Über die Osterfeiertage ist aus einem Fass, abgestellt auf dem Gelände einer Straßenbaufirma in Ponholz, Bitumen-Haftkleber ausgelaufen. Wie der stellvertretende Leiter der PI Burglengenfeld, Florian Beck, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilt, sind es 7200 Liter. Unbemerkt bahnt sich das 40-prozentige Bitumen-Wassergemisch seinen Weg über die Regenkanalisation durch ein leeres Regensickerbecken, das neben dem Betriebsgelände im Gewerbegebiet liegt. Von dort gelangt es in ein Auffangbecken für Niederschlagswasser an der Kreisstraße SAD 4 zwischen Ponholz und Leonberg. Entdeckt wird der Unglücksfall erst am Dienstag gegen 17 Uhr. Nach den Worten von Beck versuchen die Feuerwehrleute, das Gemisch zu binden und bauen eine Ölsperre auf.
Wasser und Schlamm entsorgen
Die Polizei Burglengenfeld ermittelt wegen Gewässer- und Bodenverunreinigung. Sie geht derzeit allerdings nicht von einem Vorsatz aus. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich Dritte gewaltsam Zutritt zum Betriebsgelände verschafft haben. Das Wasser im Regenauffangbecken dürfte inzwischen abgepumpt sein. Es wird von einer Spezialfirma entsorgt. Auch der Schlamm muss komplett aus dem Becken raus. Für die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten zuständig ist nach Angaben des derzeitigen Pressesprechers des Landratsamtes Schwandorf, Christian Meyer, das Landratsamt Schwandorf in enger fachlicher Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden.
Emulsion setzt sich ab
Christian Meyer lobt die Straßenbaufirma, die wie von den Behörden gefordert, säubert. "Es mussten keine Anordnungen getroffen werden." Der Schlamm muss deshalb komplett aus dem Becken gebaggert werden, weil sich nach den Worten von Christian Götz vom Wasserwirtschaftsamt der Haftkleber absetzt. Das Bitumen-Wassergemisch würde ein Laie als zähflüssig beschreiben. Es ist eine Emulsion. Durch die sonnigen Tage über Ostern – vermutet Götz – sind die 7200 Liter dünnflüssiger geworden und schneller geflossen. Der Abteilungsleiter, am Wasserwirtschaftsamt Weiden für den Landkreis Schwandorf verantwortlich, erklärt: "Im Gegensatz zu Diesel beispielsweise setzt sich der Haftkleber ab." Diesel dagegen schwimmt.
Der Schlamm wird auf Schadstoffe untersucht. Ebenso wurden und werden Grundwasserproben genommen. Christian Götz geht allerdings bei diesem Material nicht davon aus, dass es ins Grundwasser gelangt ist. Während der Arbeiten muss darauf geachtet werden dass kein Regenwasser ins Becken gelangt. Der Abteilungsleiter zeigt sich in einer Hinsicht erleichtert. "Der Bitumen-Haftkleber ist nicht in ein Oberflächenwasser gelangt." Der Vorfall wurde "zum richtigen Zeitpunkt bemerkt".
Bitumen-Haftkleber
- Gemisch aus Bitumen und Wasser
- Anreicherung mit Emulgatoren und Stabilisatoren, weil sich Wasser und Bitumen nicht stabil vermischen lassen.
- Anwendung im Straßenbau
- Aufbringen wird als Anspritzen, Vorspritzen oder Aufspritzen bezeichnet
- Haftkleberwird flächig verteilt und dient als Brücke im Schichtenverbund einer Straße. Er verbindet die gröbere Asphaltragschicht beispielsweise mit der feineren Deckschicht. (Quelle: Wikipedia)





















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