27.05.2020 - 18:44 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Was man alles wissen muss, um den Führerschein zu machen

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Nicht nur in der Straßenverkehrsordnung müssen sich Fahrschüler auskennen. Zur Führerscheinprüfung gehören auch Betriebs- und Verkehrssicherheit des Fahrzeugs.

Fahrlehrer Andreas Heinritz (links) und ein Fahrschüler.
von Konrad RosnerProfil

Anders als in Großstädten will nahezu jede junge Frau und jeder junge Mann auf dem Land schnellstens den Führerschein – je früher, umso besser. Viele machen deshalb bereits mit 17 Jahren den Autoführerschein, den „Führerschein der Klasse B“. Beim sogenannten Begleiteten Fahren dürfen diese Führerscheinneulinge allerdings bis zum 18. Lebensjahr nur auf die Straßen, wenn eine berechtigte erwachsene Person auf dem Beifahrersitz Platz nimmt.

Fahrlehrer und Fahrschulinhaber Otto Gradl aus Konnersreuth hat Tipps und Fakten für Fahrschüler. Für einen Führerschein, so Gradl, müsse man „mit rund 1800 bis 2000 Euro“ rechnen. „Die Kosten können immer etwas variieren. Es kommt auf das Talent des Fahrschülers oder der -schülerin an.“ Neben dem theoretischen Unterricht steht die praktische Fahrausbildung im Blickpunkt. „Die Grundausbildung für die Fahrschüler besteht aus rund acht bis zehn Fahrstunden“, erklärt Gradl. „Dazu kommen noch die Pflicht-Sonderfahrten wie Nacht-, Überland- oder Autobahnfahrten. Mit rund 18 Fahrstunden sollte man schon rechnen, bevor man zur Führerscheinprüfung zugelassen wird.“

Fahrlehrer Otto Gradl misst die Profiltiefe am Vorderreifen des Fahrschulautos – etwas, das auch die Fahrschüler können müssen.

Zur Prüfung gehört ebenso Wissen über die Betriebs- und Verkehrssicherheit. „Es wird auch abgefragt, wo man das Motoröl prüft, das Scheibenwischwasser auffüllt oder wie man die Reifenprofiltiefe misst“, so Gradl. „Nicht ganz einfach“ sei auch die theoretische Prüfung. „Nicht umsonst fallen doch viele Fahrschüler durch.“ Ohne intensives Lernen brauche man nicht zur Prüfung antreten, es gebe auch einige knifflige Fragen.

Redakteur Wolfgang Würth macht die Führerscheinprüfung

Zu den Neuerungen, die aller Voraussicht nach im Herbst eingeführt würden, so Gradl, gehört eine Änderung beim Führen von Fahrzeugen mit Schaltgetriebe. So dürfen dann Fahrschüler, die den Führerschein auf einem Auto mit Automatikgetriebe gemacht haben, auch ans Steuer von Schaltgetriebe-Autos – wenn sie mit einem solchen mindestens zehn Stunden Ausbildungsfahrt gemacht haben. Auch über den Bußgeldkatalog sollten Fahranfänger Bescheid wissen. Seit Ende April 2020 gelten einige Verschärfungen. So habe beispielsweise das Parken an einer unübersichtlichen Stelle bisher 15 Euro gekostet, weiß Gradl, künftig seien dafür mindestens 35 Euro fällig. „Für das Parken auf einem Behindertenparkplatz musste man bisher 35 Euro bezahlen. Künftig kostet das 55 Euro.“ Für das Parken in zweiter Reihe mit Behinderung des Verkehrs waren 25 Euro fällig, künftig zahle man 80 Euro und bekomme zudem noch einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Für das Verursachen von unnötigem Lärm (zum Beispiel das Warmlaufenlassen des Autos im Winter) sei man bisher mit 10 Euro dabei gewesen, künftig koste dies 80 Euro. Für das Nichtbilden einer Rettungsgasse für Polizei und Rettungsdienste auf einer Autobahn oder beispielsweise einer Landstraße werden jetzt mindestens 200 Euro verlangt. Zudem gibt es zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Auch bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gebe es wesentlich höhere Bußgelder, teilweise hätten sie sich verdoppelt.

Fahrlehrer Otto Gradl zeigt, worauf es im Straßenverkehr ankommt.

Neu ist ab diesem Jahr auch die Fahrerlaubnis der Klasse B mit Schlüsselzahl B196: Unter gewissen Bedingungen könne man mit einem Autoführerschein ein 125 cbm starkes Moped mit maximal 11 KW fahren. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einem theoretischen und praktischen Unterricht in der Fahrschule. Vier theoretische und fünf praktische Unterrichtseinheiten seien dafür erforderlich. Das Mindestalter, diesen Führerschein zu erwerben, betrage 25 Jahre. Man müsse zudem seit fünf Jahren im Besitz eines Autoführerscheins sein. Gradl: „Diese Regelung wird jedoch nur in Deutschland anerkannt, im Ausland nicht.“

Ausbildungsfahrlehrer und Fahrlehrer Otto Gradl (Zweiter von rechts) und sein Team: der angehende Fahrlehrer Dominic Zeitler (von links) sowie die Fahrlehrer Andreas Heinritz und Toni Lucht. (das Bild entstand vor Ausbruch der Corona-Pandemie)
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Prüfungsfragen

1. Was müssen Sie tun, wenn Sie den Fahrstreifen wechseln wollen?

a: Fahrstreifenwechsel rechtzeitig ankündigen

b: Auf den nachfolgenden Verkehr achten

c: Vor dem Fahrstreifenwechsel immer stark abbremsen

2. Mit welchem Verhalten muss bei Personen am Fußgängerüberweg gerechnet werden?

a: Sie blicken weder nach links noch nach rechts

b: Sie betreten unerwartet die Fahrbahn

c: Sie kehren manchmal auf halbem Wege um

3. Die Ampel zeigt „Grün“. Sie wollen rechts abbiegen. Wie verhalten Sie sich gegenüber Personen, welche die Straße überqueren, in die Sie einbiegen möchten?

a: Zügig vor den Personen abbiegen

b: Den Personen das Überqueren der Straße ermöglichen

c: Die Personen durch Hupen warnen

Lösung: 1 a und b; 2 a,b und c; 3 b

Welches Verhalten ist richtig? a: Ich darf vor der Radfahrerin links abbiegen. b: Ich muss die Radfahrerin durchfahren lassen. c: Ich verzichte auf meine Vorfahrt, um die Kreuzung nicht zu verstopfen. Lösung: b und c
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