11.08.2020 - 14:58 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

So wird Sassenreuth fit für die Zukunft

"Sassenreuth hat das verdient", sagt Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Gemeint ist die Dorferneuerung in der ehemals selbstständigen Gemeinde. Marktgemeinde und Teilnehmergemeinschaft nehmen dafür fast eine halbe Million Euro in die Hand.

"Unser Dorf soll schöner werden", heißt es nun auch in Sassenreuth. Die Marktgemeinde Kirchenthumbach und die Teilnehmergemeinschaft, vertreten durch das Amt für Ländliche Entwicklung, investieren fast eine halbe Million Euro in die Verbesserung der Lebensqualität in der Ortschaft.
von Robert DotzauerProfil

Vitale Dörfer sind das Rückgrat des ländlichen Raumes. Die Ortschaften fit für die Zukunft zu machen, ist das Ziel des Dorferneuerungsprogrammes. Mit Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung sollen die Lebensverhältnisse in den Dörfern gestärkt werden.

Handlungsbedarf besteht auch für den Ortsteil Sassenreuth, darin sind sich Bürgermeister und Marktgemeinderat einig. Es handele sich um den letzten Baustein der Gesamt-Dorferneuerung, erklärte Bürgermeister Jürgen Kürzinger in der Sitzung des Gremiums. Zwei Vereinbarungen zwischen Kommune und Teilnehmergemeinschaft, vertreten durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), machen nun den Weg frei für das Dorferneuerungsprojekt Sassenreuth.

Ziel des für Sassenreuther Verhältnisse großen Projekts ist es, das Vereins- und Gemeindeleben in der Ortschaft zu stärken sowie den sozialen Zusammenhalt und die Dorfkultur zu fördern. Der Maßnahmenkatalog ist vielfältig. So tritt die Teilnehmergemeinschaft – und mit ihr das ALE als staatliche Fachbehörde – als Projektträger für die Erneuerung des Dorfplatzes auf. Die Kosten schätzt das Amt auf circa 233.000 Euro. Auch das Umfeld des Feuerwehrhauses soll saniert werden. Hierfür sind Kosten in Höhe von 103.000 Euro veranschlagt.

Den Dorfmittelpunkt soll zudem ein Dorfbrunnen aufwerten. Dafür sind 14.000 Euro einkalkuliert. Als anteilige Nebenkosten – zum Beispiel für Rechnungswesen, Planung, Bauoberleitung und Bauüberwachung – ermittelte das Amt für Ländliche Entwicklung 20.000 Euro. Dieser Betrag ist nicht förderfähig. Als Baulastträger rechnet die Teilnehmergemeinschaft mit Gesamtkosten von ungefähr 370.000 Euro. Bei 70 Prozent staatlicher Förderung kommt auf die Marktgemeinde ein Eigenanteil von rund 125.000 Euro zu.

Eine zweite Vereinbarung handelt vom Bau gemeinschaftlicher und öffentlicher Einrichtungen mit Kostenbeteiligung der Teilnehmergemeinschaft. So ist für die Errichtung einer Mehrzweckhalle die Marktgemeinde Maßnahmenträger. Für die auf etwa 70.000 Euro veranschlagte Gemeinschaftshalle rechnet Kirchenthumbach mit einer staatlichen Kostenbeteiligung von 50 Prozent. Einschließlich einer Sonderförderung und eines Zuschusses aus dem Programm für Integrierte Ländliche Entwicklung kann die Kommune ebenfalls mit einer 70-Prozent-Förderung rechnen.

Zur Steigerung der Attraktivität der Ortschaft und zur Rückbesinnung auf gemeinschaftliches Denken und Handeln soll auch der Bau eines Brotbackofens beitragen: „Ein Gewinn für den Ort und die Menschen“ , wie Bürgermeister Jürgen Kürzinger im Marktgemeinderat anmerkte. Die Planer kalkulieren mit Kosten in Höhe von circa 35.000 Euro. Staatlich gefördert wird das Gemeinschaftsprojekt ebenfalls mit 70 Prozent.

Die Vereinbarung zwischen Kommune, Teilnehmergemeinschaft und Dorferneuerungsbehörde beinhaltet zudem die Anerkennung von Eigenleistungen von Gemeindebürgern und Vereinsmitgliedern. Bürgermeister und Marktgemeinderäte setzen deshalb auf bürgerschaftliches Engagement und die Aktivierung von Eigenkräften: „Freiwillige unentgeltliche Arbeiten und Leistungen können den anteiligen Kosten des Maßnahmenträgers zugerechnet werden“, so die offizielle Formulierung. Die freiwilligen Arbeiten sind folglich mit dem vom Ministerium anerkannten Sätzen zuwendungsfähig. Einstimmig billigte der Marktgemeinderat beide Vereinbarungen.

Als Jugendbeauftragte gab Tanja Groß einen Zwischenbericht zum Kinderferienprogramm und lud alle Kinder und Jugendlichen ein, auch an den weiteren Veranstaltungen teilzunehmen. Die Marktgemeinderätin lobte in diesem Zusammenhang die gemeindeübergreifende Organisation innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft. Daraus ergebe sich ein deutlich größeres und attraktiveres Programmangebot.

Den Informationsteil nutzte Bürgermeister Jürgen Kürzinger zu einer Einladung an die Bevölkerung, im Vorfeld des Bürgerentscheids die Räumlichkeiten des Elisabethenheimes und der Volksschule zu besichtigen. Rundgänge sind am Samstag, 29. August, und am Sonntag, 30. August, jeweils ab 13.30 Uhr möglich. Geplant sind zudem Bürgerinformationsversammlungen am 1. und am 14. September im Sportheim. Dazu eingeladen werden auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens, versicherte der Bürgermeister. Jürgen Geyer verwies auf die Neutralitätsverpflichtung der Marktgemeinde.

Mehr aus dem Kirchenthumbacher Marktgemeinderat

Kirchenthumbach
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.