Von Hubert Lukas
CSU
Bürgermeister Hans Walter möchte seiner ersten Amtszeit (2020 bis 2026) eine weitere folgen lassen. Dass dies auch im Sinne des Ortsverbandes ist, zeigte sich vor einigen Wochen in der Nominierungsversammlung, in der die Mitglieder dem Rathauschef einstimmig das Vertrauen aussprachen. Sollte er bei der Kommunalwahl am 8. März wieder zum Gemeindeoberhaupt gewählt werden, würde er zum 1. Mai nicht mehr als ehren-, sondern als hauptamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Kommune lenken. Der Gemeinderat hatte sich im vergangenen September für eine entsprechende Änderung ausgesprochen – dank der Mehrheit der CSU.
Walter möchte in den nächsten Jahren primär bereits begonnene Projekte wie Kinderkrippe, Bauhof, Feuerwehr, Infrastruktur, Digitalisierung und Energiefragen weiter und zu Ende führen. Auch das Thema Wohnen ist dem Ortsverband ein Anliegen. Unterstützen sollen dabei – aus Sicht der CSU – möglichst viele der weiteren elf Gemeinderatskandidaten, unter denen lediglich eine Frau ist. Aktuell haben die Christsozialen sieben Sitze (ohne Bürgermeister) im Gremium, wobei sie neben dem Gemeindeoberhaupt mit Michaela Veigl und Marco Streng auch dessen zwei Stellvertreter stellen. Im neuen Gremium nicht mehr vertreten sein werden Veigl, Hubert Mühlhofer und Robert Schraml, da sie nicht mehr auf der Liste stehen.
Freie Wählergemeinschaft
Unter anderem mit Andrea Sertl und Christoph Brand hätten die Freien Wähler durchaus Anwärter und Anwärterinnen für den Chefsessel im Rathaus in ihren Reihen gehabt. Doch die verzichteten aus einem Grund auf eine Bewerbung: Wie sie in der Nominierungsversammlung, die bereits im vergangenen November stattfand, ausführten, sprach für sie die nun künftig hauptamtliche Tätigkeit gegen eine Kandidatur – sei es aufgrund des Wunsches, den bisherigen Beruf nicht aufgeben zu wollen, oder wegen der Mehrkosten durch die Aufgabe der Ehrenamtlichkeit. Wegen Letzterem könne "ein Kandidat seine Bewerbung nicht mit gutem Gewissen vertreten", erklärte dazu FW-Vorsitzender Markus Kaufmann.
Für eine sachorientierte Kommunalpolitik – wie es in der Versammlung hieß – wollen sich auf der Bewerberliste für den Gemeinderat drei Frauen und neun Männer einsetzen, wobei von den bisher fünf FW-Räten Walter Zimmermann, Brand und Markus Kaufmann den Wiedereinzug anstreben, während Gerhard Dobmeier nicht mehr kandidiert und Dominik Kugler, der Bürgermeisterkandidat von 2020, über die Liste der neuen Wählergruppe „Gemeinsam für Kastl“ einen Sitz ergattern möchte.
„Gemeinsam für Kastl“
Erst Anfang Dezember hat sich auf Initiative von Dominik Kugler, noch amtierender Gemeinderat der Freien Wähler, die neue Wählergruppe formiert und neben zwölf Gemeinderatsanwärtern auch gleich einen Bürgermeisterkandidaten präsentiert. Diesen Schritt begründete er damals mit der Änderung des Wahlsystems in Bayern, das nun nur noch 12 statt 24 Gemeinderatskandidaten für die zwölf -plätze vorsieht. Auch sei es eine Reaktion auf die CSU-Pläne, mit einer zweiten Liste antreten zu wollen, erklärte Kugler damals.
Mit Stefan Reichel als Konkurrenten für den bisherigen Amtsinhaber verspricht sich die Gruppierung eine "neue Dynamik" in der Kommunalwahl, war in der Nominierungsversammlung ebenfalls zu hören. Man setze auf Vielfalt und zeitgemäße Kommunalpolitik mit einem hohen Frauenanteil. Dieser spiegelt sich in der Bewerberliste für den Gemeinderat wider. Von den zwölf Kandidaten tragen fünf einen weiblichen Vornamen. Schwerpunkte setzt die Gruppierung unter anderem bei den Kinderbetreuungszeiten, der finanziellen Sicherheit der Kommune sowie im Bereich Ökologie und Umwelt. Auch möchte sie mehr Transparenz bei der Arbeit des Gemeinderats und des Bürgermeisters, eine stärkere Bürgerbeteiligung und zentrale gemeinschaftsfördernde Strukturen schaffen..
„Aktiv Zukunft gestalten“
Die zweite neue Gruppierung, "Aktiv Zukunft gestalten", hat Stephan Minnich initiiert. Als Grund führte auch er in der Nominierungsversammlung die Reform des bayerischen Wahlrechts mit der Halbierung der Zahl der Kandidaten an. Allerdings wollten in Kastl "viele mitgestalten", daher wolle die Wählergemeinschaft niemanden davon ausschließen. Sie sei keine Konkurrenz zu bestehenden Gruppierungen, sondern "Ausdruck davon, dass Kastl gewachsen ist – nicht nur in Zahlen, sondern in Engagement und Vielfalt". Minnich bezeichnete den unter Hans Walter eingeschlagenen Weg der Gemeinde als erfolgreich. Exemplarisch nannte er hier Kinderkrippe, Straßenbau, Digitalisierung, Vereine, Feuerwehr, Kultur sowie die Bautätigkeiten in den vergangenen sechs Jahren.
Für den Gemeinderat schickt "Aktiv Zukunft gestalten" zwölf Bewerber ins Rennen. Die Liste führt Stephan Minnich an. Ihm folgen darauf ausschließlich Männer, die – wie der Initiator – zu einem großen Teil Neubürger sind. Es finden sich mit Florian Kastner, Gerhard Veigl, Christoph Baumann und Andreas Merkl zudem Namen, die vor sechs Jahren noch für die CSU angetreten waren.





























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