06.12.2021 - 10:19 Uhr
Oberpfalz

Märchen machen glücklich

Träumen wir nicht alle von einer Welt, in der immer das Gute siegt? Und das Böse am Ende die gerechte Strafe erhält? Für Märchen sind wir nie zu alt, so die OWZ-Glücksexpertin. Ein langer Winterabend wird so zu etwas ganz Besonderem.

Wenn wir ein Märchen lesen, tauchen wir in eine andere Welt ein.
von Evi WagnerProfil

„Antworten Sie mir, möchten Sie mich heiraten?“, fragt der Prinz auf dem Ball das Aschenbrödel. Doch die ersehnte Antwort bekommt er zunächst nicht. „Erst gebe ich Ihnen ein Rätsel auf, das Sie erraten müssen“, sagt die Schöne, mit der er tanzt. „Die Wangen mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht. Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht. Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht, mein holder Herr.“ Kurze Zeit später muss der verwirrte Prinz mit ansehen, wie seine Angebetete fluchtartig den Ballsaal des Schlosses verlässt, auf der verschneiten Treppe findet er nur noch ihren Schuh.

Alle Jahre wieder begeistert uns der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zur Weihnachtszeit – und obwohl wir schon von Anfang an wissen, wie alles endet, verdrücken wir dann doch ein paar rührselige Tränen, wenn der Prinz und das Aschenbrödel im Hochzeitskleid zusammen durch den Schnee davonreiten. Ja, Märchen machen uns eben glücklich. Und dieses ganz besonders. Doch warum ist das so? „Märchen geben Hoffnung“, erklärt Maren Conrad, die das Buch „Moderne Märchen“ geschrieben hat. „Das traditionelle Märchen hat ganz düstere Momente. Aber es geht immer gut aus. Und es hat Helden und Heldinnen, die es verdient haben, glücklich zu sein. Sowas ist in der modernen Welt, in der wir heute leben, wertvoll.“

Denn gerade jetzt, wo unser Leben immer komplexer wird und Glück darin manchmal nur schwer zu fassen ist, ist es eben einfach beruhigend, eine Geschichte zu lesen, zu hören oder zu sehen, von der man weiß, dass darin das Gute siegen wird. „Das wohlige Gefühl, das uns ein erhofftes Happy End bringt, ist eines der wichtigsten Erben des Märchens für unsere Kultur“, so die Expertin. „Was immer konstant bleibt, sind zentrale Werte. Dazu zählen die typischen Tugenden der Märchenhelden, wie Liebe, Treue, Güte, Mut, Freundschaft und Menschlichkeit.“

Und wünschen wir uns schließlich nicht alle, dass böse Drachen und andere Monster am Ende ihre gerechte Strafe erhalten und alles gut wird? Eben. Damit ist auch schon erklärt, warum uns Märchen so glücklich machen. Oder wie Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche so schön erkannte: „Wir meinen, das Märchen gehöre zur Kindheit, wir Kurzsichtigen. Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen leben möchten.“ Gönnen Sie sich also am besten noch heute eine gute Geschichte, und tauchen Sie in eine Fantasiewelt ein, in der immer das Gute siegt. Denn für Märchen ist man tatsächlich nie zu alt.

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