Polizeifachhochschule in Klosterburg Kastl wird offiziell eröffnet

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach
24.05.2023 - 15:00 Uhr

Nach gut fünf Jahren Bauzeit wird am kommenden Wochenende die neue Polizeifachhochschule in der Kastler Klosterburg offiziell ihrer Bestimmung übergeben und eingeweiht. Auch die Bevölkerung ist zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Vor rund sechs Jahren fiel die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, die seit Jahren leerstehende Kastler Klosterburg zu einer Polizeifachhochschule umzubauen und zu sanieren. Die Klosterburg befand sich bereits seit der Säkularisation 1812 in den Händen des Freistaates. Schon beim Planungsauftrag der staatlichen Baubehörden stellte sich heraus, dass der Zahn der Zeit und die wechselvolle Geschichte ordentlich an der Bausubstanz des Gebäudes genagt hatten. Schnell wurde deutlich, dass hier ein Millionenaufwand notwendig wird, um das Gebäude einschließlich des kaputten Dachstuhles wieder herzurichten – und der Denkmalschutz ein gewichtiges Wort mitreden wird.

Bezug im Frühjahr

Nach vier Jahren Bauzeit wurde dann das ehemalige Mädcheninternat des Ungarischen Gymnasiums im westlichen Teil der Klosterburg mit dem ehemaligen alten Polizeigefängnis als Unterkunft für die ersten 60 Polizeifachhochschüler übergeben. Im Frühjahr diesen Jahres konnte schließlich die gesamte Polizeifachhochschule Kastl mit rund 120 Studierenden und dem Fach- und Unterrichtspersonal (30 Personen) den Betrieb aufnehmen. Am kommenden Wochenende erfolgt die offizielle Einweihung mit einem Tag der Offenen Tür für die Bevölkerung.

Bei einem Rundgang durch die fertige Klosterburg zeigte der neue Hausherr, Polizeidirektor Markus Ixmeier, stolz das Ergebnis der gelungenen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Das alte Lehrerzimmer des Ungarischen Gymnasiums mit der Holzdecke und dem Erker, der einen fantastischen Blick über das Lauterachtal ermöglicht, wurde erneut zum Konferenzzimmer der Polizeifachhochschule. Auch die neue Bibliothek der Schule wurde aufwendig restauriert, der Altar der ehemaligen Klosterkapelle integriert und die alten Stuckdecken wieder hergestellt. Auch das Refektorium der Klosterburg, der alte Speisesaal der Klostermönche, behielt seine Bestimmung und dient nun als Speisesaal der Polizeifachhochschüler. Hier hat man die mittelalterlichen Bogendecken in minutiöser Handarbeit einschließlich der Abschlusssteine wieder original hergestellt.

Eigenes Küchenteam

Wie Markus Ixmeier weiter erläuterte, hat sich bei der Verpflegung einiges geändert. Ursprünglich war geplant, über eine Catering-Firma das Essen aus der Küche der Polizei in Sulzbach-Rosenberg zu beziehen. Schnell habe man aber gemerkt, dass aufgewärmtes Essen nicht so schmeckt wie frisch gekocht. Deshalb wurde in Kastl eine Küche mit zwei Köchinnen und fünf Helferinnen aufgebaut, die hier zwei Gerichte (mit Fleisch und vegetarisch) alle Tage frisch anbieten – sehr zur Freude der Schüler und des Fachpersonals.

Zwei Polizeifachhochschüler, Polizeihauptmeisterin Eva Maria Schröter aus Nördlingen und Polizeihauptmeister Sebastian Kunkel aus Aschaffenburg, erzählten, was ihnen an ihrer neuen Schule gefällt und ob sie sich in Kastl schon einigermaßen eingelebt haben. Schröter war vorher dienstlich in Augsburg und Kunkel in München tätig, beide sind sogenannte Aufstiegsbeamte vom mittleren in den gehobenen Dienst.

Lob für kurze Wege

Sie erklärten übereinstimmend, dass die kurzen Wege vom Zimmer in den Speisesaal und in den Lehrsaal in Kastl toll sind. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, so sind die Polizeischüler etwa gern gesehene Gäste auf der Tennisanlage des TuS Kastl am Mennersberg, und das Essen – vom Frühstück über das Mittag- bis hin zum Abendessen – sei ausgezeichnet. Außerdem lobten sie die neuen Räume, die modernen Lehrmittel und die Geräte zur Unterrichtsgestaltung.

Die Bevölkerung sei freundlich zu den Polizeischülern und der abendliche Spaziergang von der Klosterburg über die vielen Stufen hinab ins Lauterachtal und wieder zurück sei gut für die Gesundheit. Man sei anderes gewöhnt von der Entfernung her. So war in Sulzbach-Rosenberg die Unterkunft mehr als fünf Kilometer vom Schulort entfernt.

Der Eintritt zum Tag der offenen Tür ist frei. Los geht es um 10.30 Uhr, um 16 Uhr ist Schluss. Angeboten werden laut einer Pressemitteilung Burgführungen, aber auch Info-Stände und Vorträge. Sondereinsatzkräfte der Polizei stellen ihre Ausstattung und Fähigkeiten in Vorführungen vor. Kinder können bei einer Schnitzeljagd mitmachen und sich einen Kinder-Polizeiausweis ausstellen lassen.

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach19.05.2023
Hintergrund:

Die neue Polizeifachhochschule in der Klosterburg Kastl

  • In der Klosterburg Kastl ist neben den Studienorten Fürstenfeldbruck und Sulzbach-Rosenberg ein dritter Studienort der Hochschule der Bayerischen Polizei entstanden.
  • Die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten dauerten etwa fünf Jahre.
  • Die Übernahme der Gebäude erfolgte am 15. Dezember 2022.
  • Damit ist der Fachbereich Polizei nun „Hausherr“ der Klosterburg Kastl.
  • Seit 1. März wohnen die ersten Studierenden auf der Klosterburg und werden hier auch unterrichtet.
  • Offizieller Festakt zur Eröffnung und Tag der offenen Tür ist am Samstag, 27. Mai.
 

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