17.01.2021 - 10:39 Uhr
KemnathOberpfalz

In Kemnath lässt sich ohne Geldsorgen viel bewegen

Langweilig dürfte es dem Kemnather Bürgermeister Roman Schäffler 2021 nicht werden: Vieles ist der „Pipeline“, große Projekte werden angegriffen und – das Beruhigende - er muss sich keine Sorgen um die finanzielle Situation machen.

Hier soll der interkommunale Sport- und Freizeitpark entstehen – in unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Realschule.
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Nach aktuellem Stand wird es keinen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen geben", so Schäffler im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Zur Erinnerung: Dank des niedrigen Hebesatzes der Gewerbesteuer von 230 v.H. und der Ansiedlung steuerpotenter Unternehmen lagen die Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2020 gemäß Haushaltsplan bei knapp 100 Millionen Euro - perspektivisch gesehen werden es im Jahr 2021 eher mehr als weniger.

Viele Projekte, die im laufenden Jahr anstehen, sind offensichtlich, manche Planungen dafür laufen schon seit geraumer Zeit. Da sind zum Beispiel der Umbau und die Sanierung des "Lenz-Bräu" zum interkulturellen Familien- und Bürgerhaus in der Trautenbergstraße. Breiten Platz werden darin das Familienzentrum Mittendrin sowie die Stadtbücherei mit den entsprechend großzügigen Räumlichkeiten einnehmen. Vorgesehen ist darüber hinaus ein Vortragssaal inklusive Bühne. "Ziel ist, dass der Rückbau am Areal in diesem Jahr abgeschlossen wird", so Schäffler.

Gespräche mit Investoren

Konkret vorwärts soll es in diesem Jahr auch auf dem Brauhaus-Gelände gehen, nachdem sich nun seit vielen Jahren des Überlegens, Planens und Verwerfens eine realisierbare Gestaltung aufgetan hat. "Die ersten Investorengespräche wurden schon geführt, ich hoffe auch, dass bis zum Frühjahr das Gestaltungshandbuch für das Areal fertiggestellt ist", so Schäffler. Gespräche mit weiteren potenziellen Investoren würden noch folgen, zeigt sich der Bürgermeister optimistisch. "Meine Idealvorstellung wäre natürlich, dass es letztlich drei Konzepte gibt und wir suchen dann das Beste aus", sagt der Bürgermeister. Aber natürlich könnten es auch mehrere Investoren sein, das sei kein Problem und da sei man als Kommune erst einmal offen. Wichtig sei, dass das Investorenkonzept auch mit dem städtebaulichen Entwicklungskonzept der Kommune im Einklang stehe.

Boulderwand und Spielplatz

In die Planungen am Brauhaus-Areal ist bekanntlich auch das aktuelle Gelände des SVSW mit einbezogen, eine Verlegung ist also dringend geboten. Und hier hat die Kommune ganz Großes vor - nämlich die Entwicklung und den Bau eines Interkommunalen Sport- und Freizeitparks in unmittelbarer Nähe zum geplanten Neubau der Realschule. Hierfür soll die jetzige Schulsportanlage deutlich erweitert werden, der Bürgermeister nennt unter anderem Pump Track Strecke, Boulderwand, Erlebnisspielplatz, Pétanque-Feld, Fitnessparcours, ein Kunstrasen-Spielfeld und ein neues Funktionsgebäude mit einer Gymnastikhalle und Umkleiden.

"Der Tennisverein kann sich auch vorstellen, dass die Tennisplätze auf das Areal verlegt werden", so Schäffler. Interkommunal bedeutet bei dem Projekt, dass auch umliegende Kommunen und deren Sportvereine bei einer künftigen Nutzung ins Boot geholt werden. Entsprechende Gespräche mit Kastl, Kulmain, Immenreuth und Waldeck habe es bereits gegeben. Die Finanzierung des Projekts, stellt der Kemnather Bürgermeister klar, sei natürlich Aufgabe der Stadt. "Das kann aber natürlich nur mit vernünftiger Förderung realisiert werden", so Schäffler über das Sechs-Millionen-Euro-Projekt. Im Stadtrat sei das Projekt in nichtöffentlicher Sitzung schon besprochen worden, ein entsprechender Förderantrag bei der Regierung ist bereits eingereicht worden. Der Bürgermeister hofft, im Laufe der nächsten Monate eine Förderzusage zu bekommen und eine Realisierung bis Ende 2023 hinzubekommen. "Bei der ganzen Geschichte käme auch keine Sparte zu kurz, der SVSW würde noch weiter zusammenwachsen", betont Schäffler.

„Meine Idealvorstellung wäre natürlich, dass es letztlich drei Konzepte gibt und wir suchen dann das Beste aus.“

Bürgermeister Roman Schäffler hinsichtlich des Brauhaus-Geländes

Die ambitionierten Projekte der Kommune sind damit allerdings noch nicht erschöpft: Eine Mammutaufgabe wird auch der geplante Neubau des Feuerwehrhauses in Kemnath, der zumindest in diesem Jahr beginnen soll. Über neun Millionen Euro sollen in die Neugestaltung des Areals fließen, fördertechnisch erhofft sich die Kommune 1,2 Millionen Euro an Zuschüssen.

Lieber kleinere Unternehmen

Anpacken will Schäffler auch die Erschließungsplanung für das um 16 Hektar erweiterte Gewerbegebiet. "Es gibt bereits einige lose Anfragen von Unternehmen", so Schäffler. Sein Wunsch wäre es, kleineren Unternehmen in dem Gebiet eine neue Heimat zu geben. "Es ist nicht unser Ziel, die Fläche komplett an einen Interessierten zu verkaufen", betont der Bürgermeister. Er ist sich auch bewusst, dass gerade beim Thema Wohngebiete und Bauplätze Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen: Das gilt für das Baugebiet Kreuzwiese an der Berndorfer Straße genauso wie für den nächsten Bauabschnitt des Baugebiets Lohäcker. "Auf der Agenda haben wir hier aber auch Waldeck, Neusteinreuth und Oberndorf", so der Bürgermeister.

Das Brauhausareal war wiederholt Gegenstand von Stadtratssitzungen

Kemnath

Roman Schäffler weiß, dass natürlich noch eine weitere große Aufgabe 2021 ansteht - die Bewältigung der Corona-Krise in Verbindung mit dem Wiederankurbeln des bürgerschaftlichen Engagements und des Vereinslebens in der Kommune. Er ist zuversichtlich, auch im Jahr 2021 wieder auf zwei feste Pfeiler setzen zu können, die den ihm den Start ins Bürgermeisteramt erleichtert haben: Zum einen auf eine Stadtverwaltung mit engagierten Mitarbeitern und zum anderen auf ein Stadtratsgremium, in dem eine große Einigkeit herrscht. "Aber ich persönlich werde sicherlich auch heuer wieder viel dazulernen", so Schäffler.

Im laufenden Jahr soll der notwendige Rückbau am Lenz-Bräu abgeschlossen werden.
Bürgermeister Roman Schäffler hat 2021 keinen Mangel an Projekten - und das Geld dafür fehlt ihm auch nicht.
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