28.05.2021 - 11:35 Uhr
KemnathOberpfalz

Friedhofskirche Kemnath soll zur "einladenden Visitenkarte" werden

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Die Restaurierung der Friedhofskirche in Kemnath geht in die nächste Runde. Dabei wird sich das Aussehen der Kirche sichtbar verändern.

Die Kemnather Friedhofskirche St. Maria Magdalena wird restauriert.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Wer von Westen Richtung Stadtplatz unterwegs ist, dem fällt derzeit die mit blauem Gerüstschutznetz umhüllte Friedhofskirche auf. Die 2013 begonnene Restaurierung geht in den nächsten Bauabschnitt. Dabei wird es sichtbare Änderungen an der Fassade geben. "Im Herbst sollen die Arbeiten an der Friedhofskirche abgeschlossen sein", sagt Stadtpfarrer Thomas Kraus.

Neben neuem Putz, Fenstern und Simsen, müssen sich die Kirchenmaler auch um die, an der Außenfassade angebrachten, Grabtafeln – Epitaphe genannt – kümmern. Bereits jetzt steht fest, dass nicht alle Epitaphe restauriert werden können. Die Inschriften auf den Gedenktafeln aus Sandstein sind nicht mehr zu erkennen. "Eine Tafel wurde aus Sicherheitsgründen abgenommen", ergänzt Kirchenpfleger Reinhard Herr. Die Tafel soll aufbereitet und später an alter Stelle wieder eingesetzt werden.

Zurück zum Ursprung

Das Aussehen der Friedhofskirche wird sich nach der Restaurierung merklich verändern. "Wir wollen zurück zum Ursprungszustand", erklärt Kraus. So wie es wohl bei der Erbauung der Kirche war, werden die Ecksteine, sowie die Steingesimse rund um die Fenster und Türen freigelegt. Auch von der weißen Fassade werde man sich verabschieden. "Die Kirche soll lebendig wirken und zu einer einladenden Visitenkarte werden", sagt Herr. Schließlich sei die Kirche das erste historische Gebäude, wenn man von Westen in die Stadt kommt. "Es soll einladend und nicht heruntergekommen wirken." Optisch soll sich auch die ehemalige Leichenhalle an die Kirche St. Magdalena anpassen, damit ein "einheitliches Bild entsteht". "Für das 1941 erbaute Leichenhaus ist die Stadt Kemnath zuständig", erklärt Herr, der als Geschäftsstellenleiter bei der Verwaltungsgemeinschaft Kemnath tätig ist. Für die Renovierungsarbeiten des denkmalgeschützten Gebäudes wurde Kirchenmaler Rudolf Eis aus Lappersdorf beauftragt. Koordiniert und begleitet werden die Arbeiten vom Architekturbüro Rembeck und Partner aus Erbendorf.

"Es ist ein Kraftakt, aber auch unsere Verantwortung, diesen wohl in der Oberpfalz einzigartigen Sakralbau zu erhalten."

Stadtpfarrer Thomas Kraus.

Stadtpfarrer Thomas Kraus.

378.000 Euro sind für die Außensanierung der Friedhofskirche veranschlagt. "Es ist ein Kraftakt, aber auch unsere Verantwortung, diesen wohl in der Oberpfalz einzigartigen Sakralbau zu erhalten", so Kraus. Dankbar ist er für die zahlreichen privaten Spenden, die seit Jahren für diese Maßnahme eingehen. Auch die Stadt Kemnath beteiligt sich im Rahmen der Förderrichtlinien an dem Projekt. Zuschüsse kommen zudem von der Bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk Oberpfalz und von der Diözese Regensburg.

Bemalte Holzdecke eine Seltenheit

"Nach Aussage der Denkmalschutzbehörde sei ein Gotteshaus wie dieses nur noch selten in der Oberpfalz zu finden", berichtet Kraus. Das liegt vor allem an der bunt bemalten Holzdecke, die es nur noch selten zu sehen gibt. "Viele dieser Holzdecken wurden im Laufe der Jahrhunderte abgerissen oder überputzt", so Kraus. Mit der Einführung der lutherischen Lehre im Jahr 1558, wurde der Bürgerfriedhof neben der Stadtpfarrkirche an seinen heutigen Standort verlegt. Gebaut wurde der nachgotische Saalbau als calvinistische Kirche zwischen 1604 und 1606. Auf der Südseite haben sich die Erbauer der Kirche verewigt. Gabriel Vischer – 1609 Bürgermeister der Stadt Kemnath – und Maurermeister Sebald Seitz. Im Jahr 1626 übernahmen die Katholiken bei der Gegenreformation die Kirche.

"Die Kirche soll lebendig wirken und zu einer einladenden Visitenkarte werden."

Kirchenpfleger Reinhard Herr

Kirchenpfleger Reinhard Herr

Zur Innenausstattung gehört auch ein barocker Altar der wohl aus säkularisierten Grabenkapelle – dem heutigen Gesellenhaus und Vereinsheim der Kolpingsfamilie – stammt. Instandsetzungsarbeiten und Neuerungen gab es bereits in den vergangenen Jahrzehnten. So werden seit 50 Jahren die beiden Glocken elektrisch geläutet. Die 51 und 70 Kilo schweren Glocken stammten aus dem Jahr 1950 und wurden von Glockengießer Johannes Hahn aus Landshut gegossen. Die Kirchenfassade wurde zuletzt 1976 erneuert. "Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Turmreiter neu mit Kupfer eingedeckt", blickt Kraus zurück.

Bessere Optik für ehemaliges Kemnather Leichenhaus

Kemnath
Ein Epitaph – Gedenktafel mit Inschrift für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand – wurde aus Sicherheitsgründen abgenommen. Die Tafel wird aufbereitet und später wieder eingesetzt.
Bei der Außensanierung soll der Putz, Gesimse, Türen, Fenster und die Epitaphe saniert und restauriert werden.
Bei der Außensanierung soll der Putz, die Gesimse, Türen, Fenster und die Epitaphe saniert und restauriert werden.

 

 

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