07.05.2020 - 10:13 Uhr
MähringOberpfalz

Das Kleinod in der Waldidylle

Wer von Mähring nach Altmugl fährt, kommt an einem romantischen Ort vorbei: Auf einer Waldlichtung steht die St. Nikolauskirche.

von Ulla Britta BaumerProfil

"Wir haben sie erst kürzlich renoviert", erzählt Rosa Schöner. Die engagierte Mähringerin kümmert sich seit vielen Jahrzehnten um ein Kleinod der Marktgemeinde, das Besucher aus dem ganzen Landkreis Tirschenreuth und weit darüber hinaus auch als Ausflugsort anzieht. Nicht nur die Gläubigen kommen vorbei, um im Kirchlein St. Nikolaus (wenn es geöffnet ist) oder draußen in der Natur zu beten.

Regelmäßig finden ganze Busgesellschaften, Wanderer, Sonntagsausflügler oder solche, die allein sein wollen für eine Weile, diesen mystischen Kirchenort mitten im Wald. Wie geschaffen ist die kleine Lichtung zum Meditieren, Nachdenken oder einfach nur zum Schweigen.

Die Geschichte von St. Nikolaus geht 800 Jahre zurück. Die Kirche ist das letzte Zeugnis der einst bedeutenden Propstei Högelstein des Klosters Reichenbach am Regen und war eine Grenzfeste. Um 1440 wurde sie durch die Hussiten-Einfälle zerstört. Damals wütete allerorts die Pest. 1442 kaufte das Gelände das Kloster Waldsassen und baute eine Holzkirche als Filialkirche von Mähring.

Lange diente das Kirchlein den gläubigen Menschen, bis 1894 ein Blitzschlag der Idylle ein Ende bereitete. St. Nikolaus brannte aus. Auch heißt es, dass es beim wieder beginnenden Bergbau in Mähring als Magazin zweckentfremdet worden sei. 1923 übernahm die Marktgemeinde die Verantwortung für St. Nikolaus. Es begannen umfangreiche Innen- und Außenrenovierungen, die mit einem Waldfest abgeschlossen wurden. Seit dieser Zeit veranstaltet Mähring immer am 15. August ein Waldfest auf der Lichtung von St. Nikolaus. Zur 800-Jahr-Feier verschönerte der Mähringer Künstler Emil Schicker das Kirchlein mit zwei Gemälden links und rechts neben den Fenstern. Auf einem davon ist die Nikolausgeschichte zu sehen. Nach einer umfangreichen Renovierung im Jahr 1996 hielt den Festgottesdienst der Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner.

Die katholische Kirche St. Nikolaus in Högelstein ist wirklich nicht groß. Das Kirchlein ist ein Saalbau mit einem rechteckigen Altarraum im Osten. Ihre Grundmauern stehen immer noch. Draußen weisen Wandertafeln auf Ausflüge in die tiefen Wälder am Grenzkamm. Parkbänke laden zum Verweilen ein.

Auch die Gegend um das Kirchlein, nur gut 200 Meter von der tschechischen Grenze entfernt, ist mehr als interessant. In der Nähe findet man Spuren der früheren Silber-, Gold- und Kupfergruben. Seit 1478 wurde in Mähring einst Bergbau betrieben. Jetzt ist es wieder ruhig geworden an diesem beschaulichen Plätzchen "Frieden". Autotouristen und Wanderer halten bei St. Nikolaus stille Rast, Familien freuen sich über die kleine Lichtung am Waldrand, wo sie ihre Kinder toben lassen können, während sie den Wald als Erholungsort genießen. Natürlich hat das der Heilige Nikolaus längst mitbekommen, was ihm zwischen Altmugl und Mähring gewidmet ist: Am 6. Dezember kehrt der Heilige Nikolaus auch in "seine" Kirche ein. Nach einem Gottesdienst verteilt er an die Kinder Geschenke, dann wird das heilige, fast sakrale Plätzchen Erde lebendiger denn je.

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