18.10.2021 - 15:13 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Arbeiter-Samariterbund Jura fühlt sich vom Bund im Stich gelassen

Der Regionalverband Jura hat in seinen zeitweise 13 Teststationen bis dato 75 000 Corona-Schnelltests ausgewertet. Eine Leistung, auf die er stolz sein könnte -wären da nicht Sorgen mit dem Fuhrpark.

Das Präsidium bei der ASB-Mitgliederversammlung bilden (von links) Björn Funk, Josef Schwemmer und der Vorstandsvorsitzende Roland Löb.
von Heidi KurzProfil

Vom Anstieg der aktiven Helfer im Arbeiter-Samariterbund auf die Zahl von 243 berichtete Vorstandsvorsitzender Roland Löb bei der Mitgliederversammlung des ASB-Regionalverbands Jura im Steinstadel in Königstein. Damit vollbrachte er in der Corona-Pandemie eine Spitzenleistung. Mit 13 Schnellteststationen, in denen über 100 Personen arbeiteten, sei der Regionalverband innerhalb des ASB Spitzenreiter in der Bundesrepublik gewesen. Davon betreibt er derzeit noch sieben. Bis jetzt wurden fast 75 000 Tests durchgeführt.

Für die Schnellteststationen musste auch viel technische Ausrüstung angeschafft werden, was mit 85 000 Euro zu Buche schlug. Der Höhepunkt war die Anschaffung eines Kleinbusses mit einer mobilen Teststation.

Menüdienst auf fünf Touren

Der Aufbau einer neuen Geschäftsstelle in der Marktpassage in Auerbach, in der genügend Platz und zeitgemäße Technik vorhanden ist, war ein wegweisendes Ereignis. Sehr gut entwickelt habe sich der Menüdienst, sagte Löb. "Zwischen Trockau und Hohenstadt, zwischen Betzenstein und Königstein sind wir mit fünf Touren unterwegs." Das Essen komme vom Jakobushof in Auerbach. Der Wünsche-Wagen, der vor zwei Jahren angeschafft wurde, soll Menschen, die dem Ende ihres Lebens entgegensehen, noch einmal eine Freude bereiten. Er ist in den kommenden Wochen nahezu jeden Tag im Einsatz.

"Die Pandemie hat uns zeitweise an die Belastungsgrenze gebracht", sagte Löb. Aber damit nicht genug: Auch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war der ASB mehrere Tage im Einsatz, der sich als wahrer Knochenjob erwiesen habe.

Insgesamt neun Tage Hilfe im Hochwassergebiet

Auerbach

Vergebliches Warten auf Mannschafts-Transporter

Völlig im Stich gelassen fühlte sich Löb vom Bund: Vor sechs Jahren wurde der Mannschafts-Transportwagen ausgemustert. Bis heute warte der ASB vergeblich auf Ersatz. Vor einigen Wochen wurde der zweite Mannschafts-Transportwagen von der Werkstatt des Bundes ebenfalls aus dem Verkehr gezogen. Nach seinen Erfahrungen dauere es Jahre, bis dem ASB ein Ersatz zur Verfügung gestellt werde, bedauerte Löb. "Man lässt uns regelrecht am langen Arm verhungern", erklärte er und rief die örtlichen Abgeordneten auf, für eine solide Ausstattung zu sorgen. Zusammenfassend bewertete er die vergangenen zwei Jahre als sehr anstrengend und arbeitsintensiv. Er freute sich, dass die Samariter alles mitgetragen und die Motivation nicht verloren hätten.

Bürgermeister Bernhard Köller war sehr dankbar, dass der ASB in Königstein seine Dienste anbietet: "Wir profitieren vom Rettungsdienst, von den First Respondern, vom Hausnotruf und vom Essen auf Rädern", sagte Köller, der selbst aktives Mitglied des ASB ist.

Hohe Auszeichnung für "Mr. ASB" in Auerbach

Auerbach
Hintergrund:

ASB-Regionalverband Jura

  • Mitgliederzahl: ca. 5300
  • Gesamtleistung 2020: 2,8 Millionen Euro
  • Corona-Schnellteststationen: Auerbach, Königstein, Grafenwöhr, Pegnitz, Plech, Pommelsbrunn und Velden/Hartenstein

 

 

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