14.07.2019 - 17:14 Uhr
Kreuth bei RiedenOberpfalz

G.O.N.D.: 10000 Fans feiern trotz Regens

Dass dieses Festival keine trockene Angelegenheit ist, wissen die Fans. Diesmal gesellte sich zur üblichen Bierdusche aber auch Regen bei der G.O.N.D. in Kreuth. Trotzdem feierten rund 10 000 Fans sich und ihre Musik.

Der Regenponcho war zwischendurch schon eine gute Wahl. Doch die Fans der G.O.N.D. sind hart im Nehmen und ließen sich den Spaß an ihrem Festival nicht nehmen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Alle zufrieden - so lautete das Fazit am Sonntag. So zufrieden, dass die Ersten schon nach Tickets fürs nächste Jahr fragten, bevor sie nach Hause fuhren. Da mussten die Veranstalter, Timo Hofmann und Steffen Kiederer, aber passen: "Ja, es gibt auch 2020 eine G.O.N.D. in Kreuth", versprach Hofmann, nannte auch den Termin, 9. bis 12, Juli - aber der wurde so spontan vereinbart, dass es diesmal nicht sofort am letzten Festival-Tag schon Karten fürs nächste Mal gab. In ein paar Tagen sollen sie online erhältlich sein.

Premiere für den Polizei-Chef

2020 wird es die 15. G.O.N.D. (Größte Onkelz-Nacht Deustchlands – ein Tribute-Festival zu Ehren der band Böhse Onkelz) sein. Für den neuen Amberger Polizei-Chef Thomas Lachner war es heuer die erste. Die Polizei, mit jeweils rund 100 Mann pro Schicht in Kreuth dabei, sei nach drei Festival-Tagen "sehr zufrieden", lautete sein Fazit zu einem "friedlichen Festival" nach dessen Ende am Sonntag. Relativ wenige Körperverletzungen, eher kleinere Verstöße im Verkehrsbereich (Promille-Werte zwischen 0,5 und 1,1, Fahren ohne Fahrerlaubnis), verbotene Einhandmesser, Betäubungsmittel, konkretisierte Lachner - aber alles nicht dramatisch.

Ein paar Alkohol- und Drogenfahrten könnten noch dazu gekommen sein: Die Polizei kontrollierte auch am Sonntag bei der Abreise die Besucher noch einmal "sehr intensiv", wie sie es im Vorfeld auch angekündigt hatte. Man wolle sicherstellen,dass sich im Sinne der Verkehrssicherheit niemand mit Restalkohol im Blut ans Lenkrad setze, sagte Lachner. Trotz vorheriger Warnung und entsprechender Hinweise der Veranstalter wurden am Samtagabend Bengalos vor der Hauptbühne gezündet: Kein Vergleich zu anderen Veranstaltungen, wie Lachner einschränkte, aber trotzdem auch in dieser kleinen Zahl zu gefährlich mitten in einer Menschenmenge. Einen der illegalen Pyrotechniker habe man gleich festgenommen, der andere sei in der Menge abgetaucht. Man hoffe aber, ihn noch ermitteln zu können, sagte der Polizeichef.

Evakuierung nicht nötig

Eine mögliche und auch schon vorbereitete Evakuierung wegen der Unwetter, die am Freitag- und Samstagabend durchzogen, blieb Einsatzkräften und Besuchern erspart: Die Gewitter zogen knapp vorbei, die Auftritte mussten zumindest abends nicht in die Festhalle verlegt werden. Sturmböen beschäftigten die Sicherheitskräfte auch: Starker Wind kann die Zelte campender Besucher abheben lassen und es auch erforderlich machen, die großen Planen an der Bühne abzubauen. Auch dazu kam es aber nicht.

Kreuth bei Rieden

Kurzzeitig brenzlig wurde es zum Abschluss noch am Sonntagmorgen: Im Waldhotel sei ein kleiner Brand ausgebrochen, berichtete Lachner. Man wisse noch nicht, warum. Vermutet werde, dass ein abreisender Gast eine noch glimmende Zigarette zurückgelassen hat. So fing eine Matratze in einem Hotelzimmer Feuer, was aber schnell gelöscht werden konnte. Lachner sprach von "ein paar Hundert Euro Schaden". Die Polizei blieb noch bis zum Nachmittag in Kreuth - sicherheitshalber. Nicht alle Besucher nähmen ihre Zelte wieder mit nach Hause. Deshalb habe man abgewartet, bis alle abgereist und die Security alles noch einmal kontrolliert hatte.

Sehr zufrieden war auch Veranstalter Timo Hofmann: Die angepeilten rund 10 000 Besucher seien gekommen - trotz des eher durchwachsenen Wetters. Immer wieder mal zog Regen übers Gelände rund um die Ostbayernhalle. Tagsüber wurden einzelne Auftritte deshalb auch in die Festhalle verlegt. Die Hauptacts am Abend konnten die Fans aber alle unter freiem Himmel zelebrieren: Die Top-Bands, allen voran die Krawallbrüder, Unantastbar und Kärbholz, seien natürlich die absoluten Kracher gewesen - doch auch die nicht so bekannten Newcomer hätten "sensationelle" Auftritt hingelegt, freute sich Hofmann. So hätten etwa "Viva", die zum ersten Mal da waren, für "unglaubliche Stimmung" gesorgt. Und "Stunde 0" hätten schon vormittags rund 1500 Fans begeistert - und das, obwohl dieser Auftritt wegen des Regens in der Halle stattfand.

Mega-Party zum Geburtstag

Hofmann selbst sah sich einer Schlange von Freunden und Stammgästen gegenüber - sein Geburtstag fällt jedes Jahr aufs G.O.N.D.-Wochenende. Da kommt der "Macher", auch wenn er bei laufendem Festivalbetrieb dazu eigentlich gar keine Zeit hat, ums Händeschütteln nicht herum. Natürlich gehören zu diesem Konzert-Wochenende auch spezielle Kuriositäten: Männer in Schottenröcken, Frauen mit rosa Tutu und Krönchen, Ganzkörper-Verkleidungen von Einhorn bis zur Pokémon-Figur Pikachu waren ebenso dabei wie eine Wand aus Bierflaschen auf dem Campingplatz, Barfuß-Tanz im Schlamm oder auch ein ganz Unerschrockener, der dem Regen im knappen, giftgrünen Borat-Kostüm trotzte.

Ob es, wie im vergangenen Jahr, auch wieder eine Hochzeit gab, konnte Hofmann nicht sicher sagen: Er habe aber tatsächlich wieder ein Brautpaar in der Menschenmenge gesehen - sie im üppigen weißen Brautkleid, er im schicken roten Anzug. Auch wenn Gummistiefel und Regenponcho an diesem Wochenende sicher die bessere Wahl waren.

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