Das Kastler Recht geht auf das Jahr 1323 zurück, als Kaiser Ludwig der Bayer dem Ort Kastl das Marktrecht verlieh. Seitdem feiern die Kastler immer am Montag nach Dreikönig das Kastler Recht. Ganz früher steppte dabei im Ort der Bär. Seit einigen Jahren nehmen sich die Roum-Boum der Sache an. Sie ziehen mit ihren Instrumenten durch Kastl und erfreuen ihr Publikum mit ihren hinterfotzigen Gstanzln.
Im vergangenen Jahr, als die Pandemie bereits zugeschlagen hat, wurden die Gstanzl und das Kastler Recht virtuell mit einem Film auf Youtube vorgestellt. Allerdings verfing sich während der Dreharbeiten die teuere Kameradrohne in einem Baum im winterlichen Beckerstachel-Garten. Geläutert durch solch widrige Umstände verzichteten die Roum-Boum Thomas, Dominik und Sebastian heuer auf solcherart Experimente und konzentrierten sich aufs Gstanzl-Schreiben.
Hier ein Auszug aus ihren Spottversen:
"Des Kastler Recht könn' ma heuer nicht aktiv feiern, die Roum-Boum tun trotzdem a paar Gstanzl zusteuern. Trotz Corona is auch letztes Jahr viel passiert. Lest es euch durch, wenn's euch interessiert. In Kastl is a Baugebiet ausgwiesen worn, die Nachfrage nach den Bauplätzen war schon enorm. Nicht nur die Nachfrage, auch die Preise sann hoch, da hat manchen getroffen da Schloch. In Kastl sann letztes Jahr viele Straßen renoviert worn, da kannt ma fast denken, bei uns ist Bob der Baumeister dahoam.
Da Spielplatz im Hainthal wird a wieder hergricht, am Geld mangelt's in Kastl wohl ja nicht. Die Schule wird saniert, des Armenspital a, da is scheinbar viel Geld da, denkt sich da Einbrecher a. Im Kindergarten, im Freibad und in a Metzgerei is eingebrochen worn, ja in Kastl war letztes Jahr das Verbrechen dahoam. Die ersten Polizeischüler sann in da Klosterburg einquartiert, jetz hoff ma, dass in Kastl weniger passiert. Die Investition in den neuen Kindergarten hat se rentiert, denn aktuell ist der recht gut frequentiert.
Die Feuerwehr hat trotz Corona letztes Jahr fleißig trainiert, dass den Leuten helfen könna, wenn ihnen etwas passiert. Der Campingplatz in Kastl wird leider nicht gebaut, der Investor hat koa Geld und auf an hohen Zuschuss vertraut. In Wolfsfeld hamm's jetz an Funkmast hinbaut, nur in Utzenhofen hat's mit am Funkmast no niat so ganz hinghaut. Der Gittermast is scho genehmigt, bloß der Bau juckt die Telekom ganz wenig. Über die Ahnungslosen im Dool könn ma dann leider nimma singa, wir werdn dafür bestimmt im Jahr übers Dool was anderes finna.
Der Stefan (Bürgermeister) is letztes Jahr scho 50 Jahr alt worn, und is politisch immer nu in Kastl dahoam. Für die große Politik, lieber Stefan, hast nimmer viel Zeit, sattel die Hühner und mach dich bereit. Auch der Otterbein scharrt scho mit den Hufen und steht für an hohen Posten bereit, weil auch der hat dazu nimmer viel Zeit. Die Monika (Breunig) is geworden 65 Jahr und schaut no so gut aus, ja ist denn des wahr? Beim Kastler Trachtenverein hat's amal an Wechsel gegebn, die müssn jetz mit am Chef aus Dettnach draußen weiterlebn.
Kastl will jetz klimaneutraler wern, da wern mir heuer bestimmt noch ganz viel hörn. Da wird jetzt bestimmt auch viel in die E-Mobilität investiert, dass sich des viele Geld für die neuen Straßen richtig rentiert. So wir sann am Schluss, des war a Auszug von dem, was in Kastl letztes Jahr ist geschehen. Wir hoffen, dass ma euch nächstes Jahr live wieder sehen. Machts es gut, bleibt's gsund und uns Roum-Boum treu, a Zeit ohne Pandemie wär für uns auch ganz neu."
"Im Kindergarten, im Freibad und in a Metzgerei is eingebrochen worn, ja in Kastl war letztes Jahr das Verbrechen dahoam. Die ersten Polizeischüler sann in da Klosterburg einquartiert, jetz hoff ma, dass in Kastl weniger passiert."















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