08.01.2019 - 15:26 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Allerlei Wohltuendes zaubern

Auch im Winter kann man Wirkstoffe aus der Natur nutzen. Expertin Markusine Guthjahr gibt Tipps für Duftkissen, Heiltränke und Öle aus getrockneten Kräutern.

Auch im Winter kann man die Wirkstoffe aus der Natur nutzen - zum Beispiel in Duftsäckchen.

"Kräuter sind aromatische Pflanzen mit besonderen Wirkstoffen und deshalb ein wichtiger Bestandteil einer bewussten Ernährung", weiß die erfahrene Kräuterexpertin und Buchautorin Markusine Guthjahr. Sie ist seit Jahrzehnten dem fast vergessenen Wissen um die Aromen der heimischen Kräuter und deren Heilkräften auf der Spur. Markusine Guthjahr weiß auch um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der würzenden, wirkstoffreichen und duftenden Kräuterschätze im Winter, von denen sie eine kleine Auswahl verrät.

"Viele Kräuter sind reich an ätherischen Ölen, Duft und Wirkstoffen. Das Trocknen ist die älteste Konservierungsmethode, um sich einen Kräutervorrat aus der Schatzkammer der Natur für den Winter anzulegen", sagt sie. Bestens geeignete Gartenkräuter zum Trocknen sind nach ihren Aussagen Beifuß, Basilikum, Bohnenkraut, Dost, Majoran, Thymian, Minze, Melisse, Lavendel, Liebstöckel, Estragon, Salbei, Rosmarin, Dilldolden, Kamille und Johanniskraut.

Mit Öl konservieren

Die Kräuterexpertin empfiehlt, Kräuteröle zum Würzen und Aromatisieren von Speisen anzusetzen, um sich so an deren Wirkung auch im Winter zu erfreuen. Öl eigne sich auch, um Duft und Wirkstoffe von Kräutern zu konservieren.

Die getrockneten Kräuter müssen dafür in eine Weithalsflasche gegeben werden. Auf einen Liter Speiseöl nimmt man 50 Gramm getrocknete Kräuter beziehungsweise eine Kräutermischung. Dazu kommen nach Belieben einige Pfefferkörner, Wacholderbeeren und eine kleine getrocknete Chilischote.

Täglich schütteln

Die Flasche wird gut verschlossen auf eine warme Fensterbank gestellt und täglich geschüttelt. Nach drei Wochen wird das fertige Würzöl abgeseiht und in Flaschen an einem kühlen Ort aufbewahrt. Geeignete Kräuter sind laut Markusine Guthjahr Basilikum, Beifuß, Bohnenkraut, Dost, Majoran, Minze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop und Zitronenmelisse.

Duftsäckchen und Kräuterkissen sind nach Empfehlung der Kräuterexpertin ebenfalls eine wunderbare Weise, die Kräuterschätze der Natur im Winter in getrockneter Form zu nutzen. Bei deren Herstellung könne man nicht nur Kreativität und Fantasie walten lassen, sondern auch Liebe zum Detail, denn Duftsäckchen und Kräuterkissen eigenen sich auch als Mitbringsel und Geschenk. Die Kräuterexpertin weiß: "Bekannt ist seit Großmutters Zeiten, dass man mit dem klassischen Lavendelduft die Motten aus dem Wäscheschrank vertreiben kann."

Es muss nicht nur Lavendel sein. Duftmischungen kann man individuell komponieren. Sie bestehen aus verschiedenen getrockneten Blüten, Blättern und Gewürzen. Die Fantasie darf dabei großen Spielraum haben, so lassen sich allerlei Wohlgerüche für den Hausgebrauch zaubern. Kräuter und Blüten werden im Laufe des Sommers gesammelt, behutsam getrocknet und in Dosen aufbewahrt. Zum Füllen von Duftsäckchen und Kräuterkissen eignen sich beispielsweise Lavendel, Kamille, Rosmarin, Holunderblüten, Melisse, Hopfenzapfen, Salbei-Arten, Minze, Duftrosen, Eberraute und Kampferkraut.

Angenehmer Duft

"Die Kräuterkissen und -säckchen verströmen nicht nur einen angenehmen Duft. Je nach Füllung haben sie auch eine gesundheitsfördernde Wirkung, denn das Einatmen aromatischer Kräuter- und Blütendüfte hebt die Stimmung und das Wohlbefinden", informiert Markusine Guthjahr. Als Beispiele nennt sie Baldrian, Hopfen, Lavendel, Melisse, Waldmeister und Holunderblüten, die beruhigend auf Herz und Kreislauf wirken. Dost, Salbei, Thymian und Majoran beschreibt die Kräuterexpertin als wohltuend für die Atemwege. Apfelminze, Zitronenmelisse, Zitronenthymian, Rosmarin, Zitronenverbene gelten als erfrischend und anregend. Duftrosen, Römische Kamille, Zitronenverbene, Fruchtsalbei, Honigmelonen-Salbei, Muskatellersalbei sind stimmungsaufhellend und absolute "Highlights" unter den Duftkräutern.

Allgemeine Stärkung

Markusine Guthjahr stellt aus getrockneten Kräutern auch wohltuende Weine und Liköre her. Herz und Magen wärme beispielsweise ein Rosmarin-Wein, der der allgemeinen Stärkung dient. Dazu braucht man zwei Esslöffel getrocknete Rosmarin-Blätter (zum Beispiel aus der Apotheke) und eine Flasche guten Weißwein. Die Rosmarinblätter und den Wein in eine Flasche geben und sie auf eine warme Fensterbank stellen. Nach fünf bis sechs Tagen werden die Rosmarin-Blätter abgeseiht und der Wein kühl gestellt. Der Rosmarin-Wein regt den Kreislauf und die Durchblutung an. Man trinkt nur ein Likörglas nach Bedarf.

Einen Schlummertrunk kann man nach einem Rezept von Markusine Guthjahr aus je zehn Gramm Baldrianwurzel (Apotheke), getrocknetem Johanniskraut, getrockneten Melissenblättern und getrockneten Lavendelblüten, einer Zimtstange und zwei Flaschen Rotwein (je 0,7 Liter) herstellen. Dazu die getrockneten Kräuter mit Zimtstange und Rotwein in ein Gefäß geben und zudecken.

Der Ansatz bleibt drei Tage stehen und wird täglich umgerührt. Nach drei Tagen abseihen, in Flaschen füllen und kühl stellen. Angewendet wird der Trunk bei Einschlafschwierigkeiten. Dazu eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ein Likörgläschen davon trinken (Alkoholgehalt beachten). Ein Tipp der Expertin: Diese Kräutermischung (ohne Zimtstange) kann auch als Schlaftee aufgebrüht werden (ein Teelöffel pro Tasse).

Ein Beifuß-Aperitif fördert die Verdauung. Man nimmt zwei trockene Zweige Beifuß (Stiel mit Blütenrispen) und eine Flasche Süßwein (zum Beispiel Malaga, Samos) oder Sherry. Die Beifußzweige in eine Flasche mit weitem Hals geben und mit dem Wein übergießen. Das Gefäß zwei bis drei Tage auf die warme Fensterbank stellen und täglich einmal schütteln. Danach die Beifußzweige entfernen und die Flasche kühl lagern (auf den Alkoholgehalt achten).

"Kamillen-Wein ist gut für den Magen und gegen Erkältung", rät Markusine Guthjahr. Zur Herstellung benötigt man eine Flasche Weißwein, 50 Gramm Kamillenblüten und 50 Gramm Kandis. Alle Zutaten werden in eine große Flasche mit Schraubverschluss gegeben. Gut schütteln und drei Wochen an einem kühlen Ort ziehen lassen. Anschließend abseihen. Vor den Mahlzeiten ein bis zwei Esslöffel davon nehmen.

Omas Magenwärmer

"Der Anis-Fenchel-Likör ist bekannt als Omas Magenwärmer." Dazu braucht man eine Flasche klaren Korn (38 Prozent), 20 Gramm gewöhnlichen Anis, zehn Gramm Sternanis, zehn Gramm Fenchel, eine Zimtstange, fünf Nelken, eine unbehandelte Zitrone, 200 Gramm Zucker und ein Achtel Liter Wasser. Die Zitrone heiß waschen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Anis, Sternanis und Fenchel im Mörser anstoßen. Die Gewürze in eine Flasche geben. Zimtstange, Nelken, Zitronensaft und -schale zugeben und den klaren Korn darüber gießen. Den Ansatz drei Wochen auf die warme Fensterbank stellen.

Danach 200 Gramm Zucker mit einem Achtel Liter Wasser kochen, abschäumen und erkalten lassen. Die Zuckerlösung in den Kräuteransatz gießen, die Flasche kräftig schütteln und dann filtern. Gut verschlossen aufbewahren. Tipp: "Der Likör ist gut gegen Blähungen."

Kräuterkissen selbst herstellen :

Das Material für Kräutersäckchen und Kräuterkissen sollten Stoffe aus Naturfaser sein, rät Kräuterexpertin Markusine Guthjahr. Aus dem Stoff werden kleine Beutel genäht. In diese wird ein zugeschnittenes Watte-Vlies gelegt und dann die Kräutermischung verteilt. Die Säckchen mit einem hübschen Bändchen zum Abschluss verschließen. (ads)

Kräuterexpertin Markusine Guthjahr kann im Winter stets auf einen reichen Schatz an konservierten Kräutern zurückgreifen.
Öle aus Kräutern eignen sich hervorragend zum Würzen und Aromatisieren von Speisen, um sich an deren Wirkung auch im Winter zu erfreuen.
Getrockneter Salbei im Kräuterkissen wirkt wohltuend auf die Atemwege.

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