08.07.2021 - 14:22 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

25 Jahre Priester: Pfarrer Thomas Eckert hat Berufswechsel nie bereut

Nur eine Woche nach der Primiz von Bastian Neumann stehen in Konnersreuth erneut Feierlichkeiten an: Pfarrer Thomas Eckert feiert am Sonntag sein 25. Priesterjubiläum. Er freut sich auf das Fest und erzählt aus seinem Leben.

Sein 25-jähriges Priesterjubiläum feiert Pfarrer Thomas Eckert am kommenden Sonntag, 11. Juli, in seiner Heimatpfarrei Konnersreuth.
von Josef RosnerProfil

Ganz im Zeichen der Primiz von Neupriester Bastian Neumann stand am vergangenen Sonntag die Pfarr- und Marktgemeinde Konnersreuth. An diesem Sonntag, 11. Juli, feiert der gebürtige Konnersreuther Thomas Eckert sein 25. Priesterjubiläum. Der 55-Jährige, seit 2013 Pfarrer in der Pfarrei St. Konrad in Regensburg, ist voller Vorfreude auf die Feierlichkeiten, wie er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verrät.

Thomas Eckert besuchte in Konnersreuth den Kindergarten und die Grundschule, nach dem Erwerb des Realschulabschlusses in Waldsassen absolvierte er die Ausbildung zum Industriekaufmann bei der ehemaligen Konnersreuther Firma Glück Rollladentechnik. Nach einem Jahr in diesem Beruf entschied sich Eckert für den Besuch der Spätberufenenschule Fockenfeld. Sein Ziel war es zunächst, dort das Abitur nachzuholen. Doch es kam anders. "Fockenfeld ist schuld, dass ich Priester werden wollte", sagt Eckert schmunzelnd. Nach vier Jahren sei in ihm dieser Wunsch gereift.

Außergewöhnliches Schulklima

Beeindruckt habe Eckert in Fockenfeld das außergewöhnliche Schulklima. Chef war damals Pater Maximilian Hofinger, laut Eckert "ein außergewöhnlich menschlicher und korrekter Pädagoge". Dieser habe den jungen Leuten schulisch aber auch einiges abverlangt. 1990 legte Eckert mit zwölf Mitschülern die Abiturprüfung ab, gut die Hälfte des Jahrgangs nahm ein Theologiestudium auf.

Ab November 1990 besuchte Thomas Eckert das Priesterseminar in Regensburg und studierte an den Universitäten in Regensburg und Würzburg, 1995 schloss er als Diplomtheologe ab. 1995/96 war er als Diakon in der Pfarrei Schierling tätig, am 29. Juni 1996 wurde er im Regensburger Dom von Bischof Manfred Müller zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. Juli, fand in Konnersreuth die Primiz statt. Primizprediger war Pfarrer Josef Häusler aus Regensburg. Noch heute erinnert sich Thomas Eckert gerne an den begeisterten Empfang in der Heimatpfarrei und die herrlichen Blumenteppiche.

13 Jahre in Hahnbach

Seine erste Kaplanstelle führte Thomas Eckert ab 1. September 1996 nach Neustadt/WN, ehe es am 1. September 1998 weiter nach Schwandorf in die Pfarrei St. Jakob ging. Seine erste Stelle als Pfarrer trat Eckert am 1. September 2000 in Hahnbach an, wo er 13 Jahre lang blieb. Zum Abschied 2013 wurde er sogar zum Ehrenbürger ernannt. Noch heute unterhält er gute Kontakte dahin. Aus Hahnbach hat sich für diesen Sonntag auch eine größere Delegation angekündigt.

Seit 2013 ist Thomas Eckert Stadtpfarrer in St. Konrad, zuständig ist er dort für rund 5500 Katholiken. Die Arbeit in einer Großstadt ist seiner Meinung nach nicht vergleichbar mit der Arbeit in einer ländlichen Region: "Viele der Einwohner haben Migrationshintergrund, viele der Menschen dort haben mit der Kirche nicht viel am Hut." Die Zahl der Einwohner in Regensburg wachse zwar, nicht aber die Zahl der Katholiken und der Kirchenbesucher. Und von den dortigen Katholiken kämen seiner Einschätzung nach maximal zehn Prozent regelmäßig in die Kirche. Trotz allem bilde die Pfarrei St. Konrad den kulturellen Mittelpunkt im Norden der Stadt, so Eckert. "Bei uns gibt es auch aktive kirchliche Vereine und Verbände, die Veranstaltungen anbieten. Sogar ein eigenes Jugendblasorchester mit bis zu 50 Musikern unterhält die Pfarrei."

Zunehmende Bürokratie

Bereut habe er den Berufswechsel vom Industriekaufmann zum Priester nicht, wie Eckert betont. "Ich freue mich immer, wenn ich Kinder taufen, zur Erstkommunion und zur Firmung führen und junge Leute trauen kann." Eine Herausforderung sei aber die immer stärker zunehmende Bürokratie. "Dennoch, ich freue mich auf die kommenden Jahre und vor allem auf mein Priesterjubiläum am Sonntag in meiner Heimat Konnersreuth." Zwar fand am 27. Juni in Regensburg bereits ein Dankgottesdienst zum Priesterjubiläum statt, groß gefeiert werden soll aber nun in Konnersreuth.

Einen engen Kontakt zu seiner Heimat unterhält Thomas Eckert seit jeher. "Der Kontakt zu Konnersreuth ist mir wichtig. Ich freue mich, dass mich die Leute hier immer noch kennen. Mindestens einmal im Monat bin ich hier, ich kenne mich immer noch bestens aus." Auch zur Primiz von Bastian Neumann war er angereist. Schon seit fast 40 Jahren ist Eckert Mitglied in der örtlichen Schützengesellschaft, früher war er einige Jahre auch deren Schriftführer. Ein Draht in die Heimat ist auch Thomas Eckerts Schwester Renate Bauernfeind, die an drei Tagen in der Woche in Regensburg weilt, um ihn im Haushalt zu unterstützen. Zudem hält er sich mit einem "Der neue Tag"-Abonnement auf dem Laufenden.

Kirchenzug und Festgottesdienst

Los gehen die Feierlichkeiten am Sonntag, 11. Juli, um 9.45 Uhr. Vereine und Vertreter der Pfarr- und Marktgemeinde bilden mit der Blaskapelle an der Spitze am Therese-Neumann-Platz einen Kirchenzug. Beim Pater-Liberat-Weiß-Brunnen wird Eckert an einem Blumenteppich empfangen. Um 10 Uhr beginnt der Jubiläumsgottesdienst in der Pfarrkirche. Mit dabei sein werden Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, Kaplan Martin Popp aus Regensburg als Festprediger sowie Diakon Dieter Gerstacker. Für die musikalische Umrahmung sorgt Alice Köstler-Hösl aus Scheyern, eine Verwandte des Jubilars. Der Gottesdienst kann auf einer Leinwand am Kirchplatz verfolgt werden, auch ein Livestream im Internet (www.pfarrei-konnersreuth.de) wird wieder verfügbar sein. Im Anschluss folgt ein kurzer Festzug zum Schafferhof, wo die weltliche Feier mit geladenen Gästen steigt.

Große Feierlichkeiten zur Primiz von Bastian Neumann

Konnersreuth
Vor 25 Jahren feierte Thomas Eckert (links) seine Primiz in Konnersreuth. Rechts neben ihm der damalige Ortspfarrer Anton Vogl.
Schon bei der Primiz von Thomas Eckert vor 25 Jahren waren Blumenteppiche begehrte Fotomotive.

"Der Kontakt zu Konnersreuth ist mir wichtig. Ich freue mich, dass mich die Leute hier immer noch kennen. Mindestens einmal im Monat bin ich hier, ich kenne mich immer noch bestens aus."

Pfarrer Thomas Eckert

 

 

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