03.02.2021 - 11:45 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Marktrat Königstein streicht zweiten Bildschirm aus Bestellliste

Bei der Debatte über die Ausstattung der öffentlich genutzten Räume in der Stadelreihe geht es im Marktrat etwas lauter zu. Aber am Ende sind sich alle einig.

Die Stadelreihe im Oberen Markt in Königstein wird für multifunktionale Zwecke saniert.
von Autor SCKProfil

Einen Außentermin absolvierte der Marktgemeinderat Königstein in seiner ersten Sitzung des Jahres 2021. Bevor er über die Ausstattung der Stadelreihe entschied, begutachtete er auf einem Rundgang den Fortschritt der Sanierungsarbeiten für eine Nutzung durch die Gemeinde und die Vereine am Ort.

Im Wesentlichen waren sich die Gemeinderäte einig über die technische Ausstattung mit Beleuchtung, elektronischer Lautsprecheranlage und Medientechnik. Die Preise im Angebot der Firma Elektro Schertl GmbH hatte das Elektroplanungsunternehmen EPW-Planungsgesellschaft mbH geprüft und als "marktüblich" erachtet. Weitere Angebote müssten nicht mehr eingeholt werden.

85 Zoll "der Größe des Raums angepasst"

Über einen multimedial nutzbaren Bildschirm im großen Saal gab es im Marktrat keine Diskussionen. Dagegen schieden sich die Geister an der Notwendigkeit eines zweiten Bildschirm mit einer Diagonale von 85 Zoll für den kleinen Saal. Gedacht war er für Sportübertragungen mit einem kleineren Zuschauerkreis oder für das Einblenden von Schießergebnissen.

Marktrat Christian Koch sprach sich zwar nicht gegen diesen Monitor aus, fragte aber nach, ob er nicht etwas überdimensioniert ausfalle. Anbieter Herbert Schertl, selbst Mitglied des Marktrats, erläuterte, dass die Größe dem Raum angepasst sei und ein kleinerer Bildschirm von 75 Zoll nicht wesentlich weniger koste. Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Lehnerer wollte zugunsten der Kinder - etwa bei Veranstaltungen der Krabbelgruppe - nicht auf dieses Gerät verzichten.

Früher "um jeden Cent gefeilscht"

Laut wurde die Aussprache, als CSU-Fraktionssprecher Hans Koch zu bedenken gab, dass in seiner Amtszeit als Bürgermeister bei der Kostenplanung ständig um jeden Cent gefeilscht worden sei. "Wenn hier eine Luxusausstattung eingebaut werden soll, kann ich das nicht mehr gegenüber den Bürgern vertreten", betonte Koch.

Gegen den Vorwurf, verschwenderisch und luxuriös zu planen, verwahrte sich Bürgermeister Bernhard Köller. Er plädierte für die Ausstattung in der angebotenen Form, hielt aber einen 75-Zoll-Monitor für groß genug und war überzeugt, dass der kleinere Raum häufiger frequentiert werde. Die Frage nach einer Förderung für den zweiten Bildschirm musste er jedoch verneinen.

Markt bürgt für Schützen- und Sportverein

Königstein

Die Nutzer der Stadelreihe brachte Freie-Wähler-Fraktionssprecher Hans-Martin Grötsch ins Spiel. Gespräche mit dem Schützenverein Tell Königstein könnten durchaus zu einer Kostenbeteiligung der Schützen führen. Dennoch strich der Marktrat am Ende den zweiten Bildschirm aus dem Ausstattungskatalog. Die Abstimmung, bei der Herbert Schertl als direkt Beteiligter ausgeschlossen blieb, fiel mit 12:0 Stimmen für das abgespeckte Angebot aus.

Kritik am Winterdienst und Ärger über Randalierer

Bürgermeister Bernhard Köller berichtete über Kritik am Winterdienst sowohl beim Parkplatz am Sportgelände als auch seitens der Bäckerei Roth. Er war sicher, dass in der Bevölkerung Verständnis dafür herrsche, dass dem Bauhof nur zwei Fahrzeuge zur Verfügung stünden. Über Einschränkungen beim Marktplatz der Generationen und beim Bürgerbus, die durch die Corona-Pandemie bedingt seien, informierte die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Lehnerer. Empört nahm der Marktrat die Nachricht auf, dass Randalierer auf dem Ossinger, dem Königsteiner Hausberg, Handläufe entfernt und Halterungen verbogen haben.

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