30.09.2021 - 11:32 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Reise zum bewussten Kommunizieren mit demenzkranken Menschen

Seniorenbeauftragte Jeanette Woodroffe erklärt an einem alten Hochzeitsbild, wie viele Ehepaare ihr Versprechen ernst nehmen, in guten wie in bösen Tagen zusammen zu halten und den anderen auch bei einer Demenzerkrankung zu pflegen.
von Heidi KurzProfil

"Weg vom Inhalt - hin zu den Gefühlen" lautete das Thema eines Vortrages von Jeanette Woodroffe, der Seniorenbeauftragte der Marktgemeinde Königstein. In der Bayerischen Demenzwoche lud sie ein zu einer Reise zum bewussten Kommunizieren, speziell mit demenzkranken Menschen. Gekommen waren dazu auch viele betroffene Angehörige, die Zweite Bürgermeisterin Doris Lehnerer im Steinstadel begrüßte.

Viele Jahre hat Jeanette Woodroffe in einem Seniorenheim gearbeitet und Erfahrungen mit Demenz gesammelt. Sie zeigte ein altes Hochzeitsbild und erinnerte an das Versprechen des Brautpaars, sich in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben, achten und zu ehren. Dabei ermunterte sie die pflegenden Angehörigen, nachsichtig zu sein.

Viele Demenzkranke fühlten sich nicht verstanden. Angehörige sollten ihnen nichts auszureden versuchen, da die Dementen glauben, dass dies die Wirklichkeit ist. Das führe nur zu Streit. Vielmehr sollte man die alten Menschen abholen, wo sie sind. An einem Beispiel machte sie es deutlich: Eine demenzkranke Frau behauptete, dass die Blätter blau seien und ließ sich auch durch Zureden nicht davon abbringen. Woodroffe jedoch antwortete darauf: "Blau ist auch eine schöne Farbe", womit sie die Frau ernst nahm.

Einfühlungsvermögen, Zeit und Geduld seien im Umgang mit dementen Menschen nötig. Oft seien die Angehörigen aber sehr hilflos und belastet. Da sei es wichtig, sich Vertraute zu suchen, um sich aussprechen zu können. Auch sollen die Pflegenden eine feste Auszeit für sich selbst nehmen. "Gute Pflege beginnt bei der Selbstpflege", ermunterte die Seniorenbeauftragte. Auch bei den Gemeinden könne man sich Hilfe holen. Oft werde bei der Diakonie und Caritas eine Tagespflege angeboten. Auch bei der Vermittlung einer Haushaltshilfe werde geholfen. Woodroffes großer Wunsch wäre eine eigene Tagespflege in Königstein.

Ihr nächstes Ziel ist ein Stammtisch einmal im Monat im Steinstadel, wo sich die Senioren treffen könnten. Zum Schluss bot Karin Hiltel von der Verwaltungsgemeinschaft ihre Hilfe bei Fragen oder Anträgen an.

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