17.11.2020 - 19:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Keine Einwände gegen Solarpark bei Oberteich

Der Bau einer Freiflächen-Solaranlage bei Oberteich ist wieder einen Schritt näher gerückt. Einwände sind bisher nicht eingegangen, angeregte Änderungen hat der Stadtrat gebilligt. Das Verfahren wird sich aber noch eine Weile hinziehen.

Blick von der Bahnbrücke zwischen Oberteich und Triebendorf: Die Freiflächen-Solaranlage soll in dreieckiger Form auf dem Acker zwischen der Bahnlinie und den Teichen im Hintergrund entstehen.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Zehn Monate sind vergangen, seit die geplante Errichtung einer Freiflächen-Solaranlage zwischen Oberteich und Triebendorf Thema einer öffentlichen Stadtratssitzung war. Nun stellte das neue Gremium weitere Weichen für das Projekt. Vorgesehen ist der Bau einer Anlage mit einer maximalen Leistung von knapp 2000 Kilowatt auf einer Fläche von 3 Hektar.

Im Januar wurden die Grundvoraussetzungen für das Projekt geschaffen

Mitterteich

Im Januar hatte noch der alte Stadtrat einhellig beschlossen, die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans einzuleiten und den Flächennutzungsplan zu ändern. Damit wurden die Grundvoraussetzungen für das Projekt geschaffen. Bis dahin waren die Grundstücke an der Bahnlinie als „Fläche für die Landwirtschaft“ mit Lage im Naturpark dargestellt. Künftig soll der Bereich als „Sondergebiet für Sonnenenergienutzung“ eingetragen werden.

Keine Reaktion von Bürgerseite

Bürgermeister Stefan Grillmeier informierte nun über Anregungen und Stellungnahmen aus der sogenannten frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit. Vonseiten der Bürger habe es keine Reaktionen gegeben - und die meisten Behörden, Kommunen und Organisationen hätten keine Stellungnahme abgegeben oder aber erklärt, dass sie keine Einwände haben.

Der im Januar beauftragte Landschaftsarchitekt Bernhard Bartsch aus Sinzing bezeichnete die Hinweise einiger Fachstellen als recht überschaubar. In Bezug auf Lärm und Wasserrecht sah Bartsch keine Probleme. Auch wies er darauf hin, dass landwirtschaftliche Nutzflächen trotz der Bebauung erhalten blieben - weil keine Fundamente betoniert werden, bleibe die Ertragskraft des Bodens weiterhin bestehen. Die Untere Naturschutzbehörde fordere jedoch eine artenschutzrechtliche Prüfung, um mögliche Auswirkungen auf Bodenbrüter zu untersuchen. Konkret gehe es dabei um geplante Heckenpflanzungen, so Bartsch. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, empfahl er, einen mit dem Gebiet vertrauten Biologen einzubinden.

Blendgutachten empfohlen

Nicht zuletzt warb Bartsch aufgrund früherer Erfahrungen dafür, dem Bauherrn die Beauftragung eines Blendgutachtens nahezulegen. Obwohl die Module nicht in Richtung der Bahnstrecke zeigen sollen, sei eine indirekte Blendwirkung auf Züge nicht ganz auszuschließen. Zwar hätten die Bahnunternehmen bisher nicht reagiert, aber dies könne immer noch kommen. Durch ein solches Gutachten, das angesichts der Investitionskosten kaum ins Gewicht falle, könnte eine spätere Verzögerung des Projekts verhindert werden.

Die Wertschöpfung bleibt also bei uns in der Region.

CSU-Sprecher Josef Schwägerl über den geplanten Solarpark

Bürgermeister Stefan Grillmeier machte deutlich, dass das Vorhaben verträglich für das dortige Landschaftsbild sei. CSU-Sprecher Josef Schwägerl hob hervor, dass sich die Anlage an diesem Standort nicht negativ auf den Tourismus auswirken würde und dass auf der Fläche schon seit zehn Jahren Pflanzen für den Betrieb von Biogas-Anlagen angebaut würden. Der Grundstückseigentümer sei zugleich auch der Investor: "Die Wertschöpfung bleibt also bei uns in der Region." Gerhard Greim (SPD) und Bernhard Thoma (Freie Wähler) stellten den Standort ebenfalls positiv heraus, keine Einwände gab es auch von Heribert Hegen (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich).

Einstimmig billigte das Gremium die angeregten Änderungen und gab grünes Licht für die zweite Runde des Auslegungsverfahrens. Nach dessen Ende und der Einarbeitung weiterer möglicher Änderungswünsche kann das Gremium mit einem finalen Beschluss voraussichtlich im Frühjahr 2021 die Baugenehmigung erteilen.

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