22.04.2021 - 10:08 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Freie Pfarrstellen und offene Immobilienfragen in Königstein und Eschenfelden

„Dringende Entscheidungen stehen an“, sagt Pfarrer Matthias Ahnert bei einem Treffen im Königsteiner Pfarrhaus. Dabei geht es sowohl um Menschen als auch um Häuser.

Kirchenvorstände und Pfarrer suchen nach Lösungen für die Häuser der evangelischen Kirchengemeinden Königstein und Eschenfelden. Von links Vertrauensmann Erich Pickelmann (Eschenfelden), Pfarrer Matthias Ahnert, Pfarramtssekretärin Astrid Löschner und Vertrauensmann Thomas Pirner (Königstein).
von Heidi KurzProfil

Nach dem Weggang von Pfarrer Konrad Schornbaum hat Dekan Karlhermann Schötz im März Pfarrer Matthias Ahnert mit der Vertretung der Pfarrstellen Königstein und Eschenfelden betraut. Mit dem personellen Wechsel kommt eine bereits lang diskutierte Immobilienfrage eher als gedacht auf die Tagesordnung. Die beiden Gemeinden brauchen eine Entscheidung sowohl darüber, wo der nächste Pfarrer wohnen soll, als auch eine gute Lösung, wie es mit den Gebäuden der Kirchengemeinden weiter geht. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, welche Häuser sie behalten und welche sie aufgeben wollen, so das Fazit eines Gesprächs im Pfarrhaus in Königstein.

Pfarrer Konrad Schornbaum will noch einmal etwas Neues machen

Königstein

Zumeist sind die Gebäude - zum Beispiel Mesnerhaus, Gemeindehaus und Pfarrhaus - älteren Baujahrs und müssen saniert werden. Auch die laufenden Betriebskosten sind beträchtlich. Für die relativ kleinen Kirchengemeinden Königstein und Eschenfelden ist der Unterhalt dieser Gebäude immer schwerer zu schultern. Die evangelische Kirchengemeinde Königstein mit ihren knapp 800 Gemeindegliedern besitzt immerhin fünf Gebäude.

Die bayerische Landeskirche fordert, dass die Gebäudebestände reduziert werden müssen, um Fördergelder zu erhalten. Es gilt die Devise „Mieten statt besitzen“. Außerdem soll es für Pfarrhäuser bei einem Stellenwechsel nur noch maximal 50 000 Euro Zuschüsse zur Renovierung geben. Erfahrungsgemäß kosten solche Maßnahmen meist mehr. Eine Baufallschätzung, die demnächst durchgeführt wird, wird Klarheit schaffen. Pfarrer Ahnert spricht einen weiteren Aspekt an: „Die Lebensform der Pfarrer hat sich geändert. Es gibt kaum mehr kinderreiche Pfarrfamilien, die ein großes Pfarrhaus benötigen."

„Wir hoffen sehr, dass wir eine gute Lösung für unsere Immobilien finden," erklärte Vertrauensmann Thomas Pirner, der sich eine gute Zusammenarbeit mit der Eschenfeldener Kirchengemeinde erhoffte. So könnte er sich ein gemeinsames Pfarramt vorstellen, das auch eine große Erleichterung für die Pfarramtssekretärin Astrid Löschner darstellen würde.

Der Vertrauensmann von Eschenfelden, Erich Pickelmann verwies auf die anstehende Kirchenrenovierung der Corpus-Christi-Kirche. "Die Dachstuhlsanierung, insbesondere die Schädlingsbekämpfung ist sehr dringend," betonte er.

Oster-Spezialität in Eschenfelden

Im Mai werden die beiden Pfarrstellen in Königstein und Eschenfelden im Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche ausgeschrieben. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich bald ein neuer Pfarrer oder eine Pfarrerin darauf bewirbt. Fest steht, dass beide Kirchengemeinden ihre Selbstständigkeit behalten werden.

Falke in Not auf dem Kirchendach von St. Georg

Königstein

Die Lebensform der Pfarrer hat sich geändert. Es gibt kaum mehr kinderreiche Pfarrfamilien, die ein großes Pfarrhaus benötigen.

Pfarrer Matthias Ahnert

 

 

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