17.02.2020 - 18:44 Uhr
KemnathOberpfalz

Zwei Moderatoren mit CSU-Parteibuch

Mit Spannung erwarten viele Bürger die Podiumsdiskussion der Tirschenreuther Landratskandidaten am Dienstag, 18. Februar, in der Mehrzweckhalle in Kemnath. Unter besonderer Beobachtung stehen dabei auch die Moderatoren des Abends.

Jürgen Preisinger (link) und Andreas Malzer moderieren die Veranstaltung.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Roland Grillmeier (CSU) Ely Eibisch (FW), Thomas Döhler (SPD) und Anna Toman (Bündnis 90/Die Grünen) stellen sich bei einer Veranstaltung des Kreisjugendrings einem Podiumsgespräch. Die beiden Vorsitzenden des Kreisjugendrings, Jürgen Preisinger aus Schönkirch und Andreas Malzer aus Konnersreuth, "löchern" die Bewerber. Pikant dabei: Preisinger und Malzer sind beide aktive Mitglieder der CSU und kandidieren selbst bei den Kommunalwahlen für ihre Partei beziehungsweise eine CSU-nahe Liste.

Preisinger möchte über die Liste Zukunft Landkreis Tirschenreuth in den Kreistag einziehen. Malzer will für die CSU den Sprung schaffen und ist zudem Bürgermeisterkandidat seiner Partei in Konnersreuth. Der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Preisinger, kann nicht verstehen, dass diese Konstellation einigen sauer aufstößt. "Da es unsere Veranstaltung ist, war es von Anfang an klar, dass der Kreisjugendring sie auch selbst moderieren wird." Er werde sich ebenso wie sein Stellvertreter natürlich absolut neutral verhalten. "Jeder wird von uns genauso respektvoll behandelt, und wir werden auch keinen bevorzugen." Zudem solle es kein Streitgespräch geben, sondern man wolle nur die Meinungen und Ansichten der Kandidaten abfragen. Preisinger: "Man muss deswegen also wirklich kein Fass aufmachen."

Preisinger weist zudem darauf hin, dass die Moderation durch ihn und Malzer vom gesamten Vorstand des Kreisjugendrings gedeckt werde. "Wir haben das einstimmig so beschlossen, weil wir die Kontrolle nicht aus der Hand geben wollten. Zudem habe er vor sechs Jahren schon eine Podiumsdiskussion mit den Landräten mitmoderiert, ohne dass von irgendeiner Seite Kritik aufgekommen sei.

SPD-Landratskandidat Thomas Döhler sieht dies etwas anders. Ihm sei die ungewöhnliche Konstellation erst so richtig bei der zweiten Einladung vor ein paar Tagen bewusst geworden. Preisinger hält er noch für tragbar, da er ja nur auf einer Liste kandidiere. Aber ein Moderator, der gleichzeitig als Kandidat für eine der auf dem Podium vertretenen Parteien ein Bürgermeisteramt anstrebe, "sollte nicht mit da oben stehen", findet er. "Da sollte man schon eine gewisse Distanz beweisen." Dagegen protestiert hat er aber nicht. Er überlasse es dem Bürger, diese Entscheidung zu beurteilen.

Der Freie Wähler Ely Eibisch hat von der Co-Moderation durch Malzer nach eigenen Angaben ebenfalls erst vor einigen Tagen erfahren. "Ich habe eigentlich gedacht, dass Jürgen Preisinger das alleine macht." Sein Kreisvorstand habe daraufhin das Thema diskutiert und beschlossen, nicht zu intervenieren. Er habe aber Herrn Preisinger ausdrücklich um eine faire Leitung gebeten, erläutert Eibisch. "Sollte das nicht der Fall sein, werde ich reagieren. Das wäre dann aber wohl ein Eigentor für die CSU."

Roland Grillmeier (CSU) möchte die Sache ebenfalls nicht überbewerten. Er geht davon aus, dass der Kreisjugendring als überparteiliche Einrichtung diese Veranstaltung "fair wie immer" über die Bühne bringen wird. Zudem seien die vier Kandidaten frühzeitig über die Moderation informiert worden und hätten also die Möglichkeit gehabt, Bedenken anzumelden. Und in den Kreisjugendring könne sich schließlich jeder einbringen.

Die Grüne Anna Toman geht davon aus, dass sich die Vertreter des Kreisjugendrings durchaus bewusst sind, in welcher Funktion sie da oben sind. "Natürlich wäre eine etwas andere Besetzung wünschenswert gewesen, aber ich habe auch kein Problem mit der jetzigen Situation." Mehr Handlungsbedarf sähe sie beim Format der Veranstaltung. Wenn man, wie der Kreisjugendring, Erstwähler und andere junge Leute erreichen wolle, dann wäre ein interaktives Format besser gewesen, findet sie.

Welche Fragen die Kandidaten beantworten müssen, will Preisinger im Vorfeld nicht verraten. Auf jeden Fall würden natürlich die klassischen Themenbereiche Jugendarbeit, Ehrenamt und Klimaschutz einen Schwerpunkt bilden. Los geht es um 19 Uhr. Für Interessiert ist auch "Der mim Board" als Zubringer unterwegs. Darum hat sich der CSU-Nachwuchs gekümmert. Hintergrund

Vorbericht zur Diskussion der Landratskandidaten

Tirschenreuth
Hintergrund:

Die Podiumsdiskussion der Landratskandidaten in der Mehrzweckhalle in Kemnath am Dienstag, 18. Februar, ist ein Höhepunkt im Kommunalwahlkampf. Um auch Gästen aus dem östlichen Landkreis eine Teilnahme zu ermöglichen, hat der Kreisverband der Jungen Union (JU) eine Buslinie organisiert. „Der mim Board“ fährt Stationen von Waldsassen bis Kemnath an. Er hält in Waldsassen (Busbahnhof, 17.35 Uhr), Mitterteich (Oberer Markt, 17.45 Uhr und Metzgerei Amft, 17.47 Uhr), Wiesau (Bahnhof, 17.55 Uhr), Falkenberg (Kirche, 18.03 Uhr), Erbendorf (Kriegerdenkmal, 18.15 Uhr) und kommt um 18.30 Uhr in Kemnath an. Die Rückfahrt beginnt gegen 21.45 Uhr. Eine einfache Fahrt kostet, wie immer bei „Der mim Board“ zwei Euro. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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