13.10.2021 - 16:21 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Bau der Westumgehung von Kümmersbruck beginnt im Frühjahr 2022

Im Ebermannsdorfer Gemeinderat war es nur eine Randnotiz, aber die hat es in sich: Seit Jahrzehnten wird um das Projekt gerungen und gestritten, jetzt wird es umgesetzt – der Bau der Westumfahrung von Kümmersbruck beginnt im Frühjahr.

Der Bau der Kümmersbrucker Westumgehung beginnt im nächsten Jahr: Im Ebermannsdorfer Gemeinderat wies Bürgermeister Erich Meidinger am Montagabend darauf hin. Seine Gemeinde wartet schon lang auf eine "richtige" Anbindung an die Staatsstraße 2165, die derzeit und bis zum Bau der Umgehung nur ein Provisorium (links im Bild) ist.
von Heike Unger Kontakt Profil

Ebermannsdorfs Bürgermeister Erich Meidinger verwies am Montagabend in der Gemeinderatssitzung darauf, dass im nächsten Jahr der Bau der Westumfahrung von Kümmersbruck beginnen werde. Details wurden in der Sitzung nicht erläutert. Die Gemeinde hat aber ein besonderes Interesse an diesem Thema, weil die aktuelle Anbindung der Kreisstraße von Ebermannsdorf an die Staatsstraße 2165 von vielen mit Sorge gesehen wird. Das derzeitige Provisorium mit kurzen Abbiegespuren auf der Staatsstraße und sehr steiler Einmündung in diese soll erst mit dem Bau der Umgehung die gewünschte endgültige Form bekommen.

Zuständig für den Bau der Westumgehung ist das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach. Stefan Noll, dort der zuständige Abteilungsleiter, bestätigt auf Nachfrage der Redaktion: Ja, der Bau der neuen Trasse beginnt im Frühjahr 2021. Die Staatsregierung habe entschieden, das Geld für dieses Mammutprojekt aus dem Staatsstraßenhaushalt bereitzustellen. Aktuell sind die Baukosten für die rund sechs Kilometer lange Straße laut Noll mit 40 Millionen Euro veranschlagt. Bei der Bauzeit spricht Noll von "mindestens fünf, eher sieben Jahren". Das Projekt soll in mehreren Abschnitten umgesetzt werden. "Wir wollen uns von Süden nach Norden vorarbeiten", erläutert Noll. Die für Ebermannsdorf wichtige Anbindung soll "im ersten Drittel" des Projekts erfolgen.

Erstes Bauwerk: Eine Brücke

Beginnen werden die Arbeiten aber im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau einer Brücke über den Vilstalradweg zwischen den Kümmersbrucker Ortsteilen Theuern und Lengenfeld. Hier bewege man sich "nur auf öffentlichem Grund", was den Start erleichtere. Bis Mitte November wolle man einen Termin mit den im weiteren Verlauf des Projekts betroffenen Grundstückseigentümern machen. Die Vorarbeiten sind erledigt, die Planung stehe: "Wir haben eine rechtskräftige Planfeststellung", betont Noll – damit bestehe auch "vollziehbares Baurecht".

Um die Westumgehung wird bereits seit rund 30 Jahren gerungen und teils auch erbittert gestritten. Befürworter fordern schon lange eine Entlastung der stark frequentierten Ortsdurchfahrt im Kümmersbrucker Ortsteil Haselmühl. Gegner sehen dagegen die dort angesiedelten Geschäfte gefährdet und fürchten gravierende Umweltschäden im Bereich der neuen Trasse. Auch Klagen gegen das Projekt gab es, und sogar einen Bürgerentscheid 2017. Allerdings ging es damals nicht um ein "Ja" oder "Nein" der Kümmersbrucker zur Umgehung, sondern nur darum, ob die Gemeinde über die kommunale Sonderbaulast an den Kosten beteiligt werden sollte. Das Ergebnis der Abstimmung damals: 2904 Stimmen waren für, 3341 gegen die kommunale Sonderbaulast – also eine klare Bürgermehrheit gegen eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Kümmersbruck.

Freistaat zahlt alles

Damit trägt nun der Freistaat alleine die Kosten für den Bau der Umgehung. Die "Sonderbaulastenvereinbarung" mit Kümmersbruck ist laut Stefan Noll entsprechend aufgehoben. Dass der Bau jetzt beginnt, hat auch damit zu tun, dass die Planfeststellung verfallen kann, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist mit der Umsetzung begonnen wird.

Neue Chance für die Westumgehung

Kümmersbruck

 

 

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