16.04.2020 - 10:18 Uhr
Oberpfalz

Die Kraft der Zuversicht

Viele wissenschaftliche Befunde dokumentieren inzwischen die Vorteile einer zuversichtlichen Grundhaltung. Sie hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden und steigert die Lebensfreude. Oft reicht es schon, die Perspektive zu verändern und schwere Zeiten als Chance zu sehen, so die OWZ-Glücksexpertin.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine optimistische Lebenseinstellung zu etwa 30 Prozent genetisch im Charakter verankert ist. Der überwiegende Rest ist das Ergebnis von positiven Erfahrungen sowie Entscheidungssache.
von Autor EWAProfil

"Eine unerschütterliche Zuversicht ist das Wesentliche eines glücklichen Lebens", sagte schon der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca. Und auch Marc Aurel erkannte bereits vor vielen Hundert Jahren: "Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab." Gerade in diesen Krisenzeiten fällt es vielen von uns jedoch noch schwerer als sonst, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Auf der ganzen Welt herrscht Ausnahmezustand, das öffentliche Leben steht immer noch still, Sorgen um Gesundheit und Angst vor der Zukunft machen sich breit. Und doch ist es gerade jetzt wichtiger denn je, sich nicht entmutigen zu lassen und optimistisch zu bleiben.

Mit dem Siegeszug der Positiven Psychologie, die auch die "Psychologie der Zuversicht" genannt wird, sind die Vorteile von Optimismus längst zum Allgemeinwissen geworden. Viele wissenschaftliche Befunde dokumentieren die Vorteile einer zuversichtlichen Grundhaltung. Eine solche hat nicht nur Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und steigert die Lebensfreude. Optimisten spüren außerdem weniger Schmerz, haben eine schnellere Wundheilung und einen niedrigeren Blutdruck und stecken sich auch nicht so häufig mit Erkältungsviren an. Sie bewältigen Belastungen besser und haben ein geringeres Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Dazu kommt: Zuversichtliche Menschen haben weiterhin ein höheres Selbstwertgefühl und eine stärkere Selbstwirksamkeitserwartung. Sie vertrauen also ihren eigenen Fähigkeiten und sind sich sicher, den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein. "Das ist ja alles gut und schön", sagen Sie nun vielleicht. "Aber ich gehöre wohl eher zu denen, die nicht immer nur alles positiv sehen können." Keine Sorge, das müssen Sie auch gar nicht. "Manchmal muss man natürlich auch einfach realistisch sein und erkennen, dass manche Situationen unveränderbar sind", sagt Professor Martin Seligmann, der einer der Begründer der Positiven Psychologie gilt. "Aber die meisten Situationen lassen sich irgendwie verändern und sind auch nur vorübergehend."

Die gute Nachricht ist: Zuversicht lässt sich lernen. Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass eine optimistische Lebenseinstellung zu etwa 30 Prozent genetisch im Charakter verankert ist. Der überwiegende Rest ist das Ergebnis von positiven Erfahrungen sowie Entscheidungssache. Das heißt: Jeder hat grundsätzlich die Wahl, ob er die Dinge positiv oder negativ betrachten will. Die Entscheidung, zuversichtlicher zu werden, ist also schon einmal der erste Schritt. Oft reicht es schon, die Perspektive zu verändern und schwere Zeiten auch als Chance zu sehen. Verbringen Sie außerdem weniger Zeit mit Schwarzsehern, sondern umgeben Sie sich mit positiven Menschen. Schreiben Sie außerdem jeden Tag die Dinge auf, die bei Ihnen zu einem Lächeln geführt haben, und für die Sie dankbar sind. Sorgen Sie für genug Bewegung, denn so wird die Produktion von Glückshormonen wie Endorphinen, Dopamin und Serotonin stimuliert.

Denken Sie daran: Zuversicht bedeutet keineswegs, dass Sie sich eine rosarote Brille aufsetzen müssen. Sondern dass Sie den Mut aufbringen, konsequent zu handeln und an einen guten Ausgang glauben.

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