Bahn prägt das Leben

Ein Naturbursche, ein Eisenbahner und Brieftauberer zu sein, war sein Leben. Groß war die Zahl der Freunde, Nachbarn und Bekannten, die Heinz Pietsch zu seinem 90. Geburtstag gratulierten.

Heinz Pietsch (sitzend) im Kreise seiner Familie und engsten Freunde Adelgunde, Otto und Franz Barth, Markus Krantz, Matthias, Jutta und Thomas Fuchs, Heinz und Holger Kunnert (hintern von links), Anna und Renate Fuchs, Sandra Koppitz, Isolde, Luca und Steffi Kunnert (vorne von links). Mit ihnen feiert der Jubilar den „Runden“ im Landgasthof Imhof.
von Autor HAIProfil

59 Jahre ist Heinz Pietsch Mitglied in der Eisenbahnerkameradschaft, 40 Jahre im Brieftaubenverein – und damit dessen ältestes Mitglied. Daher statteten die Vorstandsriegen um Adolf Pinzer, Hans Stock und Alfred Höcht sowie Heinz Daschner und Josef Dötsch dem Jubilar einen Besuch ab. Bürgermeister Manfred Porsch überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde.

Pietsch ist Vater einer Tochter, zweifacher Groß- und dreifacher Urgroßvater. Bei Tochter Isolde und Schwiegersohn Heinz Kunnert in Kirchenlaibach wohnen die vier Generationen seit Weihnachten 1979 unter einem Dach. Auch die familiären Bande zum Elternhaus seiner Frau zu pflegen, war ihm immer wichtig. Auch half er auf dem Vollerwerbs- und späteren landwirtschaftlichen Nebenerwerbshofs seines Schwiegersohnes mit. "Er war sich für keine Arbeit zu schade, war ständig am Werkeln und du konntest alles von ihm haben", lobt Steffi Kunnert.

Geboren wurde der Jubilar am 7. Februar 1929 im schlesischen Ottendorf bei Breslau, Kreis Sprottau, als älterer von zwei Brüdern des Ehepaars Erich und Gertrud Pietsch. Hier besuchte er die Schule, bevor er mit 14 Jahren bei der Bahn als Auszubildender begann. 45 Jahre - bis zum Ruhestand 1988 - stand er beim Bauzug im Eisenbahnbau und später als Zugführer in deren Dienst.

Im Januar 1945 floh er von Ottendorf mit Mutter Gertrud, Bruder Manfred und seiner Großmutter, die auf der Flucht starb, zunächst nach Immenreuth. Vater Erich war in den Krieg eingerückt. Über zehn Jahre wohnte die Familie dort in einem Zimmer im Bahnhaus. Unter der Woche war Pietsch im Bauzug im Einsatz oder fuhr Militärzüge. Bei einer seiner vielen Stationen, im oberfränkischen Kirchenlamitz, lernte er seine große Liebe Anneliese Reichel kennen. Sie führte er 1950 vor den Traualtar. 1951 schenkte das Paar Tochter Isolde das Leben. Mussten alle anderen Familienmitglieder wegen der Arbeit in die nordrhein-westfälische Großstadt Essen ziehen, konnte Pietsch mit Frau und Tochter 1955 nach Kirchenlaibach umziehen. In den Bahnhäusern am Böhmhügel bezogen sie eine Dachwohnung. "Das war der Himmel nach zehn Jahren in einem Zimmer im Bahnhaus", erzählt Tochter Isolde. Nach einem weiteren Umzug zog der Jubilar mit seiner Familie zu Schwiegersohn Heinz.

Neben den Tauben waren Blumen und Gemüse im Garten am Haus und in der Point sein Hobby. Noch immer möchte er soviel wie möglich selbst machen, so die wöchentlichen Einkäufe mit Tochter Isolde. Er liebt Spaziergänge. Und als FC-Bayern-Fan sitzt er bei jeder Gelegenheit auch gerne vor dem Fernseher.

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