02.03.2021 - 11:31 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Stirnrunzeln bei einigen Bauanträgen im Marktrat Königstein

An der vorgeschriebenen Wartefrist bei Bauten im Genehmigungsfreistellungsverfahren darf kein Weg vorbeiführen: Eine Mahnung, die der Marktrat Königstein aus gegebenem Anlass ausspricht.

Einige Anmerkungen machte der Marktrat zu den Bauanträgen und -voranfragen, die ihm in seiner jüngsten Sitzung vorlagen.
von Autor SCKProfil

Der Königsteiner Marktrat beschäftigte sich in seiner Februar-Sitzung mit einer Reihe von Bauanträgen. Einige davon bargen Diskussionsstoff.

Im Bereich des Gewerbegebiet Königstein sollen zwei Doppelgaragen und eine Hackschnitzellagerhalle im Genehmigungsfreistellungsverfahren errichtet werden. Aus dem Marktrat kam dazu nicht nur der Wunsch nach einem Nachweis über die Versickerung des Oberflächenwassers, da es sich um lehmhaltiges Erdreich handelt und die Nachbargrundstücke sonst überflutet werden könnten.

Zudem besteht für das Genehmigungsfreistellungsverfahren eine vierwöchige Wartefrist. CSU-Fraktionssprecher Hans Koch stellte fest, dass sich der Bauherr daran nicht gehalten und schon Anfang Februar mit den Arbeiten begonnen habe. Grundsätzlich gäbe es keine Einwände gegen den Bau, doch gesetzliche Fristen müssten eingehalten werden, mahnte Koch. Er warf die Frage auf, welche Versicherung dafür aufkomme, wenn das durch die Betonierungsarbeiten angestiegene Oberflächenwasser Folgeschäden verursache. Auf die Wartefrist solle deshalb zukünftig explizit hingewiesen und ihre Einhaltung eingefordert werden. Dies nahm das Gremium zur Kenntnis und stimmte den geplanten Bauvorhaben zu.

Ein Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit einer Naturheilpraxis und Doppelgarage weicht von den Festsetzungen des Bebauungsplans Am Weinberg in Pruihausen ab. Die Voranfrage des Bauherrn hatte der Marktrat im vergangenen Jahr positiv beantwortet und die Befreiung von den Vorgaben in Aussicht gestellt. Obwohl die Zustimmungen der Grundstücksnachbarn nicht vorlagen, erteilte das Gremium sein Einvernehmen zum Bauantrag. Dies schließt ein Walmdach anstelle eines Sattel- oder Krüppelwalmdachs, eine Dachneigung für das Wohnhaus mit 25 bis 30 Grad statt 38 bis 48 Grad sowie die Grenzbebauung mit neun Metern statt der zulässigen acht Meter ein. Die Unterlagen werden nun an das Landratsamt weitergeleitet.

Stirnrunzeln rief eine Bauvoranfrage nach einem Einfamilienhaus mit Garage in Gaißach hervor. Für die noch nicht vorhandene Erschließung des Grundstücks ist mit hohen Kosten zu rechnen. Der Bauherr habe nach deren Übernahme durch die Gemeinde bei Bürgermeister Bernhard Köller angefragt und ein Nein zu hören bekommen. CSU-Fraktionssprecher Hans Koch vertrat die Meinung, dass mögliche Erschließungskosten vor einer Bauvoranfrage oder einem Bauantrag abzuklären seien. Dabei spiele es keine Rolle, ob ein Anschluss bei Nachbarn möglich ist oder ob ihn die Gemeinde herstellen müsse. Dem pflichteten alle Räte bei. Keiner will erst nach der Fertigstellung eines Bauvorhabens darüber verhandeln, wer für die Erschließung aufkommt. Deshalb wurde die Bauvoranfrage zunächst abgewiesen. Die Aussicht auf ein Ja besteht erst dann, wenn eine Kostenschätzung für die Erschließung vorliegt.

Mit dem Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in der Gemarkung Gaißach haben sich die Eigentümer der anliegenden Grundstücke einverstanden erklärt. Der Marktrat tat es ebenfalls.

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