10.01.2019 - 15:00 Uhr
Oberpfalz

Mal wieder einen Brief schreiben

Briefe können nicht nur den Empfänger, sondern auch den Sender richtig glücklich machen. Erleben Sie wieder einmal die sinnliche Angelegenheit, einen Brief zu schreiben, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Kreatives Schreiben tut uns gut, das ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen.

"Gute Briefe sind wie gute Freunde", sagte einmal der Schriftsteller Oscar Wilde. Nur lebte er in einer Zeit, in der das Briefeschreiben noch zum Alltag gehörte. Keiner ahnte damals schon etwas von Mobiltelefonen, E-Mails, SMS und Sprachnachrichten. Wollte man einem lieben Menschen, der gerade nicht vor Ort war, etwas mitteilen, schrieb man eben einen Brief. Gewöhnlich nahm man sich dafür Zeit, setzte sich in einen gemütlichen Sessel oder an den Schreibtisch, feilte an den richtigen Worten, machte sich Gedanken, wie diese wohl beim Empfänger ankommen würden, ließ diese dann mit Tinte auf das Papier fließen. Man könnte fast sagen, Briefeschreiben war und ist eine sinnliche Angelegenheit.

Warum, frage ich mich, haben wir also aufgehört mit dem Briefeschreiben? Weil es nun mal viel einfacher und schneller geht, einige Buchstaben in Computer- oder Handy-Tastatur zu tippen und auf "Send" zu drücken? Weil wir dafür kein teures Briefpapier, die passenden Umschläge und Briefmarken kaufen müssen? Weil es eben effektiver ist? Sicher, diese Gründe sind nicht von der Hand zu weisen. Und dennoch bin ich dafür, dass wir alle wieder mehr Briefe schreiben sollten. Denn wie sagte der britische Politiker John Morley mal so schön: "Briefe zu schreiben ist die schönste Art Zeit zu vergeuden." Und schließlich können Briefe nicht nur den Versender, sondern auch den Empfänger sogar richtig glücklich machen.

Erinnern Sie sich vielleicht noch an das wunderbare Gefühl, als Sie das letzte Mal den Briefkasten geöffnet haben - und sich neben Werbebroschüren und Rechnungen darin auch ein Kuvert oder eine Karte fand, auf der Sie bereits die Handschrift eines alten Freundes, oder des oder der Liebsten erkennen konnten? An das Kribbeln im Magen und die Vorfreude, bevor Sie die Zeilen gelesen haben, die nun endlich bei Ihnen angekommen waren? Natürlich freuen wir uns vielleicht auch über das Piepen des Smartphones, das uns eine neue Textnachricht ankündigt. Aber letztendlich lässt sich diese nicht wirklich mit diesem warmen Gefühl vergleichen, dass uns beim Öffnen eines persönlichen Briefes überkommt.

Und kreatives Schreiben tut uns gut, das ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen. Wie Psychologen der Universität Austin herausgefunden haben, wirkt das sogar bei der Liebe. Sie luden Menschen, die gerade auf Dates gingen, ein, über ihre Gefühle für den Anderen zu schreiben. Das Ergebnis: Drei Monate später waren mehr von ihnen glückliche Paare. Nun müssen Sie ja nun nicht unbedingt gleich Liebensbriefe verschicken, um von diesem Glück des Schreibens zu profitieren.

Kaufen Sie doch mal wieder edles Briefpapier oder lustige Karten - und schreiben Sie den Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, einige nette Zeilen. Sie werden sehen, welchen Spaß das macht - und wie viel Glück Sie so verschenken können. Oder besser: verschicken. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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