03.06.2020 - 09:47 Uhr
MantelOberpfalz

Doppelter Wolfsnachwuchs in der Oberpfalz?

Durch die Oberpfalz streifen laut Landesamt für Umwelt zwei Wölfinnen mit Gesäuge. Ein Zeichen, dass es 2020 gleich zweimal junge Wölfe gibt. Und nicht nur das: Ein weiteres Wolfspaar scheint sich in der Region niedergelassen zu haben.

Auch in der Regionen scheinen Wolfswelpen unterwegs zu sein.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Es scheint, als würde es in diesem Jahr in der Oberpfalz gleich zweimal Wolfsnachwuchs geben. Und nicht nur das, es hat sich wohl auch ein weiteres Wolfspaar in der Oberpfalz niedergelassen. Davon geht zumindest das bayerische Landesamt für Umwelt aus.

Auf ihrer Website hat die Behörde zwei neue Wolfsnachweise veröffentlicht. In beiden Fällen sind Fähen, also weibliche Wölfe, mit erkennbarem Gesäuge in Fotofallen getappt. Laut LfU reicht gemäß der Monitoringstandards der Nachweis einer Fähe mit Gesäuge aus, um von Wolfsnachwuchs auszugehen.

Bei einem Nachweis handelt es sich um ein Foto von einer Wölfin im Veldensteiner Forst vom 5. Mai 2020, auf dem das Gesäuge zu erkennen ist. Gibt es im Veldensteiner Forst tatsächlich Nachwuchs, wäre das nach den Welpen in den Jahren 2018 und 2019 der dritte Wurf in diesem Territorium.

Unklar ist allerdings, woher die Fähe kommt. Denn die ursprüngliche Wölfin aus dem Veldensteiner Rudel und Mutter der ersten beiden Jahrgänge ist im September 2019 bei einem Verkehrsunfall bei Pegnitz ums Leben. Ihre Welpen waren damals schon mehrere Monate alt, aus dem Gröbsten raus und nicht mehr zwingend auf die Mutter angewiesen.

Der Wolfsbeauftragte für die Oberpfalz im Interview

Theuern bei Kümmersbruck

Die Herkunft der neuen Fähe konnte allerdings noch nicht anhand genetischer Spuren analysiert werden. Es könnte sich bei dem Tier sowohl um eine Tochter aus dem Veldensteiner Rudel handeln, aber auch um ein Tier aus einem anderen Territorium.

Ab einem Alter von zehn Monaten verlassen Wölfe auf der Suche nach einem Partner und einem eigenen Territorium ihr Rudel. Dabei können sie mehrere 100 Kilometer zurücklegen. Das zeigt der Fall einer weiteren Wölfin aus dem Veldensteiner Forst. Das Tier wurde im April bei Neu-Ulm überfahren - rund 230 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

Nur bis in den Landkreis Neustadt/WN hat es hingegen ein männliches Tier aus dem Veldensteiner Forst geschafft. Dort hat sich der Wolf - nach aktuellen Erkenntnissen - mit einer Fähe aus Nochten in Sachsen niedergelassen. Das hat eine Genetikanalyse Ende Januar 2020 ergeben. Das Landesamt für Umwelt geht momentan davon aus, dass sich das Territorium "Manteler Forst" dieses neuen Wolfspaares über die Waldgebiete zwischen Parkstein und Kohlberg erstreckt. Ein Foto von Ende Mai 2020 zeigt nun auch diese Fähe mit erkennbaren Gesäuge. Was ebenfalls auf Wolfsnachwuchs schließen lässt.

Keinerlei Anzeichen auf Welpen gibt es dagegen noch aus Grafenwöhr. Dort streift seit 2017 ein Paar über den Truppenübungsplatz. Nachwuchs gab es bisher jedoch nicht.

Warten auf dem Wolfsnachwuchs im vergangenen Jahr

Grafenwöhr
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