10.06.2021 - 12:52 Uhr
KümmersbruckOberpfalz

Standesamt Hohenburg überträgt Aufgaben an Kümmersbruck

Das Kümmersbrucker Standesamt hat künftig mehr zu tun. Es übernimmt die Aufgaben aus Hohenburg mit.

Standesamtlich heiraten in Hohenburg wird auch künftig noch möglich sein. Nur kommt dazu künftig der Standesbeamte aus Kümmersbruck.
von Klaus HöglProfil

Geburten, Sterbefälle, Vaterschaftsanerkenntnisse, Kirchenaustritte, Personenstandsregister, Urkunden - die Standesämter haben eine Fülle von amtlichen Aufgaben zu erledigen. Die allermeisten Menschen assoziieren mit dem Standesamt sofort Hochzeit, Trauung, Eheschließung und Stammbuch der Familie, überreicht nach der Eheschließung vom Standesbeamten.

Etwa 50 bis 60 Trauungen notiert das Kümmersbrucker Standesamt jährlich, jetzt kommen wohl "drei bis acht Trauungen" jährlich dazu, inklusive aller standesamtlichen Aufgaben des Standesamtes Hohenburg. Denn die Marktgemeinde Hohenburg möchte die Aufgaben ihres Standesamtes dem Standesamt Kümmersbruck übertragen, in Form der sogenannten großen Übertragung. Soll heißen: komplette Übergabe der Aufgaben. Die Marktgemeinde Hohenburg hat das im April dieses Jahres wohl einstimmig befürwortet, jetzt war es am Kümmersbrucker Gemeinderat zu beschließen. Eine Zweidrittelmehrheit war dazu erforderlich, die hat es im Kümmersbrucker Gremium (bei zwei Gegenstimmen) letztlich auch gegeben. Zustimmen muss nun das Landratsamt Amberg-Sulzbach, die Gemeinde Kümmersbruck als Rechtsträgerin für die Marktgemeinde Hohenburg erfüllt dann ab 1. Januar 2022 alle Aufgaben des Standesamtes Hohenburg.

Ein Praxisbeispiel. Ein Hohenburger Brautpaar muss den Rathaussaal in Kümmersbruck aufsuchen, oder der Kümmersbrucker Standesbeamte fährt zur Eheschließung ins Rathaus Hohenburg. Die Beurkundung erfolgt aber in jedem Fall in Kümmersbruck. Die Verwaltung glaubt, so sagte Hauptamtsleiter Wolfgang Roggenhofer, dass dadurch zwischen 30 und 50 "Vorgänge" mehr zukommen auf das Kümmersbrucker Standesamt. Mehr Personal ist deshalb nicht erforderlich, sagt Bürgermeister Roland Strehl. Die "große Übertragung" zum Standesamt Kümmersbruck ist nicht vollends kostenlos: "Wir bezahlen dafür pro Einwohner drei Euro" sagte Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes, macht unter dem Strich rund 4500 Euro jährliche Kosten. Der Grund zur Übertragung. "Es fehlt uns das entsprechende Personal", sagte Junkes.

Hintergrund:

Selten, aber erlaubt

Es kommt zwar äußerst selten vor, aber ist gemäß AGPStG (Gesetz zur Ausführung der Personenstandsgesetzes) erlaubt: Kreisangehörige Gemeinden können die Aufgaben des Standesamtes einer anderen Gemeinde mit deren Zustimmung übertragen. Hierzu bedarf es jeweils eines Beschlusses einer Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Zahl der Mitglieder des Gemeinderates der übertragenden und der aufnehmenden Gemeinde. Übertragung und Aufhebung der Übertragung bedürfen der Zustimmung der unteren Aufsichtsbehörde. (e)

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