16.10.2020 - 14:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Behindertenparkplätze: Lücke am Unteren Markt in Mitterteich

Das Fehlen eines Behindertenparkplatzes auf einer Marktplatzseite in Mitterteich war jetzt ein Diskussionsthema im Bauausschuss der Stadt Mitterteich. Vor einer Entscheidung ist ein Ortstermin mit den Beauftragten geplant.

Am Unteren Markt in Mitterteich gibt es auf der Seite mit der Bäckerei Sölch und dem Modehaus Zeitler entlang der gesamten Häuserzeile keinen Behindertenparkplatz. Nach diesem Hinweis im Bauausschuss soll nun ein Ortstermin stattfinden.
von Udo Lanz Kontakt Profil

An mehreren Stellen am Oberen und Unteren Marktplatz gibt es Behindertenparkplätze - aber nicht in der Nähe der Häuserzeile mit Backerei Sölch, Stadtbücherei und Modehaus Zeitler. Darauf habe ihn ein Bürger aufmerksam gemacht, wie Josef Schwägerl (CSU) in der jüngsten Bauausschusssitzung unter "Wünsche und Anregungen" berichtete. Es sei recht beschwerlich für Gehbehinderte, von den vorhandenen Stellplätzen auf der gegenüberliegenden Seite oder bei der Stadtpfarrkirche in diesen Bereich zu gelangen. Schwägerl regte daher an, bei einem Ortstermin zu prüfen, wo ein solcher Parkplatz geschaffen werden könnte.

Geforderte Verbesserungen in Arbeit

Bürgermeister Stefan Grillmeier erwiderte, dass die Stadt im Gesamtbereich Unterer Markt zwar Behindertenparkplätze geschaffen habe, aber man nochmals eine Begehung speziell bei der genannten Häuserzeile ansetzen könne. Teilnehmen soll daran neben den Behindertenbeauftragten auch Bauamtsleiter Thomas Grillmeier. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Stadt immer wieder auf Anregungen reagiert habe. Er verwies auf die Rampe bei der Stadtbücherei und berichtete, dass geforderte Verbesserungen für Sehbehinderte derzeit in Arbeit seien.

Optimal geeignete Stelle

Behindertenbeauftragte Hildegard Betzl merkte an, dass man bereits vor Jahren bei den Planungen des Marktplatz-Umbaus einen solchen Stellplatz oberhalb des Modehauses Zeitler neben einer Hauseinfahrt auf der Agenda gehabt habe. "Der ist aber leider nie gebaut worden." Diese Stelle wäre deshalb am besten geeignet, weil man wegen der frei bleibenden Fläche der daneben liegenden Zufahrt gut aus einem Auto aussteigen könnte, so Betzl weiter.

Stefan Grillmeier gab zu bedenken, dass auch das dortige Gefälle betrachtet werden müsse. Weiter sollte geprüft werden, ob es bei der Ausweisung eines neuen Stellplatzes weiterhin die gleiche Zahl an Behindertenparkplätzen bei der Kirche bräuchte. Als Vorsitzender des Gewerbefördervereins höre Grillmeier auch die Argumente der Geschäftsinhaber, wie er berichtete. Diese befürworteten zwar auch generell Behindertenparkplätze, doch problematisch sei, wenn solche Stellplätze häufig über längere Zeit leer blieben, während es sonst an Parkplätzen mangele. "Wir werden einen Kompromiss finden müssen", so Grillmeier.

Keine Reduzierung

Hildegard Betzl und die weitere städtische Behindertenbeauftragte Doris Scharnagl-Lindinger sprachen sich umgehend gegen eine mögliche Stellplatz-Reduzierung an anderer Stelle aus. "Kein Behindertenparkplatz ist einer zu viel", betonte Betzl.

Der weitere Behindertenbeauftragte Wolfgang Karbstein (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) schlug vor, zwei der Schrägparkplätze direkt an der Durchgangsstraße wegzunehmen und in einen Behindertenparkplatz umzuwandeln. Widerspruch erntete er sogleich von Hildegard Betzl und Doris Scharnagl-Lindinger: Dieser Bereich sei wegen des Kopfsteinpflasters und der weiteren Laufwege nicht für ein solches Vorhaben geeignet.

Bauausschuss-Splitter:

Straßenbeleuchtung, Baustellenzufahrt und Bauanträge

  • Gerhard Greim (SPD) erinnerte daran, dass in einer der vergangenen Stadtratssitzungen Begehungen angekündigt wurden, um die Ausleuchtung durch die neuen Straßenlampen zu verbessern. Nun sei er aber von mehreren Seiten auf nach wie vor existierende dunkle Stellen angesprochen worden, unter anderem im Bereich der Neuen Siedlung. Josef Schwägerl nannte in diesem Zusammenhang die Ecke Kohllohstraße/Pechofener Straße. Bürgermeister Grillmeier erklärte dazu, dass die im Zuge der Begehungen festgestellten Punkte innerhalb von drei Wochen abgearbeitet würden. Dabei werde an den Straßenlampen auch ein Vogelschutz angebracht, außerdem würden nun auch die Geschäftshäuser am Oberen Markt mit neuen Beleuchtungselementen ausgestattet. Nicht zuletzt habe die Stadt bei der Firma, die für die LED-Strahler der Straßenbeleuchtung zuständig ist, eine Nachjustierung am frühen Morgen und am frühen Abend verlangt.
  • Heribert Hegen (WG Zukunft) berichtete von einem Gespräch mit einem Anwohner des Robert-Lindig-Platzes. Demnach habe eine Firma mit Markierungsarbeiten für den Bau der neuen Feuerwehrwache auf dem Schott-Gelände begonnen. Nun wolle der Anwohner sichergestellt wissen, dass der Baustellenverkehr in jedem Fall über die offizielle Werkszufahrt fließt und nicht über einen beschränkten öffentlichen Weg, der für schwere Lasten wohl nicht ausgelegt sei. Bürgermeister Stefan Grillmeier entgegnete, dass die Firma Schott ihre Bauvorhaben immer über das eigene Grundstück abgewickelt habe. Über eine geplante Abweichung davon sei ihm nichts bekannt. Aber Grillmeier versicherte, dennoch bei Schott nachzufragen.
  • Einstimmig genehmigt hat der Bauausschuss mehrere Bauanträge. Am Glasmacherring in Mitterteich soll ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen, im Baugebiet Hintere Griesäcker in Pleußen ist die Errichtung eines Musterhauses in Holzbauweise geplant. Das Anlegen eines Sommergartens ist in der Goethestraße in Mitterteich vorgesehen. Keine Einwände gab es auch gegen die Voranfrage zum Anbau eines Wintergartens an eine Garage in der Egerländerstraße in Mitterteich.

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Im Blickpunkt:

Anfragen eine Woche vorher einbringen

Bürgermeister Stefan Grillmeier erinnerte in der Sitzung daran, dass es im Stadtrat und im Bauausschuss zuletzt beim Punkt "Wünsche und Anregungen" viele Anfragen und Hinweise gegeben habe. Er bat deshalb darum, Anliegen künftig eine Woche vor der Sitzung bei der Verwaltung einzureichen, so dass diese den Sachverhalt prüfen und eine Stellungnahme verfassen kann. In der Sitzung könne dann nach der jeweiligen Wortmeldung gleich eine umfassende Auskunft gegeben werden.

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