14.01.2020 - 11:21 Uhr
Luhe/Luhe-WildenauOberpfalz

"Ideen haben wir selber genug"

Die CSU im Markt setzt auf ihr Netzwerk aus Mandatsträgern auf allen politischen Ebenen. Ihr Bürgermeisterkandidat Sebastian Hartl sieht das dokumentiert beim Neujahrsempfang mit Landrat und Abgeordneten aus Bund und Land.

Bürgermeisterkandidat Sebastian Hartl (am Rednerpult) setzt unter anderem auf das CSU-Netzwerk, wie er beim Neujahrsempfang im Naabtalhaus sagt.
von Gabi EichlProfil

Hartl wie auch Landrat Andreas Meier und der Ortsvorsitzende Roland Rauch kommen unisono zu dem Schluss: „Nur die CSU hat´s im Kreuz.“ Ob das nur Neujahrsempfänge sind, wie Rauch sagt, oder gleich die erfolgreiche Zukunft der Gemeinde, die sich Hartl auf die Fahnen schreibt.

Der Landrat nutzt die Gelegenheit, um Dinge zurechtzurücken, wie er sagt, die ihn jüngst „gscheit aufg´regt hom“. Im Wahlkampf beginne nun wieder die „Unsitte“, für sich zu reklamieren, wofür man gar nichts getan habe. Die Diskussion um den Süd-Ost-Link sei ein Paradebeispiel dafür, „wie man unredlich mit den Menschen umgeht“, sagt Meier. Die CSU bestehe nach wie vor auf einer ernsthaften Prüfung der Variante, die Stromtrasse entlang der Autobahn zu bauen. Diese Prüfung sei bisher noch nicht geschehen. Dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger legt der Landrat nahe, die Energie, die dieser darauf verwende, "den Bürgern zu erzählen, was sie hören wollen“, lieber darauf zu verwenden, dass die Autobahn-Variante endlich geprüft werde. Solange das nicht der Fall sei, sei er, Meier, überzeugt, dass ein Bau entlang der Autobahn möglich sei. Die CSU habe sich in das Thema eingearbeitet statt „im Keller kleine bunte Holzkreuze zu basteln“. Aber der Netzbetreiber habe sich einmal auf eine Trasse festgelegt und verkaufe seither „immer den gleichen alten Wein in neuen Schläuchen“.

Häufig sei im Wahlkampf auch zu hören, diese oder jene umgesetzte Maßnahme sei eine alte Idee der Opposition gewesen. Aber wenn es nur darum gehe, Ideen zu haben, dann könne er seinen Job „aus der Badewanne heraus“ erledigen. Die ungleich härtere Arbeit als Ideen zu haben oder einen Antrag zu stellen, sei, diese umzusetzen. „Ideen haben wir selber genug“, sagt er.

Dem Bürgermeisterkandidat Hartl bescheinigt er die Fähigkeit, die Bürgerschaft zu einen und einmal gefasste Meinungen aufzubrechen. Und mit einem Seitenhieb auf die Überraschungskandidatin der SPD meint er: „Eine Bürgermeisterwahl ist auch dann demokratisch, wenn es nur einen Kandidaten gibt.“

Hartl selbst nennt einige Beispiele künftiger Aufgaben, die auch in der Bürgerumfrage der CSU genannt worden seien. Das seien unter anderem das am häufigsten genannte und nicht zufriedenstellende Erscheinungsbild der Gemeinde, die Sanierung der öffentlichen Infrastruktur, zum Beispiel auch des Naabtalhauses, oder die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe, weiterer Kinderbetreuungsplätze und einer Senioreneinrichtung. Unverständlich ist dem Feuerwehrmann Hartl eigenen Worten zufolge, dass der Markt keinen Vorschlag gemacht habe für die geplante Ehrung von Unternehmen, die Feuerwehrleute für deren Dienst freistellen.

Hartl wirbt mit größtmöglicher Transparenz und Bürgernähe, die er herstellen wolle auf digitalem wie althergebrachtem Weg von der App bis zum Marktblatt, so sagt er.

Info:

"Das ist eine Sauerei"

Die Trasse des Süd-Ost-Links - ursprünglich geplant mit einer Kapazität von zwei Giga-Watt - wird den Worten Landrat Andreas Meiers zufolge nur deshalb so breit, weil im Fränkischen auf Betreiben Wirtschaftsminister Hubert Aiwangers eine Stromleitung gestrichen worden sei. Man lasse sich in Franken feiern und hier werde die Kapazität der Leitung verdoppelt, denn das sei der Preis. Der Süd-Ost-Link sei mit Leerrohren für weitere zwei Giga-Watt geplant, eine zusätzliche Kapazität, deren Bedarf derzeit noch gar nicht von der Netzagentur als notwendig anerkannt sei. Ganz im Gegensatz zu der fränkischen Leitung, deren Bedarf im Netzentwicklungsplan festgeschrieben sei. Wäre man bei der ursprünglichen Planung des Süd-Ost-Links für eine maximale Kapazität von zwei Giga-Watt geblieben, hätte bei der doppelt so hohen Leistungsfähigkeit der aktuellen Kabelqualität die halbe Trasse genügt, rechnet Meier vor. Und wörtlich sagt er: „Das heißt also, bei uns kommt die doppelte Kapazität, damit man in Franken einen billigen Erfolg feiern kann. Und das ist eine Sauerei, die wir uns nicht bieten lassen werden.“

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