12.04.2019 - 14:46 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Roland Grillmeier nimmt Landratsamt ins Visier

Jetzt ist es amtlich: Roland Grillmeier tritt für die CSU als Landratskandidat bei den Kommunalwahlen 2020 an. In der Kreisversammlung meldet sich auch Ministerpräsident Markus Söder zu Wort.

von Martin Maier Kontakt Profil

Die Christsozialen setzten bei ihrer Kreisversammlung im Forsterhof am Donnerstagabend auf die traditionelle Note. Start war mit einem Zoiglempfang und Reiner Artmann spielte mit seiner Quetschn auf, auch zwischen den Redebeiträgen.

"Wir wollen Zusammenhalt, Zuversicht und Entschlossenheit ausstrahlen", begrüßte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß die Delegierten. Diese hoben später Roland Grillmeier mit über 95 Prozent auf den Schild als Landratskandidaten. Von 134 Delegierten stimmten 128 für ihn.

Im Schnelldurchlauf hatte CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß die politischen Stationen von Grillmeier aufgezählt: angefangen vom Engagement als JU-Kreisvorsitzender in den 1990er Jahren, dem Einzug mit 25 Jahren in den Kreistag bis zur Wahl 2002 als Bürgermeister von Mitterteich. Als Ikom-Vorsitzender liege dem Rathauschef die Zusammenarbeit der Kommunen am Herzen. Und als Vorsitzender der Lebenshilfe zeige er soziales Engagement.

In einem knapp dreiminütigen Film erzählten CSU-Bürgermeister und JU-ler, warum sie Grillmeier unterstützen. Auch Ministerpräsident Markus Söder, der vor 18 Jahren Gast auf dem Polterabend des Landratskandidaten war, äußerte sich in einer Videobotschaft. Er bezeichnete den Bürgermeister als "Kämpfer für die nördliche Oberpfalz", der den direkten Draht nach München habe.

Gutes Netzwerk

Dies war eine der Kernbotschaften an diesem Abend: Ein Christsozialer als Landrat könne mehr erreichen, da an den wichtigen politischen Stellen CSU-Leute sitzen. Der Mitterteicher Bürgermeister sprach daher immer wieder "von einer Politik aus einem Guss". Seine Partei habe einen großen Anteil an der sehr positiven Entwicklung in der Region.

Durch seine guten Kontakte sei er weit vernetzt. In seiner Bewerbungsrede hob Grillmeier seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung hervor. Seine Aufgaben als künftiger Landrat seien, passende Förderprogramme einzufordern und das Selbstvertrauen des Landkreises noch weiter zu stärken.

Zudem sagte er der Bürokratie den Kampf an und nahm Teile des Landratsamts ins Visier: "Hier müssen wir bürgerfreundlicher und -näher werden, gerade auch beim Baurecht." Gemeinsam mit engagierten Mitarbeitern könne ein Landrat die "Sprache und Linie" der Behörde vorgeben. "Ich werde versuchen, das Landratsamt neu aufzustellen. Wir können dort schlagkräftiger werden", beschrieb der 48-Jährige seinen Weg zu mehr Dienstleistungen für den Bürger.

Als Basis seines Erfolgs bezeichnete er seine Familie mit Ehefrau Claudia sowie den beiden Kindern Jonas und Lara-Marie. Als Landrat wolle er auf die Kompetenz seiner Partei setzen: "Meine Ratgeber werden die Kommunalpolitiker und die Bürgermeister sein. Die kennen sich aus."

Schon im Juni 2018 hatte sich die CSU nach vorne gewagt und angekündigt, Grillmeier ins Rennen zu schicken. Diesen frühen Vorstoß bezeichnete der Mitterteicher als richtig. Dies hätten die vergangenen Monate gezeigt: "Ich will jetzt schon zuhören und wissen, was die Bürger von einem Landrat erwarten."

"Honorige Geste"

In diesem Zusammenhang verwiesen fast alle Redner auch auf Alfred Scheidler, der Grillmeier den Vortritt für die Kandidatur gewährt habe. Reiß sprach von "einer honorigen Geste". Wobei Scheidler am Donnerstag ankündigte, dass er wieder stellvertretender Landrat werden will. Der Tirschenreuther bescheinigte Landrat Wolfgang Lippert "eine gute Entwicklung in den vergangenen Jahren". Ein Vorteil Grillmeiers sei aber, dass er sich nicht entwickeln müsse. "Denn Roland ist ein Politikprofi."

Wer von den anderen Parteien und Gruppierung antreten wird, steht noch nicht fest. CSU-Fraktionsvorsitzender Toni Dutz erinnerte, dass es im nächsten Jahr 50 statt 60 Sitze im Kreistag gibt. "Zusammen mit der Zukunftsliste wollen wir weiterhin die Mehrheit stellen. Das wird aber nicht so leicht", mahnte er zu Geschlossenheit. Die Nominierung für die CSU-Kreistagsliste ist im Herbst.

Kommentar:

Wahlkampf ohne Gegner

Seit Juni 2018 steht eigentlich schon fest, dass die Christsozialen Roland Grillmeier ins Rennen um den Landratsposten schicken. Die CSU-Delegierten stärkten ihm nun mit einer großen Zustimmung von über 95 Prozent den Rücken. Da zahlte sich die frühzeitige Festlegung der CSU-Führung auf den Mitterteicher Bürgermeister aus. Somit gab es in den vergangenen Monaten keine Grabenkämpfe.
Grillmeier will die Veränderungen des Landratsamts hin zur Dienstleistungsbehörde vorantreiben. Der Wunsch nach mehr Flexibilität, vor allem im Bauamt, ist immer wieder von Rathauschefs zu hören. Zudem will er im Wahlkampf mit seiner kommunalpolitischen Erfahrung und einem großen CSU-Netzwerk punkten.
Allerdings weiß der 48-Jährige nicht, wer seine Gegner sind. Schließlich haben sich die anderen Parteien und Gruppierungen noch nicht mit ihren Kandidaten aus der Deckung gewagt. Erst dann ist der Wahlkampf richtig eröffnet.

Martin Maier

Schon im Juni 2018 verkündete die CSU, dass sie Roland Grillmeier als Landratskandidat nominieren wollen.

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