06.06.2021 - 14:35 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Über 300 Jahre Bierbrautradition in Leuchtenberg

Das einstige Kommunbrauhaus zu Leuchtenberg nach einer Zeichnung von Lehrer Sepp Kraus.
von Sieglinde SchärtlProfil

Das Kommunbrauhaus Leuchtenberg, außerhalb des Marktes gelegen, war von 1661 bis 1917 in Betrieb. Der Standort, einst gegenüber dem heutigen „Lindenwirt“, wurde bewusst gewählt, da es hier genügend Wasser gab. Auch den zum Brauen nötigen Hopfen bauten die Leuchtenberger selbst an. Im Gemeindewappen sind deshalb Hopfendolden zu sehen.

Der letzte Braumeister war Franz Kummerer aus Leuchtenberg. Beim Brauen wurde auf Einhaltung der Anteile der Kommunerer geachtet, z.B. ½ Brau oder 1 Brau bzw. 2 Brau. Die Braurechte sind heute noch eingetragen. Im Jahre 1917 wurde die große Kupferpfanne (Sudpfanne) für Kriegszwecke eingezogen und eingeschmolzen. In den 30er Jahren wurden die noch bewohnbaren Gebäude als Jugendherberge genutzt. Danach brachen Dächer, Zwischendecken und Kellergewölbe ein und die Ruinen wurden eingeebnet. Brauchbare Materialen wie Reichsziegel wurden von den Bewohnern von Leuchtenberg und Umgebung wieder als Baustoffe für ihre eigenen Häuser verwendet. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Natur den Platz zurückerobert und nur der Brauweiher als sichtbares Zeichen der Vergangenheit ist übrig geblieben.

Braumeister Kummerer und seine Frau Barbara verstarben in den 60er Jahren in Leuchtenberg und sind auch auf dem Friedhof beerdigt. Das Anwesen, dass sich gegenüber dem Gasthof „Lindenhof“ befand wurde abgerissen und es entstanden Parkplätze. Auch die Vereinsecke des OWV befindet sich auf dem ehemaligen Kummerer-Besitz sowie das Naturdenkmal „Kummerer-Felsen“, das sich in unmittelbarer Nähe des Bauhofes steht, war früher in Besitz der Familie Kummerer. Hier ließ sich der Braumeister von einem Leuchtenberger seinerzeit seinen Familiennamen einmeißeln und verewigte sich.

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