12.02.2021 - 11:24 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fasching in Mitterteich ohne Gaudiwurm: Leere Straßen statt Menschenmassen

Eigentlich wäre es an diesem Samstag wieder so weit: Der Gaudiwurm würde durch Mitterteich ziehen und Tausende Zuschauer erfreuen. Doch heuer müssen die Straßen leer bleiben. Entmutigen lässt sich der Gaudiwurm-Verein trotzdem nicht.

Jahr für Jahr zog der Mitterteicher Gaudiwurm Tausende Menschen an, die die Straßenränder säumten – so wie hier im Jahr 2011.
von Josef RosnerProfil

Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, würde das närrische Treiben in der Region auf seinen Höhepunkt zusteuern. An diesem Samstag, 13. Februar, würde zum 14. Mal in Folge der Mitterteicher Gaudiwurm durch die Stadt ziehen. Michael Zintl und sein Team hatten die Tradition der Faschingszüge in Mitterteich 2008 nach 26-jähriger Pause wiederbelebt und danach auch nicht mehr einschlafen lassen. Jahr für Jahr lockte das bunte Spektakel seither Tausende Zuschauer in die Innenstadt.

Bereits im Juli hatte der Mitterteicher Gaudiwurm die Saison abgeschrieben

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„Es ist sehr schade, dass es heuer keinen Gaudiwurm geben kann“, bedauert Michael Zintl, der seit der Gründung des Gaudiwurm-Vereins im Dezember 2013 als Vorsitzender an der Spitze steht. Er und seine Truppe trauern aber nicht nur dem gestrichenen Faschingszug nach, sondern noch weiteren Veranstaltungen, die in den vergangenen Jahren fest etabliert werden konnten. Dazu zählt etwa die Party nach dem Gaudiwurm auf dem Markplatz. An deren Beliebtheit konnten auch einige Rabauken nichts ändern, die dabei einmal für Ärger sorgten. Der Gaudiwurm setzte seither auf einen Sicherheitsdienst, um dem närrischen Volk ein ungestörtes Feiern zu ermöglichen. Ebenfalls ausfallen müssen heuer der erst 2018 wieder eingeführte Stadtball, die große Kinderfaschingsparty und der Kehraus.

Dass die Session 2020/21 ins Wasser fallen würde, hatte der Verein schon im Sommer 2020 vermutet und daher für klare Verhältnisse gesorgt und fast alles abgesagt. Verzichtet hatte man auch auf die Nominierung von Prinzenpaaren. Immerhin gab es am 11.11. eine improvisierte Schlüsselübergabe mit Überreichung des Stadtsäckels auf der Baustelle im Historischen Rathaus – vor Ort waren lediglich Michael Zintl und Bürgermeister Stefan Grillmeier.

Schlüsselübergabe auf der Baustelle

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Allzu gerne hätten sich auch die Garden und das Männerballett des Vereins in der närrischen Saison öffentlich präsentiert – bis zur erneuten Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Herbst hatten diese monatelang regelmäßig trainiert. Entmutigen lassen haben sich Michael Zintl und seine Narren aber trotz allem nicht: „Die Stimmung im Verein ist weiterhin gut.“ Gerne blicke man zurück auf die vergangenen Jahre mit vielen Höhepunkten, darunter die Ausrichtung des 47. Oberfränkischen Prinzentreffen im Januar 2018.

Auch finanziell komme der 170 Mitglieder zählende Verein trotz fehlender Einnahmen bislang noch recht gut über die Runden. „Wir konnten zwar keine Einnahmen aus unseren Veranstaltungen erzielen, hatten dafür aber auch keine Ausgaben, wie etwa für den Kauf neuer Kostüme.“ Dennoch wolle der Verein laut Zintl einen Antrag an die Staatsregierung stellen, um Unterstützung aus einem Hilfsprogramm zu bekommen.

„Wir konnten zwar keine Einnahmen aus unseren Veranstaltungen erzielen, hatten dafür aber auch keine Ausgaben, wie etwa für den Kauf neuer Kostüme.“

Gaudiwurm-Vorsitzender Michael Zintl

„Alle sind weiter mit Herz dabei“, ist Michael Zintl erleichtert, dass die Mitgliederzahl bisher stabil geblieben sei. Als kleines Zuckerl für die Treue buche der Verein für 2021 einen geringeren Mitgliedsbeitrag ab. Zudem gibt es jetzt zum Höhepunkt der närrischen Saison für die 120 Aktiven auf Vereinskosten jeweils einen Gutschein für zwei Krapfen. Damit wolle man auch einer örtlich ansässigen Bäckerei etwas Gutes tun, die in den Jahren zuvor auch immer den Gaudiwurm unterstützt habe.

Video in sozialen Medien

An diesem Samstag, 13. Februar, will der Verein um 13.30 Uhr, wenn eigentlich der Gaudiwurm starten würde, auf seinen Seiten bei Facebook und Instagram ein Video präsentieren. Angelehnt an das Lied „Die längste Polonaise der Welt“ von Michl Müller gibt es einen Zusammenschnitt von kurzen Videos und Bildern von Mitgliedern zum Thema „Fasching daham“.

„Wir sind guter Dinge, dass wir in der neuen Faschingssaison wieder ausgelassen miteinander feiern können“, sagt Michael Zintl im Ausblick. Und man hoffe natürlich, dass das Training noch viel früher wieder starten kann. „Die lauern alle schon, dass es wieder losgeht, die sind voller Tatendrang“, so Zintl über die Garden. Die Vorfreude auf närrisches Treiben ohne Einschränkungen sei jedenfalls groß: „Einmal Fasching, immer Fasching.“

Rückblick auf den Mitterteicher Gaudiwurm 2020

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