Gemeinde geprägt

Heinz Semba aus Kirchenlaibach wird am Mittwoch beerdigt. Er hat sich neben der Soldatenkameradschaft auch in vielen anderen Bereichen engagiert.

Heinz Semba.
von Autor HAIProfil

Wenn Heinz Semba (74) am heutigen Mittwoch zu Grabe getragen wird, werden viele Kirchenlaibacher und viele Vereinsmitglieder von einem der engagiertesten Vereinsfunktionäre der letzten 50 Jahre Abschied nehmen. Semba, der am 31. Oktober 75 Jahre alt geworden wäre, hat, wie nur ganz wenige seinesgleichen, die Geschicke in Speichersdorf und vor allem im Ortsteil Kirchenlaibach über fünf Jahrzehnte mitbestimmt und geprägt.

2013 wurde ihm für seine Verdienste im Ehrenamt das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten durch Landrat Hermann Hübner überreicht.

"Solche Männer üben ihre Ehrenämter zuverlässig und ausdauernd aus, sind immer hilfsbereit und wirken weit und nachhaltig über ihr Privatleben hinaus in die Gesellschaft hinein", so seinerzeit der Landkreischef in seiner Laudatio über das ungewöhnliche Engagement des Kirchenlaibacher Urgesteins Heinz Semba. Seit 1969 war Semba kommunalpolitisch aktiv. Er trat der CSU bei und hob den CSU-Ortsverband Kirchenlaibach mit aus der Taufe. In der Vorstandschaft fungierte er jahrelang als Schriftführer und Beisitzer. In der CSU-Jahreshauptversammlung wäre Semba für 50 Jahre CSU-Mitgliedschaft geehrt worden.

1974 trat er in den TSV-Kirchenlaibach ein und war in der Schachabteilung aktiv. Er gehört der Katholischen Arbeitnehmerbewegung an, als deren Kassenprüfer er fungierte. Seit 25 Jahren ist er beim Siedlerbund. 1997 hatte er für über 15 Jahre die Leitung des Literaturkreises an der Volkshochschule übernommen. Semba selbst war gefragter Autor von Kurzgeschichten, die er bei verschiedensten Anlässen vortrug. Für den Kirchenlaibacher Adventsmarkt hatte er eigens die Weihnachtsgeschichte "Das erfundene Christkind" geschrieben.

Sein Leben stellte er aber insbesondere in den Dienst des Deutschen und Bayerischen Soldatentums. 1964 war er zur Bundeswehr als Wehrpflichtiger eingezogen worden und hatte sich schrittweise für zwölf Jahre als Soldat auf Zeit verpflichtet. 1983 war er in den Kirchenlaibacher Soldaten- und Kriegerverein eingetreten und sofort in die Vorstandschaft gewählt worden.

Seit Januar 1988 stand er für 24 Jahre an seiner Spitze. Regional im BSB war Semba seit 1989 in der Kreisvorstandschaft aktiv. "Pflichterfüllung bis zur Selbstaufgabe" sei das Markenzeichen seines Vaters gewesen, so Sohn Thomas Semba. Und macht das mit einer Anekdote deutlich. Obwohl die Frau des Jubilars am Vorabend des Volkstrauertages 1997 ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und jeder andere tags darauf ans Krankenbett seiner Frau geeilt wäre, habe Heinz Semba seinen Posten nicht verlassen und allen voran den Volkstrauertag und dem Ehrengedenken am Mahnmal den Vorzug gegeben. 24 Jahren hatte sich Heinz Semba als Vorsitzender des Soldaten- und Kriegervereins und nach eigener Einschätzung „erster Diener“ des Vereins unermüdlich für die Belange der Kameradschaft eingesetzt. Die Kameradschaften, so sein Credo, müssen zum einen kritisch und als Mahner die Speerspitze gegen das Vergessen des Leidens der Weltkriege sein und die Lanze für die Bundeswehr hochhalten. Zum anderen angesichts der bedrohlichen Krisen auch vor der Haustür Europas für ein Bewusstsein in der Gesellschaft kämpfen, dass Frieden, Freiheit und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern dass darum Tag für Tag gerungen werden muss.

Stets war Semba bestrebt, jüngere Kameraden für den Verein zu gewinnen und so den Fortbestand der Kameradschaft zu sichern. In seiner Amtszeit wurde der Verein eine tragende Säule des Gemeindelebens. Ein freundschaftliches Verhältnis zur Feuerwehr war für ihn oberstes Gebot. Seinem Bemühen war es zu verdanken, dass das Maibaumaufstellen und Dorffest stets die Kooperation mit den anderen Ortsvereinen durchgeführt wurde. Semba war Motor und Mentor neuer Ideen wie zum Beispiel des überregional bekannten Kirchenlaibacher-Crosslaufs. Dank der Zusammenarbeit mit allen Kameradschaftsvorsitzenden in Speichersdorf konnte 2009 die Landesversammlung des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V. in Speichersdorf stattfinden. Der Bayerische Soldatenbund hat Heinz Semba 2012 für sein Lebenswerk und seine Verdienste um das Bayerische Soldatenbundes mit dem Großkreuz des Soldatenbundes als 358. Inhaber ausgezeichnet. Bei einem Privatbesuch durch den Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V.

mit seinen 1200 angeschlossenen Kameradschaften, Oberst a.D. Richard Drexl,

2015 würdigte dieser die Vorreiterrolle und das vorbildliche Engagement Sembas. „Ich danke Ihnen für Ihre Lebensleistung namens des Bayerischen Soldatenbundes und seiner Mitglieder“, hatte er zum Abschied gesagt. Die Kirchenlaibacher Kameradschaft würdigte ihren höchstdekorierten Kameraden mit der einstimmigen Ernennung zum Ehrenvorsitzender. Nicht von ungefähr wurde er von Kameraden "Herr Präsident" genannt. 1944 in Bayreuth geboren und zur Schule gegangen begann Semba 1958 eine Lehre als Elektro-lnstallateur. Nach der Gesellenprüfung 1961 arbeitete er bei verschiedenen Arbeitgebern. Nach seiner Bundeswehrzeit war er von 1974 bis zu seiner Pension Beamter des mittleren Dienstes bei der Landesversicherungsanstalt in Bayreuth. 1966 heiratete er Renate Dederl in der Dreifaltigkeitskirche zu Kirchenlaibach, die er ebenso hinterlässt wie die beiden Söhne Thomas und Peter mit ihren Familien.

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