der Starkbierredner wusste auch von einer besonderen Begebenheit mit dem in Illschwang wohnenden Krematierer und Versenkungsrat Hermann W. zu berichten. Er wollte in seinem Garten seine gerade im Bau befindliche Wohlfühloase, damals noch eine tiefe Grube, begutachten.Er beugte sich dabei zu weit über den Rand, verlor das Gleichgewicht und fiel metertief. Er landete auf beiden Fersen, welche der Belastung nicht standhielten. Seine Frau hörte die Schreie des über den Landkreis hinaus bekannten Einäscherers und sorgte dafür, dass er aus der Tieflage befreit wurde. Kurzzeitig kam er, da er nicht auftreten konnte, für sechs Wochen in ein Sulzbacher Altenheim, wo er als Vollpflegefall behandelt wurde. Ob er sich wegen seiner zukünftigen Kundschaft dort einquartieren ließ, bleibe reine Spekulation.

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