01.04.2020 - 17:09 Uhr
MitterteichOberpfalz

Verlängerung der Ausgangssperre: "Wir müssen das akzeptieren"

Bis zum 8. April hat das Landratsamt die Ausgangssperre in Mitterteich verlängert. Bürgermeister Roland Grillmeier begrüßt zumindest die vergrößerte Bewegungsfreiheit.

Bürgermeister Roland Grillmeier hatte sich vor der Verlängerung der Ausgangssperre für eine Lockerung der Beschränkungen eingesetzt.
von Udo Lanz Kontakt Profil

"Wir müssen das wohl akzeptieren, es geht um den Schutz der Menschen", erklärte Bürgermeister Roland Grillmeier am Mittwochnachmittag auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien zur Verlängerung der im Mitterteicher Stadtgebiet gültigen Ausgangssperre bis zum 9. April. Positiv bewerte er aber, dass den Bürgern zumindest mehr Bewegungsfreiheit als bisher gewährt werden soll, wofür er sich zuvor schon ausgesprochen hatte. "Ich erwarte dann aber auch, dass die Polizei kulant handelt", so Grillmeier weiter. Details zu den Änderungen hat das Landratsamt für den 2. April angekündigt.

Noch vor der Entscheidung des Landratsamtes hatte Roland Grillmeier in einer Pressemitteilung an die Redaktion von Oberpfalz-Medien ausführlich Stellung zu der Thematik genommen. Darin hatte er unter anderem für eine Lockerung der Ausgangssperre plädiert. Mit dem Zweiten Bürgermeister und den Stadtrats-Fraktionssprechern sei er sich einig, dass die Ausgangssperre richtig gewesen sei, aber die Beschränkungen inzwischen überprüft werden müssten. Deshalb habe er sich am Dienstag an Landrat Wolfgang Lippert und den Krisenstab gewandt, in der Hoffnung eine Anpassung an die Ausgangsbeschränkungen zu erreichen, wie sie in ganz Bayern gelten. "Eine Stadt, die von Industrie und Gewerbe geprägt ist, muss auch ein Stück nach vorne blicken", hatte Grillmeier weiter geschrieben. "Täglich pendeln Tausende Menschen ein und aus, die meisten Betriebe laufen, und laufen hoffentlich auch weiter. Das zu organisieren, ist ein Kraftakt, wie mir fast täglich berichtet wird."

Menschen sind sensibilisiert

Die meisten Menschen hätten die Vorgaben im Zusammenhang mit den Ausgangsbeschränkungen in Bayern verinnerlicht, zeigte sich Grillmeier in der Pressemitteilung überzeugt. "Jeder weiß, dass es gilt, soziale Distanz zu wahren. Jeder weiß, dass dies notwendig ist, um andere zu schützen. Auch beim Bewegen an der frischen Luft gilt es, dies einzuhalten. Die Menschen aber nicht einmal alleine um die Stadt gehen zu lassen oder zu einem Waldspaziergang zu lassen, sehen wir nicht als angemessen an", so Grillmeier. "Wir wissen, dass wir weiter die höchsten Fallzahlen im Landkreis haben, die Menschen sind entsprechend sensibilisiert. Aber auch in anderen Orten rund um unsere Stadt steigen die Zahlen und sind über dem Bayern-Durchschnitt." Es gelte jetzt, im gesamten Landkreis zusammenzustehen.

Zu den Diskussionen um das Mitterteicher Starkbierfest gab Roland Grillmeier in der Pressemitteilung zu bedenken: „Viele haben erkannt – und es wurde auch von Innenminister Herrmann und Landrat Lippert darauf hingewiesen – ein Fest allein kann nicht verantwortlich sein für derart hohe Fallzahlen. Anerkennen müssen wir alle aber auch, dass das Fest wie viele Veranstaltungen nicht mehr hätte stattfinden sollen.“

Unzählige Veranstaltungen

Bei Presseanfragen habe Grillmeier stets darauf verwiesen, dass sich jeder Gedanken machen sollte, wo er selbst am 7. und 8. März war. An diesem Wochenende habe es in ganz Bayern noch unzählige andere Feste und Veranstaltungen gegeben. „Am 8. März spielte der FC Bayern noch vor 75 000 Zuschauern, Andrea Berg gab ein Konzert in der Donauarena, ich war bei einer Feier in einem brechend vollem Wirtshaus.“ Grillmeier ergänzt, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Corona-Fall im Landkreis gegeben habe. Für viele sei die Krise weit weg gewesen. Vor dem Starkbierfest habe es zudem eine enge Abstimmung mit Landratsamt und Gesundheitsamt gegeben. Die zuständige Sachbearbeiterin im Mitterteicher Rathaus habe in dieser Woche wegen des Festes noch zweimal Kontakt mit dem Landratsamt aufgenommen, auch der Burschenverein habe dies vor dem Fest nochmals getan.

„Was ich nicht akzeptiere, ist, dass Leute von außerhalb oder aus ganz Deutschland mit dem Finger auf uns zeigen“, betont Grillmeier. „Die wissen nicht, was Gemeinschaftsleben bei uns bedeutet. Wochen später schlaue Ratschläge zu geben oder Schuldige zu suchen, ist keine Lösung“, schimpft Grillmeier. „Wer hätte geglaubt, dass Urlaub in Italien oder Österreich eine derartige Krise auslöst? Wer hätte sich erlaubt, an Fasching diese Urlaubsfahrten zu verbieten?“ Was er sich jetzt wünsche, sei gegenseitige Rücksichtnahme. Anstelle von Schuldzuweisungen und Vorwürfen müsse der Einsatz für die Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Die Stellungnahme des Landratsamts zur Verlängerung der Ausgangssperre:

Mitterteich

Die Ausgangssperre in Mitterteich wurde vor knapp zwei Wochen verhängt:

Mitterteich
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Kommentare

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Christoph Driesner

. „ Wochen später schlaue Ratschläge zu geben oder Schuldige zu suchen, ist keine Lösung“, schimpft Grillmeier.

Wieso sagt er das?
Darf man seine Meinung nicht mehr sagen?
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wird hier hoffentlich Klarheit bringen wer der Schuldige ist :)

02.04.2020
Christoph Driesner

Das da ist der Herr Grillmeier, Kommunalpolitiker aus Mitterteich:
https://www.hoeslbraeu.de/index.php?rex_resize=600a__starkbierfest_2013_1.jpg

Der Herr Grillmeier hat eine Woche vor der Kommunalwahl in Bayern ein Starkbierfest in Mitterteich durchgehen lassen.
Warum? Das wird hoffentlich die Staatsanwaltschaft erhellen, denn zu diesem Zeitpunkt war bereits ein hochansteckender Virus namens Corona in Umlauf und überall wurden Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Nach dem Starkbierfest ist die Zahl an Erkrankten in Mitterteich enorm gestiegen.
Darauf ist Folgendes passiert:
1. Der Herr Lippert, Landrat von Tirschenreuth, hat eine Ausgangssperre verhängt, die den Mitterteichern sogar Spaziergänge als Einzelperson an der frischen Luft verbietet, ein bundesweit einmaliger Vorgang und beispielloser Eingriff in die demokratischen Grundrechte. Sinn macht das Verbot des Spazierengehens nicht, sondern schadet, wie zahlreiche Ärzte bestätigen, deshalb ist auch die Frag ob das rechtens ist und man sollte sich nicht scheuen, hier ggf. Rechtsbeistand hinzuzuziehen oder gegen die Verantwortlichen eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen wie ich meine.

2. Der Herr Grillmeier hat natürlich jede Verantwortung von sich gewiesen und als zwei Virologen, also Experten, bestätigt haben, dass die Quelle der Infektionen das Starkbierfest war, hat er das bestritten, denn als Finanzbeamter im mittleren Dienst kennt er sich natürlich mit Viren besser aus als studierte Fachleute.

Jetzt behauptet er auch noch, dass anderswo zu dem Zeitpunkt ja auch noch Feste stattgefunden hätten, also was ist denn das für eine Rechtfertigung? Das ist so wie wenn der kleine Fritz zur Lehrerin sagt: Frau Lehrer, der Ralfie hat den Peter in den Schwitzkasten genommen, deshalb darf ich meinen Banknachbarn auch in den Schwitzkasten nehmen.

Mittlerweile sind ja im Landkreis auch einige Leute an Corona verstorben, eine Schande, dieses Verhalten!

01.04.2020