Im Kastler Seniorenheim St. Josef fast 100 Personen gegen Corona geimpft

Die beiden Impfteams aus Amberg leisten im Kastler Seniorenheim St. Josef ganze Arbeit. Dort sind jetzt fast 100 Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

Das Impfteam mit Dr. York Heidenreich (rechts) mit seiner ersten Patientin an diesem Impftag, der Kastler Heimleiterin Monika Breunig (links).
von Autor JPProfil

Zwei Impfteams aus Amberg waren einen ganzen Tag lang im Seniorenheim in Kastl zugange, um den Menschen die erste Impfung gegen das Coronavirus zu verpassen. Dabei ließen sich immerhin 85 Prozent der Senioren und 75 Prozent des Personals impfen – zusammen fast 100 Personen. "Ein tolles Ergebnis, das hoffen lässt", lautete das Fazit von Heimleiterin Monika Breunig.

Grundsätzlich gilt: Um ins Heim gelassen zu werden, muss man sich anmelden und wird danach auf seine Gesundheit hin überprüft. In einem separaten Raum wird die Körpertemperatur gemessen und ein Covid-19-Schnelltest vorgenommen. Am Tag der Impfung hatte die Fachkraft Erika Wittmann Dienst, die in ihrem Covid-19-gerechten „Raumanzug“ routiniert die Untersuchungen vornahm.

Nun ist natürlich es nicht so einfach, per Fieberthermometer ein realistisches Ergebnis zu erhalten, wenn draußen Minustemperaturen herrschen und der Impfling bei Minusgraden das Gebäude betritt. Dann muss der Körper erst einmal auf die menschliche Betriebstemperatur kommen. Mit 36,2 Grad ist man dann „cool“ und nicht fiebrig, so dass ein Corona-Schnelltest folgen kann.

Rasch und ohne Probleme wurde dazu das Stäbchen in den Nasen-Rachen-Raum eingeführt, eine Sekundensache, dann in die Testflüssig getaucht und auf dem Teststreifen platziert. Nun hieß es, eine Viertelstunde zu warten, was penibel eingehalten wurde. Ein negatives Ergebnis war die Voraussetzung, um das Procedere fortsetzen zu können.

Danach ging es in den Raum, in dem das Impfteam wartete, das aus drei Personen bestand und von Allgemeinarzt Dr. York Heidenreich geleitet wurde. Der Mediziner nahm dann auch persönlich die Impfung vor. In Kastl kam der Impfstoff der Firma Biontech zum Einsatz.

Wie Heidenreich erläuterte, stammt dieser Impfstoff aus Erlangen, wo er in Spezialbehältern bei minus 70 Grad in flüssigem Stickstoff eingefroren war. Zum Transport sei er in normale Kühlbehälter umgefüllt worden. Bis es im Impfzentrum angekommen sei, sei das Mittel aufgetaut. Gespritzt werde das Vakzin mit einer Temperatur von zwei bis acht Grad plus. Allerdings muss der Impfstoff laut Heidenreich nach dem Auftauen innerhalb von fünf Tagen verbraucht werden.

Vor dem Impfen kommt aber die Verwaltungsarbeit. Und das nicht zu knapp. Zwei Formblätter mussten die meist älteren Heimbewohner ausfüllen und unterschreiben. Fragen bezüglich einer akuten Erkrankung, einem chronischen Leiden, Immunschwäche, Blutgerinnungsstörungen, allergischen Reaktionen oder Schwangerschaft sind noch zu verstehen. Das Merkblatt mit Details über Covid-19, über den Impfstoff und dessen Wirkung, über Impfreaktionen und eventuelle Komplikationen sowie das anschließende Aufklärungsgespräch des Arztes dürften so manchen über 80-Jährigen doch etwa überfordert haben.

Heimleiterin Monika Breunig ging mit gutem Beispiel voran, absolvierte die schriftliche Prozedur, unterschrieb ihr Einverständnis für die Impfung und ließ sich anschließend von Dr. Heidenreich unter kritischer Begutachtung einiger Bediensteter und Bewohner impfen.

Unerschrocken tat es ihr die über 80-jährige Heimbeiratsvorsitzende Helga Birkl, eine Hohenburgerin, die im Rollstuhl sitzt, nach. Nach ihren Gründen befragt, sagte Birkl, dass sie lungengeschädigt sei. Sie hoffe, durch die Impfung die Gefahr, an Corona zu erkranken, auszuschließen. Damit falle ihr und ihren Angehörigen ein Stein vom Herzen, da sie zur höchstgefährden Personengruppe gehört.

Helga Birkl versicherte, überhaupt keine Bedenken gegen die Impfung zu haben, auch wenn das mancher anders sehe. "Nur wenn man sich impfen lässt, hat man auch die Chance, trotz Corona weiterzuleben", betonte Helga Birkl. Dies sage sie auch den Bewohnern und dem Personal des Heims. Nach der Impfung über ihre Eindrücke befragt, erklärte sie: "Die Impfung ist einwandfrei gelaufen. Ich habe jetzt ein gutes Gefühl, für mich, für mein weiteres Leben und für das Leben der Mitmenschen, mit denen ich zu tun habe."

Das Impfen läuft gut an

Amberg
Im Covid-19-gerechten „Raumanzug“ empfängt Fachkraft Erika Wittmann die Besucher für den Temperatur- und den Corona-Test.
Ein kurzer Picks ein Druck auf die Spritze, und schon ist Heimleiterin Monika Breunig (links), die mit gutem Beispiel voran geht, von Dr. York Heidenreich (rechts) geimpft.
Die 80-jährige Heimbeiratsvorsitzende Helga Birkl fühlt sich eigenem Bekunden zufolge nach der Impfung gut. Sie blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.