Die Ukraine will in die EU und in die Nato – und die bayerische Wirtschaft soll dabei helfen: Das betonte der ukrainische Botschafter für Deutschland, Andriy Melnyk, bei einem Wirtschaftsgespräch im Kastler Forsthof. Er besuchte die Region auf Einladung von MdB Alois Karl. Auch die Kaolinindustrie im Hirschauer Raum war eine Station der Exkursion.
Landrat Richard Reisinger hatte zum Treffen in Kastl das goldene Buch des Landkreises Amberg-Sulzbach mitgebracht. Er sprach davon, nicht nur wirtschaftliche Verbindungen zu den Ostländern aufzubauen, sondern auch die Versöhnung zu suchen. Die Ukraine sei europäischer als viele glaubten. So habe man wegen Fachkräftemangel eine ukrainische Ärztin ans Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg geholt, die mit nach Kastl gekommen war.
Botschafter Andriy Melnyk war zum ersten Mal in der Oberpfalz und zeigte sich beeindruckt vom Besuch bei der Hirschauer Kaolinindustrie. Er berichtete, in der Ukraine habe seit 2014 ein positiver Wandel eingesetzt – hin zu Europa und zur Nato. Allerdings würden durch den Krieg in der Ostukraine und durch die Besetzung der Krim durch die Russen 20 Prozent der Wirtschaftsleistung gebunden. Deutschland und insbesondere Bayern seien wichtigste Handelspartner der Ukraine. Man habe sich seit 2014 den Vorschriften der EU im Warenverkehr angenähert und wolle so schnell als möglich die geforderten Standards einhalten.
Derzeit würden in der Ukraine vor allem Waren für die Autozulieferindustrie in Deutschland hergestellt, berichtete der Botschafter. Aber auch viele Rohstoffe würden nach Deutschland geliefert. Ein großes Problem in seinem Land sei die Korruption, deren Wurzeln in der Sowjetrepublik zu finden seien, meinte Melnyk. Der Beitritt in die EU und in die Nato sei der richtige Weg für die Ukraine. Einige Deutsche Firmen hätten schon Zweigstellen in der Ukraine, man exportiere vor allem Rohstoffe wie Kaolin. Otto Hieber von den Amberger Kaolinwerken, die ein Unternehmen in der Ukraine besitzen, berichtete von den Aufbau- und Anfangsschwierigkeiten, aber auch von erfreulichen Entwicklungen. Auch von der Dorfner-Gruppe wurde Positives berichtet. Man sei derzeit dabei, Lithium- und Graffitvorkommen in der Ukraine für die deutsche Batterieproduktion zu erschließen. Ein anderer Unternehmer erzählte, dass die Lage in China immer schwieriger werde. Er wolle deshalb in Osteuropa produzieren, vermutlich in der Ukraine.















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