14.10.2021 - 14:47 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Kümmersbrucker Westumgehung: Bürgermeister ist "erleichtert"

Seit Jahrzehnten ist sie ein Thema, jetzt wird die Westumgehung von Kümmersbruck gebaut. Bürgermeister Roland Strehl ist "froh und erleichtert". Und zwar nicht nur, dass seine Gemeinde die neue Straße nicht finanzieren muss.

Eine typische Aufnahme der Kümmersbrucker Ortsdurchfahrt, die zu Stoßzeiten stark frequentiert ist.
von Heike Unger Kontakt Profil

Um die Westumgehung von Kümmersbruck, deren Bau nun im nächsten Frühjahr beginnen soll, wurde seit rund 30 Jahren viel gestritten: Es gibt erbitterte Gegner des Projekts, aber auch glühende Befürworter. Bürgermeister Roland Strehl hat nie verhehlt, dass er persönlich diese Straße für wichtig hält: "Schon in den Jahren der Planfeststellung war ich überzeugt, dass wir den Verkehr nur rausbekommen, wenn eine Umgehung kommt." Als er dann ins Amt gekommen sei, sei ihm aber auch schnell klar geworden, "dass die Gemeinde die Umgehung in Sonderbaulast nicht schultern kann – und zwar weder finanziell noch personell".

Die Mehrheit der Bürger sah das bei einem Bürgerentscheid 2017 offenbar genauso: Die Kümmersbrucker sagten bei dieser Abstimmung mehrheitlich Nein zu dem urprünglichen Vorhaben, die Gemeinde am Bau der Straße zu beteiligen. Damit wurde das Millionen-Projekt alleinige Angelegenheit des Freistaats.

"Unsicherheit beendet"

Danach wurde es still um das Thema. Bis durch eine Bemerkung des Ebermannsdorfer Bürgermeisters Erich Meidinger in einer Gemeinderatssitzung am Montag öffentlich wurde, dass der Bau der Westumgehung Anfang nächsten Jahres beginnen soll. Zuständig für den Bau ist das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, das die Kosten für die Westumgehung inzwischen auf rund 40 Millionen Euro beziffert. "Ich bin wirklich froh und erleichtert, dass die Staatsregierung eine Entscheidung getroffen hat", kommentiert Bürgermeister Strehl die aktuelle Entwicklung. Damit sei nun die Unsicherheit beendet.

An der grundsätzlichen Meinung Strehls zur Umgehung hat sich nichts geändert. Er ist nach wie vor überzeugt, "um den Verkehr aus Kümmersbruck rauszubekommen, kommen wir nicht drum herum". Dabei denkt er auch an die weitere Entwicklung: "Der Verkehr wird ja nicht weniger." Nur in der Lockdown-Zeit habe er vorübergehend etwas angenommen, inzwischen aber wieder das vor-Corona-Ausmaß erreicht.

Bürgermeister überrascht

Dass es jetzt plötzlich so schnell geht mit dem Straßenbau, hat den Bürgermeister "schon überrascht", wie er zugibt: "Ich selber hab' eigentlich nicht mehr damit gerechnet", scherzt er. Er vermutet aber "einen gewissen zeitlichen Druck", weil die bestehende Planfeststellung ein Verfallsdatum habe. In seinem Gemeinderat gebe es "keinen Konsens" beim Thema Umgehung. Aber seit der Planfeststellung könne und brauche man das nicht mehr zu beurteilen, weil es gegen das Projekt "keine Handhabe" mehr gebe, seit die Pläne auch juristisch abgesegnet seien.

Strehl gibt gern zu, dass er froh ist, dass seine Gemeinde bei diesem Projekt nicht federführend agieren muss. "Jetzt ist der Staat am Zug", wobei Kümmersbruck ihm aber natürlich als Partner zur Seite stehe, angefangen von der Bauleitplanung bis zur Schaffung von Ausgleichsflächen.

Bauamt bestätigt: Bau der Kümmersbrucker Westumgehung beginnt 2022

Kümmersbruck

 

 

Kommentare

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Martin Pfeifer

Na endlich ...
Auch wenn es einen schalen Beigeschmack hat, das der Freistaat Bayern jetzt die Westumgehung auf eigene Rechnung baut. Das die Gemeinde Kümmersbruck den Bau der Umgehung in Sonderbaulast gar nicht schultern kann, das wurde 2017 nie so kommuniziert! Ist Herr Strehl etwa ein Hasardeur mit den Finanzen der Gemeinde Kümmersbruck?

15.10.2021